Allyve hat große Ziele

Mit nicht weniger als dem Ziel, Google als deutsche Startseite Nummer 1 abzulösen startete Allyve (www.allyve.de). Auf den ersten Blick mag man meinen, die beiden Gründer Julika Bleil und Philipp Spethmann versuchten sich […]

Mit nicht weniger als dem Ziel, Google als deutsche Startseite Nummer 1 abzulösen startete Allyve (www.allyve.de). Auf den ersten Blick mag man meinen, die beiden Gründer Julika Bleil und Philipp Spethmann versuchten sich an einer Kopie von etablierten Homepages wie Pageflakes oder Netvibes, aber “weit gefehlt”, sagen die Gründer, “keinen der beiden Anbieter sehen wir als unseren Konkurrenten an. Wir gehen in ein Feld, das Netvibes noch nicht besetzt hat.” Mit Allyve wollen die beiden einen anderen, weitaus personalisierteren Weg bestreiten.

Was ist anders? Auf Allyve hinterlegt der User einmalig ein Passwort, welches anschließend für alle von ihm angelegten Widgets gültig ist. Er steigt damit gleichzeitig tief in seinen Account ein. Lästiges Einloggen auf jeder einzelnen Seite ist künftig somit nicht mehr notwendig, er gelangt gleich auf die Unterseiten. Zur Zeit haben die Gründer RSS-Feeds von insgesamt 15 Portalen auf der Seite eingebunden, darunter einige der großen Online-Nachrichtenportale, Bonusprogramme der Deutschen Bahn oder der Lufthansa sowie der Flirt-Seiten wie neu.de oder FriendScout24.de. Sorgen, der Datenschutz könne hierbei verletzt werden, begegnet das junge Unternehmen mit der Bemühung, sich ihre Homepage vom TÜV Süd auf Datensicherheit prüfen und zertifizieren zu lassen. “Das Allyve-Passwort wird nirgends gespeichert, so dass niemand Zugang zu den Passwörtern hat”, versprechen die Allyve-Macher.

Vorerst kaum Marketingaktivitäten geplant

Ganz wichtig ist ihnen auch, stets die Übersichtlichkeit und die Klarheit der Seite zu wahren. Das Design ist klar festgelegt und vorerst unveränderlich – zwei-spaltig und einheitliche Boxengröße. Außerdem soll die Seite hell, ruhig und klar sein. Bis 2009 ist das Projekt, an dem ein Team von insgesamt 15 Leuten bastelt, noch komplett ausfinanziert. Welcher Name sich als Investor an Allyve beteiligt, soll zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt werden. Die Katze könne allerdings bald aus dem Sack gelassen, verspricht Spethmann.

Umso weniger sei vorerst ein großer Marketingknall geplant. Vielmehr wünschen sich die Macher einen kontinuierlichen Anstieg der Userzahl, um so Wünsche, Anregungen und Vorschläge behutsam umsetzen zu können. “Ein bisschen Online-Marketing wird es nur dort geben, wo die meisten Klicks generiert werden”, so die Allyve- Gründer. Auch in der künftigen Vermarktung wollen Bleil und Spethmann einen unkonventionelleren Weg als Werbebanner oder Bezahlinhalte setzen. Sie denken in erster Linie an Kooperationen. Immerhin sorgt Allyve für zusätzlichen Trafic auf den von ihnen eingebundenen Seiten und damit für höhere Werberlöse der Anbieter. Allyve leitet sich übrigens ab aus \’alive\’, ist aber auch eine Abkürzung für \’all you have\’.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.