betterplace sammelt Spenden für weltweite Projekte

Es ist bereits etliche Jahre her, dass Till Behnke, damals Student in Südafrika, erstmals direkt mit Entwicklungshilfe in Kontakt kam. “Die Erfahrung vor Ort hat mich geprägt und die Idee dahinter seither nicht […]
betterplace sammelt Spenden für weltweite Projekte

Es ist bereits etliche Jahre her, dass Till Behnke, damals Student in Südafrika, erstmals direkt mit Entwicklungshilfe in Kontakt kam. “Die Erfahrung vor Ort hat mich geprägt und die Idee dahinter seither nicht mehr losgelassen”, sagt er und gründete betterplace (www.betterplace.org). Das ist eine Plattform, die weltweit sozialen Inititaiven die Möglichkeit anbietet, sich zu präsentieren und Spenden einzusammeln. Die Projekte sind vielfältig und international. “Das kann das Buddeln eines Brunnens in Afrika ebenso sein, wie der Umbau eines Spielplatzes in Berlin um die Ecke”, so Behnke. Gleichzeitig wird um diese Projekte eine Community aufgebaut, über welche sich die registrierten User vernetzen und austauschen können.

“Betterplace funktioniert wie ein Marktplatz”, sagt der Gründer, “bei uns bekommen alle Projekte die gleiche Aufmerksamkeit.” Ziel dabei ist es, zwischen Geldgebern und -empfängern eine größtmögliche Transparenz zu schaffen. Hierin liegt eine der großen Stärken der Plattform, denn durch gezielte Dokumentation durch ein Community-Mitglied, das mit seiner Reputation Pate steht, soll sicher gestellt werden, dass die Spendengelder vor Ort tatsächlich eingesetzt werden. “Das Geld fließt bei uns 1:1 in die Projekte”, verspricht Behnke.

Gemeinnützige Stiftung im Hintergrund

Das ist möglich, weil hinter betterplace eine gemeinnützige Stiftung steht. Zu den Geldgebern zählen private Financiers und Vertreter aus der Wirtschaft, die betterplace nicht nur monetär zur Seite stehen, sondern Unterstützung vielfach pro bono anbieten. Zu den Gründungsmitglieder zählt unter anderem Jörg Rheinboldt, geschäftsführender Gesellschafter der M10 GmbH in Berlin. “Wir sind eine non-profit-Organisation und verstehen uns als Social Entrepreneurs. In Deutschland ist dieses Modell – noch dazu im Internet – noch recht unbekannt”, weiß Behnke und schielt dabei vor allem in die USA, wo dieses Modell nicht mehr erklärungsbedürftig ist.

Betterplace will, wie bisher, komplett werbefrei bleiben. Aber das Unternehmen öffnet sich zunehmend für Firmen, die ihr soziales Engagement auf der Plattform gegen eine Gebühr darstellen können. Der Preis dafür richtet sich nach der Größe des Unternehmens – zu zahlen sind pro Mitarbeiter je 50 Cent im Monat. Außerdem bieten die Mitarbeiter von betterplace zusätzlich inhaltliche und technische Beratung für alle customized und individualisierten Darstellungen. “CSR (Corporate Social Responsibility, Anmerk. d. Red.) wird für die Unternehmen immer wichtiger, eine gute Präsentation ihres Engagements somit unablässig”, so der betterplace-Gründer.

Eigenen Angaben zufolge werden im Monat durchschnittlich rund 10.000 Euro an die Projekte weitergereicht. Die Plattform zählt derzeit etwa 3000 registierte User, darunter viele Mehrfachspender. “Wir messen unseren Erfolg in Transaktionen, nicht in Registrierungen”, sagt der Jung-Unternehmer. Gleichzeitig will die non-Profit-Organisation weitere User gewinnen. Jedoch weiterhin erst einmal “rein viral”. Statt auf Werbung zu setzen, tüftelt das 28-köpfige Team, darunter jedoch viele Ehrenamtliche und Volontäre, von betterplace momentan an neuen Ideen, um Spenden einzusammeln und denken dabei an so genannte “Painless-Giving”-Modelle. Eines der nächsten Ziele wird es sein, eine Kreditkarte zu etablieren, mit der Bonuspunkte für betterplace gesammelt werden können. “Jeder Euro zählt”, sagt Behnke und ist sich sicher, “dass jeder etwas an seinem Platz bewegen kann.”

Hausbesuch bei betterplace

deutsche-startups.de hat wieder einmal die Kamera gezückt und auf die interessanten Motive draufgehalten.


Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.