onruhr verabschiedet sich

Das Online-PDF-Zeitungsprojekt “onruhr” von Ex-“WAZ”-Chefredakteur Uwe Knüpfer erscheint ab sofort nicht mehr. “Wir geben nicht auf. Wir frieren \’onruhr\’ ein – und sind zuversichtlich, dass es heißen wird: \’onruhr\’ kommt wieder”, steht in […]

Das Online-PDF-Zeitungsprojekt “onruhr” von Ex-“WAZ”-Chefredakteur Uwe Knüpfer erscheint ab sofort nicht mehr. “Wir geben nicht auf. Wir frieren \’onruhr\’ ein – und sind zuversichtlich, dass es heißen wird: \’onruhr\’ kommt wieder”, steht in einem Infobrief an die Leser. In der vorerst letzten Ausgabe nimmt Knüpfer ebenfalls Stellung zum Ende von “onruhr”: “Wir stecken zurück – um wiederzukommen. In den nächsten Wochen werden wir \’onruhr\’ auf andere Beine stellen. \’onruhr\’ wird gebraucht, deshalb sagen wir: Auf Wiedersehen!”.

Das Comeback ist laut “Wirtschaftsmagazin Ruhr” für Herbst geplant. An dem heftig kritisierten Konzept einer PDF-Zeitung will Knüpfer demnach aber fest halten. Entgegen aller Online-Gewohnheiten servierten die Essener “onruhr” jeden Tag als webbasierte PDF-Zeitung. Mit diesem sonderbaren Konzept wollte Knüpfer Onliner ansprechen, die mit der Vielfalt an Webangeboten überfordert sind und sich nach selektiver Berichterstattung sehnen. An den Start ging die Ruhrpott-Zeitung offiziell am 17. November des vergangenen Jahres. Bereits im März stoppte Knüpfer den Ausbau von “onruhr” und kürzte unter anderem den Umfang. Im Hintergrund suchte er gleichzeitig nach Investoren – bisher erfolglos. Schade, denn das Ruhrgebiet könnte durchaus eine zweite Stimme abseits der “WAZ” vertragen.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. PDF als Grundlage wird ihn leider nicht weiterbringen. Schade um dieses Projekt, jedoch eine Chance für WestEins… falls dieses Projekt den “GoLive” noch erlebt…

  2. Warum Knüpfer so krampfhaft das PDF-Modell verteidigt, kann ich auch nicht verstehen. Hatte schon zum Start mit ihm heftig darüber diskutiert. Vor allem dieses webbasierte Modell nervt mich als Nutzer nur.

  3. Als PDF wird das immer ein Totgeburt bleiben. Zumindest wenn man es nicht INTENSIVST mit interaktiven Elementen verknüpft. Man kann auch beim PDF jeden Artikel mit einem Forum verknüpfen, mit einer Mail-Funktion, etc.
    Aber wer nur PDF macht und wer die Artikel nicht offen ins Netz stellt, wird verlieren. Denn diese “interaktiven PIs” kosten so gut wie nichts.

    Unabhängig davon ist das ne olle Wirtschaftlichkeitsrechnung: Wie viel Geld spart man durch den Verzicht auf’s Papier im Vergleich zur WAZ/NRZ? Ich befürchte nicht soviel, um die kleinere Leserschaft und die damit niedrigeren Anzeigenerlöse auszugleichen. Lokale Berichterstattung kostet viel Geld und daher sind lokale Monopole so unglaublich schwer zu knacken (selbst wenn man das Distributionsmonopol der Tageszeitungen über die Onlineverbreitung umgeht).

    IMHO hat das ganze nur eine Chance, wenn man die Rheinische Post oder einen anderen von Anfang an mit ins Boot holt. Oder man motzt das ganze so Web2.0-mäßig auf, dass einem die Investoren die Bude einrennen (ride the hype).

    Bye egghat.

  4. Lokalberichterstattung ist sicherlich sehr teuer. Man muss aber nicht gleich überall vor Ort sein. Ziel sollte es deswegen sein, sich zunächst mit regionaler Berichterstattung einen Namen zu machen. Dieses Feld liegt im Ruhrpott ziemlich brach.

  5. Pingback: WAZ startet DerWesten :: deutsche-startups.de

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