Klinge wetzen auf Zankapfel

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Anwalt. Oder Zankapfel (www.zankapfel.de). Das ist eine neue Plattform, konzipiert für die Auseinandersetzungen des Alltags. “Erlaubt ist grundsätzlichtzlich jedes Thema, über das gestritten werden kann”, sagt […]

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Anwalt. Oder Zankapfel (www.zankapfel.de). Das ist eine neue Plattform, konzipiert für die Auseinandersetzungen des Alltags. “Erlaubt ist grundsätzlichtzlich jedes Thema, über das gestritten werden kann”, sagt Gründer und Geschäftsführer Marcus Janietz. Ausdrücklich ausgenommen hingegen sind juristische Streitfragen, denn “damit würden wir gegen die Anwaltshoheit verstoßen”, weiß Janietz. Doch auch private Konflikte, politische Diskussionen oder Fernseh- und Kinothemen liefern genug Diskussionsstoff.

“Wir verstehen uns als eine Art Speaker\’s Corner”, so Janietz. Auf Zankapfel können Streithähne die Klinge wetzen und ihre verbalen Fähigkeiten austesten, um argumentativ Oberwasser zu gewinnen. Und das geht ganz einfach: Nach einer kostenlosen Registrierung können die User ihre Zanks auf der Seite einstellen. Die Parteien vereinbaren dabei einen Streitwert von mindestens zehn Euro. “Von diesem Streitwert bekommen wir nach Ablauf des Zanks zehn Prozent”, verrät Janietz das Erlösmodell von Zankapfel. Den Rest des Betrages erhält der Gewinner des Streits, der durch die User argumentativ unterstützt wurde.

\'Zankapfel

Mit diesem Revenue-Modell unterscheidet sich das Startup maßgeblich, da es einmal nicht rein auf Werbung und Wachstum setzt. Vielmehr will sich Zankapfel über Plattform-Gebühren finanzieren. Ein Argument, dass “auch unseren Privatinvestor überzeugt hat”, so der Gründer. Welcher Name sich dahinter versteckt, soll aber noch nicht verraten werden. Und auch, wie viele User notwendig sein werden, um profitabel zu sein, kann Janietz zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. “Ein paar Tausend sollten es schon sein”, so der Gründer. Er setzt dabei insbesondere auf “User”, die wiederholt Zankapfel nutzen, um ihre Konflikte austragen. “Je höher der Streitwert, desto höher ist ja auch der Anreiz, argumentativ zu überzeugen”, so der Gründer. Gleichzeitig bastelt Janietz bereits an weiteren Möglichkeiten, zusätzlichen Mehrwert für die User zu schaffen. “Wir denken dabei beispielsweise an Premium-Zanks mit verändertem Pricing oder an Sachwertzanks.” Werbetechnisch setzt Zankapfel in den kommenden Wochen auf virales Marketing und auf gezielte Toiletten-Werbung in Szenelokalen an Standorten wir Hamburg, Berlin und München. Weitere Städte sollen sehr bald folgen.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.