Bei 1000Mikes kann jeder seine Stimme erheben

Die Verschmelzung von Telefon, Radio und Internet haben sich Frank Felix Debatin und Peter Schweyer mit 1000Mikes (www.1000mikes.com) auf die Fahnen geschrieben. Gleichzeitig wollen die ehemaligen Geschäfsführer von Minick, einem Unternehmen für interaktive […]

Die Verschmelzung von Telefon, Radio und Internet haben sich Frank Felix Debatin und Peter Schweyer mit 1000Mikes (www.1000mikes.com) auf die Fahnen geschrieben. Gleichzeitig wollen die ehemaligen Geschäfsführer von Minick, einem Unternehmen für interaktive mobile Anwendungen, das Thema Talk Radio 2.0 in Europa etablieren. Mit Talk Radio 2.0 ist im Grunde nichts anderes als User generated Radio gemeint. Mit Hilfe von 1000Mikes und einem Telefon oder Handy kann jeder seinen eigenen Radiosender starten. Somit ist der Dienst eine weitere Spielart für Bürgerjournalismus – allerdings mit dem Schwerpunkt Live-Berichterstattung. Nach der einmaligen Einrichtung eines Kanals kann jeder 1000Mikes-Nutzer direkt loslegen und der Welt seine Gedanken mitteilen.

“Wovon berichten? Das freie Wort kennt keine Grenzen! Sport, im Großen wie im Kleinen, Regional oder Trend, Politik und Unterhaltung, Literatur und Tratsch, die Freuden und das Leid des Alltags – die Mikes entscheiden selbst, worüber sie berichten, und was sie hören”, sagt Gründer Debatin. Um ihre Stimme bei 1000Mikes zu hinterlassen, müssen die Hobby-Berichterstatter lediglich eine Festnetznummer anrufen – bei entsprechender Telefonflatrate ist der neue Dienst für die Nutzer damit völlig kostenlos. Wer live zu einer bestimmten Uhrzeit mit einem Beitrag beginnt, kann diesen auf der Plattform ankündigen. Wer den Bericht verpasst hat, kann über das Archiv das Ereignis im Nachhinein noch einmal erleben. Re-Live nennt man so etwas im Fernsehen. Den eigenen Kanal kann jeder 1000Mikes-Nutzer auch in seine eigene Homepage oder sein Blog einbinden. Finanzieren soll sich der frisch gestartete Dienst über Audio-Werbung, die in die Beiträge eingebunden werden. Wobei die Radiomacher dann an den Einnahmen beteiligt werden.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. erinnert mich an skypecasts und die user generated channels die sevenload anbietet. optisch nicht schlecht gemacht. viel erfolg.

  2. Bleibt abzuwarten, ob sich diese Idee auf Dauer durchsetzt – viele Köche verderben den Brei, und viele Sender heißt weniger Zuhörer pro Sender. Und die machen ja bekanntlich den Erfolg.



  3. John

    Nett, aber wofür braucht es für das Projekt gleich eine AG?

  4. Was sagen denn die Landesmedieanstalten dazu? Laut Mediengesetz braucht ein eigener Sender eine Lizenz!Zumindest wenn er mehr als 1000 Nutzer/Hörer hat!
    Kai



  5. FFD

    Noche eine Ergänzung, die uns wichtig ist: der Radiomacher entscheidet selbst, ob er überhaupt Werbung will, wann und welche. Ist zum Beispiel Spielpause, drückt er die 9, um seine Werbeschleife einzuspielen.



  6. FFD

    @John Warum eine AG? Als Antwort ein kleines Plädoyer für die AG. Meistens verbindet man mit einer AG börsennotierte Firmen. Aber wir sehen die AG einfach als bessere Alternative zur GmbH. Die AG macht es sehr einfach, Mitarbeiter, Freunde, Familie, wenn auch immer, zu beteiligen, und zwar über die Ausgabe von Aktien. Es ist sehr einfach, Rückkaufbedingungen zu vereinbaren. Auch ein Laie blickt da durch. Bei Minick hatten wir eine AG, und das hat wunderbar funktioniert, zum Vorteil aller Beteiligten. Bei einer GmbH ist die Beteiligungsfrage weitaus komplizierter, es ist notwendigerweise immer ein Notar involviert, etc.

    Auf der Negativseite der AG ist das doppelt so hohe Mindeststammkapital. Ok, das ist halt die Investition, die wir leisten müssen. Dann gibt es zwingend einen Aufsichtsrat – das muß aber nicht unbedingt ein Nachteil sein, daß es auch nochmal eine Kontrollinstanz gibt. Der bürokratische Aufwand ist im wesentlichen der gleiche wie bei einer GmbH.

    Als weitere Alternativen gibt es noch die GbR, die wegen der Haftungsproblematik ausgeschlossen ist, und die Ltd – wo man sich allerdings mit dem britischen Rechtssystem auseinandersetzen muß oder einem der einschlägigen Dienstleister vertrauen.



  7. FFD

    @Kai
    Internetradio fällt nach gängiger Auffassung nicht unter den Rundfunkstaatsvertrag, der die Aufsicht durch die Landesmedienanstalten festlegt. Habe gerade noch mal nachgeschaut, in §2 heißt es:

    […] Telemedien sind alle elektronischen Informations- und Kommunikationsdienste, soweit sie nicht Telekommunikationsdienste […] sind, die ganz in der Übertragung von Signalen über Telekommunikationsnetze bestehen […]

    Demnach ist 1000MIKES ein Telemediendienst. Ich bin allerdings kein Jurist – unser Anwalt hat uns aber auch so eingeordnet.

    FFD, 1000MIKES



  8. Monte

    Ich find’s jedenfalls schon des Namens wegen spannend und drück die Daumen ;-)



  9. Martin

    Hallo,

    ich finde es eine super Idee. Es gibt sicherlich mehr als nur 1000 Leute die gerne etwas sagen möchten…. warum nicht Deutsche-Startups Radio ;)

    Viel Erfolg

  10. @Martin: Das ist doch mal ne Idee ;-)

  11. Pingback: Bei radio.de spielt die Musik :: deutsche-startups.de

Aktuelle Meldungen

Alle