media ventures investiert in rabattschlacht.de

Jens Kunath und Dirk Ströer, die vor acht Jahren gemeinsam den Online-Vermarkter orangemedia.de gegründet haben, machen wieder gemeinsame Sache. Ströer engagiert sich über seine Beteiligungsgesellschaft media ventures bei Kunaths Live-Shopping-Plattform rabattschlacht.de (www.rabattschlacht.de). Bei […]

Jens Kunath und Dirk Ströer, die vor acht Jahren gemeinsam den Online-Vermarkter orangemedia.de gegründet haben, machen wieder gemeinsame Sache. Ströer engagiert sich über seine Beteiligungsgesellschaft media ventures bei Kunaths Live-Shopping-Plattform rabattschlacht.de (www.rabattschlacht.de). Bei dem Anfang dieses Jahres gestarteten Dienst wird wie auf vielen anderen Live-Shopping-Plattformen täglich ein Produkt angeboten. Bei rabattschlacht.de wissen Nutzer aber nicht, was die angebotene Ware kostet. Nur durch den Einsatz von Geld können sie den Preis erfragen und diesen gleichzeitig um einige Cent senken. Wem der Preis zusagt, kann das Produkt kaufen oder es später noch einmal versuchen. Der Haken: Wenn jemand das Produkt vorher kauft, fängt das Spiel wieder von vorne an. Alle Nutzer müssen den Preis dann wieder mühsam nach unten drücken. Das Aufdecken des Preises kostet bei rabattschlacht.de 90 Cent, dafür sinkt der Preis um 50 Cent.

Während Kunath bei rabattschlacht.de weiter auf ein Produkt pro Tag setzt, will er beim gerade im Bau befindlichen Dienst aha.de (www.aha.de) künftig “eine Vielzahl von Produkten” nach dem Geld-einsetzen-und-Preis-aufdecken-Prinzip anbieten. Bereits seit Sommer des vergangenen Jahres setzt die Schnäppchen-Community Luupo (www.luupo.de) auf genau diese Methode. Bei Luupo sind alle Preise zunächst verdeckt. Durch den Einsatz von so genannten Luupos (die man käuflich erwerben muss) kann jeder Nutzer den Preis seines Wunschartikels um 40 Cent senken. Gleichzeitig wird mit jeden Einsatz der Preis angezeigt. Im Juni soll das neue Konkurrenzangebot aus dem Hause Kunath an den Start gehen. Die Domain aha.de ist auf jeden Fall sehr leicht zu vermerken, früher befand sich unter der Adresse ein Informations- und Vergleichsdienst zum Thema Versicherungen.

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* rabattschlacht.de setzt auf Schnäppchen

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Roy

    Also wenn ich jetzt potenzieller Käufer bin…..nee, dann würde ich es nicht in der Form nutzen. Ist mir zu aufwendig, zu unsicher wegen des eingesetzten Aufdeckgeldes und ich weiss auch ehrlich gesagt nicht, warum ich zu denen gehen sollte und nicht zu ebay, amazon und Co!



  2. Matthias Pilgrimm

    Zitat: “Jens Kunath und Dirk Dirk Ströer” …

    da hat sich wohl der kirk DIK DIK virus bei DS breitgemacht… ;)



  3. thomas

    Warum holt sich Jens Kunath Investoren ins Haus? Das eigene Kapital müsste doch vorhanden sein?!?



  4. Lina

    Also ich schließ mich Roy an, neben Ebay etc. seh ich nicht warum ich bei so einer Geschichte mitmachen sollte. Bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt.



  5. Max

    @ Roy, Lina
    Bevor es Amazon.com, eBay.. gegründet wurden gab es ähnliche Unternehmen schon.

    Vor Amazon.com gab es zahlreiche online shops/Online Bücher Shops in jedem land!

    Vor Google gab es Yahoo!
    Vor Mytoys.de gabe es zahlreiche Online Händler die auch Toys verkaufen.
    etc………
    …..

    Wenn man deinem Argument folgt, dann bräuchte man keine neue e-Commerce Unternehmen mehr gründen.

    Ich kann mich daher deiner Argumentation nicht anschließen.



  6. Roy

    Da werde ich wohl missinterpretiert.

    Ich wäre schon sehr froh, wenn etwas neues im Bereich e-commerce auf den Markt käme. Finde z.b. zlio nicht so schlecht.

    Aber mir fehlt einfach der Kick bei dem rabattschlachtding. Ich fühle mich davon einfach nicht angesprochen und ich halte auch deswegen nichts davon, da es mir zu umständlich und zu intransparent ist.

    Ich will ein Produkt, welches auch immer, wann auch immer, ansehen und kaufen können. Wenn es dann noch billiger ist, umso besser.

  7. Ich glaube es ging den beiden nicht darum, dass eine neue eCommerce-Lösung auf den Markt gebracht wird.

    Eher darum, dass sie (wie ich auch) keine Lust darauf haben, den Kauf eines Produkts mit einem Glücksspiel zu verbinden. Denn mehr als Pokern ist es ja nicht. Und am Ende hat man Geld ausgegeben und immernoch kein Produkt in den Händen. Denn darauf, dass X Leute drauf zahlen und einer spart, setzt dieses Modell doch auf.

    Wer schwache Nerven hat, kauft sogar ohne zu sparen – und der Betreiber freut sich :)
    Aber das kommt ja auch bei eBay vor – bieten bieten bieten, ohne zu sehen, dass zwei Angebote weiter unten mit Sofort-Kauf günstiger gekauft werden könnte.



