“Egal was passiert, im Mai sind wir da” – Uwe Frers von Tripsbytips im Interview

Uwe Frers, Gründer und Geschäftsführer von “Tripsbytips“, über Optimisten und Realisten, Erlösströme sowie Aufwandsentschädigungen. Was verbirgt sich hinter “Tripsbytips”? Tripsbytips ist die Community für den ehrlichen Erfahrungsaustausch zwischen Reisebegeisterten. Von Mitgliedern veröffentlichte Reisetipps, […]
“Egal was passiert, im Mai sind wir da” – Uwe Frers von Tripsbytips im Interview

Uwe Frers, Gründer und Geschäftsführer von “Tripsbytips“, über Optimisten und Realisten, Erlösströme sowie Aufwandsentschädigungen.

Was verbirgt sich hinter “Tripsbytips”?
Tripsbytips ist die Community für den ehrlichen Erfahrungsaustausch zwischen Reisebegeisterten. Von Mitgliedern veröffentlichte Reisetipps, Hotelbewertungen, Restaurantkritiken, Reisetagebücher und Reisebilder schaffen Transparenz und bieten Inspiration für andere Reisende. Zusätzlich verknüpft Tripsbytips durch intelligente Matchingmethoden Reisende mit ähnlichen Interessen. Wir übersetzen das Amazon-Prinzip \’Wer A gekauft hat, hat auch B gekauft\’ in die Reisewelt.

Wann geht\’s los?
Wir arbeiten mit Hochdruck an der Kernversion, die zwar noch nicht alle Möglichkeiten enthalten wird, aber zumindest wesentliche Inhalte und Prozesse abbildet. Im Mai wird es soweit sein. Optimisten nennen den 11., Realisten den 18., andere Stimmen mit Datum 25. Mai werden nicht gehört. Egal was passiert, im Mai sind wir da.

Wann entstand die Idee zu “Tripsbytips”?
Die Idee ist im Frühjahr 2006 entstanden, im Juni wurde die Gesellschaft gegründet, seit September 2006 arbeitet das Team an der Umsetzung. Bis zum Launch der Kernversion sind dann neun Monate vergangen – so wie sich das für ein ordentliches Baby eben gehört.

Wie soll sich “Tripsbytips” finanzieren?
Tripsbytips setzt in der ersten Phase auf drei Erlösströme: E-Commerce, CpC-Modelle sowie klassische Onlinewerbung. Im Bereich E-Commerce bieten wir über Schnittstellen zu Hotelbuchungsplattformen circa 90.000 Hotels zur Buchung an, Flug- und Mietwagenmodule werden im nächsten Schritt integriert. Die CpC-Erlöse erschließen wir uns über GoogleAdSense. Klassische Onlinewerbung integrieren wir, sobald die Plattform eine ausreichend große Reichweite aufgebaut hat. Wir werden in der zweiten Phase aber auch nichtwerbegetriebene Erlösströme erschließen, wie beispielsweise die B2B-Lizenzierung der Inhalte.

Ein Problem bei User generated Content ist die Startphase. Anfangs sind schließlich kaum Nutzer da. Wie lösen Sie dieses Manko?
Eine Community lebt vom Nehmen und Geben. In unserem Fall von spannenden Tipps, die man lesen kann sowie von der Möglichkeit, seine eigenen Erfahrungen in Form von Beiträgen anderen Reisebegeisterten zugänglich zu machen. Die Erfahrung zeigt, dass die Relation zwischen Lesern und Schreibern circa 100 zu 1 ist. Insofern ist die Verfügbarkeit von passenden Inhalten einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für den schnellen Aufbau unserer Community. Um möglichst schnell eine große Zahl von guten Reisetipps an Bord zu bekommen, haben wir uns deswegen dazu entschlossen, in der Prelaunchphase Autoren von Reisetipps mit einer Aufwandsentschädigung zu vergüten.

Ist das nicht ein Widerspruch zum Communitygedanken?
Die Logik dabei ist einfach: Später werden unsere User von bestehenden Beiträgen und dem Profilmatching anderer User profitieren, wir bieten also Mehrwert für die Nutzer. Dieser Mehrwert wäre ohne Inhalte zum Start noch nicht gegeben. Wir haben deswegen sehr intensiv nach privaten Reiseexperten recherchiert und gehen nun mit circa 10.000 Beiträgen und knapp 5.000 Reisebildern ins Rennen.

Woher stammt das Geld für den Aufbau von “Tripsbytips” ?
Mein Mitgründer Boris Wertz und ich finanzieren die erste Phase von Tripsbytips ausschließlich durch privates Kapital. Am Anfang wurden also kein Venture Capital an Bord genommen. Dies war eine sehr bewusste Entscheidung. Unser Eigenkapital reicht aus, um die Umsetzbarkeit der Idee ohne fremde Hilfe zu demonstrieren. Wir sehen darin mehrere Vorteile. Erstens können wir uns in der frühen Phase voll auf das Produkt konzentrieren. Zweitens zeigen wir, dass wir mit begrenzten finanziellen Ressourcen effizient umgehen können. Drittens haben wir für spätere Detaildiskussionen mit VCs eine ordentliche Basis, nämlich das Produkt. Viertens zeigen wir durch die Einbringung unseres privaten Kapitals glaubhaft unser Commitment.

Zur Person
berichtet Frers über den Stand der Dinge bei seinem neusten Baby.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.