Zehn Fragen an Matthias Riedl von Kazzong

Können Sie sich eine Welt ohne Internet vorstellen? Ja. Die Menschheit hat es auch mehrere tausend Jahre ohne ausgehalten. Für mich persönlich wäre es aber schon ein herber Verlust. Wann waren Sie zum […]

Können Sie sich eine Welt ohne Internet vorstellen?
Ja. Die Menschheit hat es auch mehrere tausend Jahre ohne ausgehalten. Für mich persönlich wäre es aber schon ein herber Verlust.

Wann waren Sie zum ersten Mal im Internet?
1995 mit einem 1,2k Modem und einem 386 PC. Da hieß das noch BTX.

Auf welche Website können Sie nicht verzichten?
Spiegel.de, bild.de, xplosive-rocks.de.

Worauf können Sie im Internet verzichten?
Blinkende Banner und sich selbst öffnende Pop-Ups.

Was war bisher Ihr größter Erfolg?
Persönlich sprechen und laufen lernen. Beruflich alles was ich schaffen kann. Bis dato die von Martin Simma und mir gegründete Firma all4move.

Was Ihr größter Flop?
Profimusiker zu werden hat leider nicht geklappt. Dem trauere ich schon noch etwas nach. Dafür darf ich jetzt vielen anderen Musikern mit Kazzong bei ihrem Traum helfen.

Worüber können Sie lachen?
Über mich und Karl Dall.

Was bringt Sie zum Weinen?
Zwiebeln. Aber nur wenn sie mit einem stumpfen Messer geschnitten werden. Habe ich bei einem Kochkurs gelernt und stimmt wirklich. Daneben eher persönliche Dinge und darüber sprechen Männer nicht.

Mit wem würden Sie gerne mal tauschen?
Papst wäre ich schon mal gern für einen Tag. Steve Jobs hätte aberl auch seinen Reiz aber.

Was sollte unbedingt mal jemand erfinden?
Einen im Alltag funktionierenden Supraleiter. Damit wären alle Energieprobleme der Welt auf einen Schlag gelöst.

Zur Person
Matthias Riedl gründete 1999 im Alter von 18 Jahren seine erste Internetfirma. Es folgte der Wechsel in die Musikindustrie, wo er bis 2003 bei Jupiter Records als Produkt Manager arbeitete. Danach war Riedl Projektleiter für das Portal go4music, bei dem Film- und Werbeproduzenten Musiktitel für ihre Werbespots lizenzieren können. 2005 gründete er zusammen mit Martin Simma die Firma all4move. Zwei Jahre später hoben die beiden Kazzong (www.kazzong.com) aus der Taufe.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Felix

    Ich hab’ meine erste “Internetfirma” schon mit 15 vor dem zerplatzen der ersten Blase verkauft ;)

    Warum gehen eigentlich alle neuen “Web 2.0″ Websites als Beta an den start?



  2. Michael

    Um quasi live zu testen, ob das System steht und eine “Ausrede” für Bugs zu haben. Man testet das System also unter Realbedingungen, macht aber durch das “beta” darauf aufmerksam, dass noch Fehler und/oder Veränderungen erfolgen können.
    Habe kürzlich aber irgendwo was von einer Alpha- oder auch einer Gamma-Version gesehen. Da frage ich mich dann, ob jemand schlichtweg das griechische Alphabet nicht richtig verstanden hat.



  3. Dino

    Auf welche Website können Sie nicht verzichten?
    Spiegel.de, bild.de, xplosive-rocks.de.

    Aha, Bild… aber auf Google verzichten können. Na dann gut Nacht.

    @Michael: Wieso nicht verstanden? Alpha und Gamma Versionen sind doch nichts neues.



  4. Michael

    Dino, kannst Du sie mir erläutern? Alpha-Version einer Web-Anwendung bedeutet für mich eigentlich, dass sie noch nicht live ist. Was versteht man tatsächlich darunter?
    Was ist diesbezüglich dann Gamma? Die fertige, bugfreie Version? (ernst gemeinte Fragen).



  5. Tim

    @Michael

    Als Alpha-Version bezeichnet man eine Version, von der der Entwickler weiß, daß sie nicht vollständig und noch stark fehlerbehaftet ist

    Eine Beta-Version ist eine Version (sollte eine Version sein), die (fast) vollständig ist, in der der Entwickler (fast) alle Fehler behoben hat, die er finden konnte und das Potential anderer User nutzen will, um weitere Fehler zu finden und das Verhalten der Software zu testen.