  8. Lina

    Ja genau, danke Tobias.
    Nichts gegen neue Ideen. Aber drauf zahlen, damit der Preis sinkt macht für mich wenig Sinn. Und nachher habe ich bezahlt, damit andere sparen und hab selber nichts davon. Danke, aber dann geh ich lieber zu Saturn oder Media Markt :-)

    Aber wie gesagt: ich bin trotzdem sehr gespannt, wie sich das entwickelt.

  9. Mich spricht das Modell auch nicht als Kunden an. Allerdings ist Glückspiel ja eines der wenigen Geschäftsmodelle, das im Internet schon seit Jahren beweist das es funktioniert, von daher finde ich den Versuch interessant.

    Rabattschlacht macht nur Sinn wenn eine große Menge an Leuten glaubt, dass die Startpreise günstig sind. Die ganze Schlacht fängt ja erst an, wenn es einen gibt der anfängt zu raufen.

    Was ich aber theroretisch sehr spannend finde ist der Ansatz, das der Gewinn des Unternehmens steigt umso geringer der “rabatt(ge)schlacht(ete)” Preis ist.



  10. Roy

    @ Sascha

    Finde deinen letzten Absatz recht spannend. Habe da auch schon einmal darüber nachgedacht als es um die Erklärung des Konzepts ging.

    Was mich einmal interessieren würde ist die Relation Anzahl der Preissenkungen durch aufdecken des Preises zu Gewinn des Unternehmens. Denn klar ist ja auch, dass das Aufdecken den Preis subventioniert.

    Was glaubt ihr, funktioniert das auf Dauer? Ich als Nutzer habe auf den ersten Blick das Gefühl andere kaufen durch mich billiger.

    Kann da mal einer die %-uale Verteilung meiner Chance als Nutzer zum billigsten Preis (inklusive Einsatz) zu kaufen ausrechnen?



  11. Thorsten B.

    Naja, das gleiche System nutzt auch Luupo (www.luupo.de). Also mal wieder nur ein Copycat. Gibts denn wirklich keine wirklich neuen Ideen in der Gründerszene? Klauen, Bauen, Verkaufen ist hier scheinbat die Devise. Das hat mit nachhaltigem Gründertum meiner Meinung nach nichts mehr zu tun.

    Thorsten

  12. ich habe noch nie gehört, dass ein Pizzabäcker ein copy-cat geschimpft wurde. die frage sollte nicht sein, copy-cat oder nicht copy-cat, sondern hinreichend gut umgesetzt oder nicht. das internet ist groß. es gibt so viele surfer, die haben noch die von Luupo gehört.
    die interessiert es, sofern sie sich für rabattschlacht begeistern sicher nicht für die frage, wer da nun wen kopiert.
    letztendlich sind diese ansätze ja auch alles schon offline irgendwo in der einen oder anderen form umgesetzt gewesen.

    grusz
    klm

  13. Überraschend wie wenig kreativ die Multi-Gründer, aber auch die VCs sind. Eine bestehende Idee mit überschaubaren Erfolgsaussichten wird etwas verändert, bekommt eine ordentliche Finanzspritze oder in dem Falle wahrscheinlich ungebuchte Werbeflächen des Schwesterunternehmens Stroer und wird mit Gewalt auf den Markt gedrückt. Wer das braucht weiß ich nicht, dass es einen Bedarf gibt ist m. E. noch nicht nachhaltig erwiesen. Ähnlich kommen mir die Seiten vor, auf denen man sein Outfit einstellen kann und das dann von Usern beurteilen lässt. Soll man damit seinen Tag verbringen, schlechte Fotos mit schrecklichen Darstellungen zu betrachten? 1999 / 2000 gab es einen ähnlichen Schub, alle gemeinsam hatten eines: es war eine Idee, die unter anderen Zeiten im Briefkasten für ‘innerbetriebliches Vorschlagswesen’ gelandet wären. Jetzt ist wohl wieder der Hype, da man aus einer einfachen Idee ganze Unternehmen schmieden kann. Die Absicht scheint klar: Trade sale, irgendwem verkaufen der Traffic braucht, User verkaufen und dann mal sehen, welches stabile Geschäftsmodell man draus machen kann oder wo man diese Modul anflanschen kann. Aber vielleicht bin ich auch raus aus dem Alter – die Zukunft wird es zeigen…



  14. Max

    @ Klaus-Martin Meyer
    Du bringst es auf den Punkt!

    Dieses “Copy-Cat” Argument finde ich immer lustig.

    In der normalen Wirtschaft ist es auch nicht anders –

    man müßte dann sagen Lidl und PennyMarkt sind Copy-cats von Aldi :-). Trotzdem geht es Lidl und PennyMarkt wirtschaftlich blendend



  15. Max

    @ Norbert Röske

    Trade Sale ist auch eine Exitstrategie, daher gibt es ja viele exitorientierte VCs/Business Angels. Sie machen ja soagr den großen Teil der VCs/Business Angels in den USA/Deutschland aus.

    Ich sehe es daher garnichts problematisch, das Startups gegründet werden um sie zu verkaufen.

    Wenn man genau hinschaut wird man schnell erkennen, dass die meisten Startups keine originäre Geschäftsmodelle/Umsatzmodelle haben, sie verkörpern aber sehr hohe Synergien für etablierte Unternehmen.
    Die meisten können langfristig nicht eigenständig am Markt überleben!!!

    Daher werden Startups gegründet und über Trade Sale an strategeische Investoren verkauft, z.B. MySpace, YouTube, StudiVZ, Right Media, etc….

  16. Pingback: Shopping-Plattform rabattschlacht geht in die nächste Runde :: deutsche-startups.de

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