Stayfriends hat seine Nische gefunden

Das Wiederfinden alter Freunde und Bekannter ist für viele Menschen ein wichtiger Grund sich in Communitys zu tummeln. Bei der medialen Dauerpräsenz von Platzhirsch studiVZ geraten andere Plattformen dabei immer mehr in Vergessenheit. […]

Das Wiederfinden alter Freunde und Bekannter ist für viele Menschen ein wichtiger Grund sich in Communitys zu tummeln. Bei der medialen Dauerpräsenz von Platzhirsch studiVZ geraten andere Plattformen dabei immer mehr in Vergessenheit. Eine davon ist die Schulfreunde-Community StayFriends (www.stayfriends.de). Beim 2002 gestarteten Netzwerk sind nach eigenen Angaben inzwischen über 5,6 Millionen Mitglieder registriert. Immerhin 52 % davon sollen in den vergangenen drei Monaten tatsächlich bei Stayfriends vorbeigeschaut haben. Die vom Vermarkter AOL DMG herausgegebenen Zugriffszahlen (70,72 Millionen Page Impressions monatlich) und die AGOF-Zahlen (2,4 Millionen Unique User monatlich) belegen die rege Aktivität auf der Website. Zum Vergleich: Die Studenten-Community studiVZ kommt monatlich zwar auf über 5,8 Milliarden Seitenabrufe, die AGOF zählt aber auch nur 3,45 Millionen Unique User im Monat.

“Wer alte Freunde aus der Schulzeit sucht, weiß unter welcher Adresse er sie im Internet finden kann. Wir bieten nicht alles Mögliche unter einem Dach an, sondern haben uns auf das \’Erlebnis Wiedersehen\’ spezialisiert”, sagt Michel Lindenberg, Geschäftsführer von Stayfriends. Im Unterschied zu anderen Online-Communitys seien daher unter den Mitgliedern auch viele 30- bis 40-Jährige und Ältere zu finden. Und nicht nur das, offenbar zieht Stayfriends eine ganz besondere Zielgruppe an, eine die sich ansonsten nur selten in den anderen großen Netzwerken wie StudiVZ oder Xing tummelt. Etliche der Nutzer greifen sogar zur Premium-Mitgliedschaft von Stayfriends und zahlen 18 Euro jährlich, um sich mit Schulfreunden, Bekannten und Arbeitskollegen zu vernetzen. Neben den Premium-Accounts spielt die Vermarktung eine wichtige Rolle bei der Refinanzierung von Stayfriends. Dabei kommt auch Targeting, also die Steuerung von Kampagnen über Kriterien wie Geschlecht, Stadt oder Alter, zum Einsatz.

10 Millionen Mitglieder in Europa; 40 Millionen in den USA

Bereits seit 2004 ist die in Erlangen sitzende StayFriends GmbH eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Classmates Online, Inc. Der US-Dienst classmates.com verfügt nach eigenen Angaben über 40 Millionen registrierte Nutzer. Zum europäischen Netzwerk von StayFriends gehören Plattformen in Frankreich (Trombi.com), Schweden (StayFriends.se) und Österreich (StayFriends.at). Alle Angebote zusammen verfügen über 10 Millionen registrierte Nutzer. Insgesamt sei das europaweite Netzwerk in den vergangenen zwölf Monaten um 76 % gewachsen, sagt Lindenberg. Vielleicht ist die zuletzt mehrmals beschworene Wachstumsgrenze bei Communitys doch noch nicht erreicht, denn scheinbar entdecken viele Onliner das Thema gerade erst für sich.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.