    Alle anderen Versionen sind eher Fun-Versionen.

    Mit einer Gamma-Version will man z.B. sagen, daß man weiter ist als eine Beta-Version, aber auch noch nicht final etc.



  6. Michael

    Aha, dann verstehe ich 2 Dinge nicht:

    1. wie kann/warum sollte eine Alpha-Version der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden?
    2. wieso muss zwischen Beta und Gamma erneut unterschieden werden? Gibt es dann auch noch eine Delta und eine Epsilon-Version?

    Fazit: alles was live ist, sollte IMHO Beta oder “nichts” sein – alles andere ist typisches Web2.0-Getue.

    Grüße und danke fürs Erläutern @Tim!



  7. Tim

    @Michael
    1. Eine Alpha-Version sollte eben nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das ist eher eine “Schaut her, wir sind da” Masche. Ob man sich damit einen Gefallen tut… Ich glaube nicht.
    2. Ja, es ist “Getue”



  8. Felix

    Ach. Jetzt mal ehrlich, “Beta” soll doch nur andeuten: “Schau her, ich bin Web 2.0″. Das Web 2.0 der schwammigste Begriff aller Zeiten ist, ist aber wieder ein anderes Thema.

  9. Ich finde das Launchen eine “Alpha” nicht in jedem Fall unsinnig. Wir haben unser neues Startup:

    http://www.pagekick.com

    beispielsweise auch als Alpha an den Start gebracht. Wir wissen, daß wir dem “Endkunden” (=Besucher) im Moment noch nicht allzuviel bieten können. Dafür brauchen wir viele Einträge von Webseitennbetreibern. Die bekommen wir aber nicht, wenn wir nicht online sind. Also das typische Henne-Ei-Problem.

    Also haben wir eine Software online gestellt, die sich auf die absolute Grundfunktionalität beschränkt und versuchen unseren Vertrauensbonus in der Szene zu nutzen, um die Webmaster zu überzeugen.

    Klappt bisher ganz gut ;-)

    Es gibt noch eine Menge Beispiele mehr, wo ein Alpha-Launch eine große Vorlaufzeig verkürzen kann.

    Viele Grüße vom Wannsee,

    Sebastian



  10. Michael

    - Werbepause – ;)

    Wieso stellt Ihr dann nicht eine (zu 90%) fertige Beta-Version live, sobald diese soweit ist, und sammelt dann Beiträge?



  11. Felix

    Ich habe vor einiger Zeit auch mal von ein paar Web 2.0-Juengern gelesen “Beta” soll ausdruecken, dass eine Website niemals komplett ist, weil sie sich durch den user generated content immer veraendert wird.

    Aber das ist imho totaler bull****. Weil dann ja heute fast alle Seiten im Inet “Web 2.0″ waeren. Zum Beispiel tagesschau.de, heute.de (die haben Foren) oder focus.de (dort kann man Comments verfassen).

    In der realen Welt von Software Produkten haben Beta Versionen nichts bei der Kundschaft zu suchen. Deswegen gibt es ja auch die sog. Beta-Tester.

    Also wenn ihr eure Seite “Alpha” nennt, heisst das fuer mich die ist noch verdammt buggy.

    Alpha, Beta, Gramma, Epsilon > Marketing-Blub-Bla

  12. @michael

    Weil wir dann eine enorme Vorlaufzeit haben, bis das Ding rockt. So können wir parallel zur Produktentwicklung die Einträge sammeln und das Portal in der Webmasterszene bekannt machen.

    Was nutzt eine fast fertige Beta ohne Inhalt? Den Fehler haben doch schon genug Web 2.0 Buden gemacht. Schau Dich um! Die sind heute noch leer ;-)

    Viele Grüße vom Wannsee,

    Sebastian

  13. Ich finde im Übrigen die Zusammenfassung bei Wikipedia ganz treffend:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungsstadium_(Software)

    … ich komme aus dem Bereich der Softwareentwicklung und da sind Alpha-Versionen ja verbreitet.

    Ich denke, sie haben auch im Web ihre Berechtigung. Wir versuchen immer, Portale so schnelle wie irgend möglich online zu bringen. Das hat sicher bisher nicht als Fehler erwiesen.

    Viele Grüße vom Wannsee,

    Sebastian

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