Lawrence Leuschner im Interview “Chance, eine europäische Marke aufzubauen”

"Wir wollen 2016 mit unserer Mission, eine Alternative zur Wegwerfgesellschaft zu bieten, noch mehr Leute erreichen und reBuy langfristig auf dem europäischen Markt positionieren", sagt Lawrence Leuschner, Mitgründer von reBuy, einem Re-Commercedienst aus Berlin.
“Chance, eine europäische Marke aufzubauen”

Das Berliner Start-up reBuy.de, eine Ankaufplattform für Gebrauchtwaren aller Art, expandiert erstmals ins nicht-deutschsprachige Ausland. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Mitgründer Lawrence Leuschner über Gebrauchtwaren, strategische Wachstumsfelder und die Wegwerfgesellschaft.

Nach rund sieben Jahren im Markt geht reBuy nun in Frankreich an den Start. Warum setzen Sie gerade jetzt auf Expansion ins nicht-deutschsprachige Ausland?
Wir sind planmäßig sehr schnell in den vergangenen Jahren gewachsen und sind bei gebrauchter Elektronik bereits europäischer Marktführer. Dass unser Shop in Deutschland und Österreich so gut angenommen wird, beweist, dass wir mit unserem Angebot eine bestehende Nachfrage auf dem Markt abdecken. Nun sehen wir die Chance, eine europäische Marke aufzubauen und setzen den Startschuss dafür in Frankreich.

Warum geht Sie in Frankreich an den Start – was spricht für unser Nachbarland?
Frankreich ist neben Deutschland und UK der mit Abstand größte Markt in Europa. Darüber hinaus profitieren wir in Frankreich von vergleichsweise günstigen Ankaufskonditionen und einer grundsätzlich hohen Affinität zum Handel mit Gebrauchtwaren. Es gibt bereits kleinere lokale Player, die sich auf einzelne Produktkategorien konzentrieren, jedoch bisher noch keinen Anbieter, der ein breites Produktportfolio bietet – diese Rolle möchten wir mittelfristig einnehmen.

In Frankreich setzen Sie auf den Ankauf von Smartphones und Tablets. Wo sind die Medienankäufe, mit denen Sie in Deutschland groß geworden sind?
Neben unserem Kerngeschäft in Deutschland erschließen wir strategische Wachstumsfelder in Europa: In Frankreich sind vor allem mobile Elektronikartikel sehr beliebt und wir orientieren uns natürlich in erster Linie am Kunden. Allerdings sind diese beiden Kategorien auch nur der Start. Wir werden relativ bald neue Kategorien auch in Frankreich dazuschalten.

Sie steuern rebuy.fr komplett aus Berlin heraus. Warum dieser zentralistische Ansatz?
Ein großer Fortschritt unserer Zeit ist, dass man nicht immer räumlich vor Ort sein muss, um einen nahen und bindenden Kontakt zum Kunden aufzubauen. Wir sind mit reBuy in Deutschland fest verankert – hier sind wir ein starkes und motiviertes Team mit einem unglaublichen Knowhow und das, sowohl in unserem Headoffice, als auch in unserem professionellen und umfangreichen Logistik- und Refurbishment-Center. Zudem planen wir relativ bald weitere Länder in Angriff zu nehmen. Und da hilft es natürlich enorm, wenn die verschiedenen Länderteams in einem Gebäude sitzen und sich zu ihren Erfahrungen austauschen können.

Welche anderen Länder haben Sie langfristig im Visier?
Wir sind aktuell in der Planung für weitere Expansionen, möchten aber noch nicht zu viel verraten.

Wo steht reBuy in einem Jahr?
Wir wollen 2016 mit unserer Mission, eine Alternative zur Wegwerfgesellschaft zu bieten, noch mehr Leute erreichen und reBuy langfristig auf dem europäischen Markt positionieren. Im letzten Jahr ist unser Produktportfolio um einige Kategorien gewachsen. Außerdem konnten wir besonders erfolgreich im Elektronikbereich mit 35 % an Umsatz zulegen. Das zeigt, dass gebrauchte Produkte eine wirkliche Alternative zu Neuware bilden – daran wollen wir weiter anknüpfen. Das verstaubte Klischee von Gebrauchtware ist längst Vergangenheit, dafür sorgen unsere Produkt-Experten. 2016 planen wir ein noch größeres Wachstum und weiterhin den Trend zum Gebrauchten in der Gesellschaft zu verankern.

Passend zum Thema: “‘Oliver Samwer hat mir viel beigebracht’ – Lawrence Leuschner von reBuy.de im Portrait

Hausbesuch bei reBuy.de

Anfang 2009 schaute deutsche-startups.de zum ersten Hausbesuch bei reBuy.de, damals noch trade-a-game, vorbei. Einige Eindrücke dieser längst vergangenen Zeit gibt es in unserer kleinen, aber feinen Fotogalerie.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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