SlidePresenter schärft seine Position als Online-Präsentations-Plattform

Wie vermittelt man Menschen den Eindruck, sie seien bei einem Vortrag oder einer Schulung dabei gewesen, obwohl sie gerade im Büro oder auf der Couch zuhause sitzen? Was Live-Webinare in Realzeit darstellen, will […]
SlidePresenter schärft seine Position als Online-Präsentations-Plattform

Wie vermittelt man Menschen den Eindruck, sie seien bei einem Vortrag oder einer Schulung dabei gewesen, obwohl sie gerade im Büro oder auf der Couch zuhause sitzen? Was Live-Webinare in Realzeit darstellen, will SlidePresenter (www.slidepresenter.com) abseits von Veranstaltungen “offline” jederzeit verfügbar machen. Dazu laden Kunden ein Video und die entsprechenden Folien hoch und synchronisieren beide in einer webbasierten Software. Alternativ bietet SlidePresenter die Übernahme der gesamten Produktion an und bringt als Clou gleich einen Vertriebskanal für Präsentationen mit. Anfang November 2012 spendierte SlidePresenter seiner Website eine Frischzellenkur.

deutsche-startups.de berichtete bereits im Mai 2012 über SlidePresenter. Zur Erinnerung: Die Plattform bietet einen B2B-Cloud-Service, mit dem Videos von Vorträgen oder Seminaren synchron mit entsprechenden Präsentationsfolien zusammengeführt werden. Das Ergebnis ist ein sogenannter “Split-View”, bei dem beide Präsentationselemente nebeneinander Platz finden. Wer seine Präsentationen verkaufen möchte, kann dies in eigenen Kanälen (“Marktplätzen”) realisieren – SlidePresenter offeriert also auch gleich einen entsprechenden Marketingkanal.

Die Macher waren mit der verwirrenden ersten Version des Dienstes nicht zufrieden

Bei der ersten Inkarnation ihrer Website fand das Team um Gründer und CEO Sebastian Walker selbst noch Verbesserungpotenzial. Er erzählt: “Mit dem Vorhaben, unsere etwas altbackene und vielleicht sogar verwirrende Website rundum zu erneuern, entstand ein Mammut-Projekt, welches unsere Positionierung, unsere Go-to-Market-Strategie, letztendlich unsere gesamte Kommunikation hinterfragte.” Er resümiert: “Mit dem Relaunch der Webseite haben wir es geschafft unsere eigene Position zu schärfen und unsere Kunden aus den verschiedenen Zielgruppen individueller anzusprechen.”

Die Angesprochenen sind Kongressveranstalter, Inhalteanbieter und Unternehmen, die den Dienst für interne Schulungen nutzen möchten. Ziel ist es weiterhin, mit den synchronen Video-Präsentationen möglichst das Gefühl zu vermitteln, man sei als Teilnehmer in einer Präsenzveranstaltung gewesen. SlidePresenter bietet Kunden einen Full-Service in Sachen Produktion, gibt ihnen allerdings eine webbasierte Software zur Hand, mit der sie ihre Online-Präsentationen selbst erstellen können.

Verbesserungen des zweiten Anlaufs

Mit dem angesprochenen Relaunch – fast 3 Jahre nach dem ersten Start – kamen Verbesserungen und Neuerungen ins Spiel: Das Design wurde modernisiert, die Navigation vereinfacht, außerdem gibt es inzwischen einen Wissens- und FAQ-Bereich. Neu hinzugekommen ist weiterhin der sogenannte “Opportunity-Button”, der die Einblendung eines Formulars erlaubt, mit dem Kunden Kontakt zum Ersteller aufnehmen können. Schlussendlich wurden auch die Tarife überarbeitet, es gibt inzwischen ein Einsteigerpaket plus fünf weitere Tarife, die anhand der veröffentlichten Videodauer gestaffelt sind. Alle Tarife können 30 Tage kostenfrei getestet werden.

Ein Kritikpunkt des letztjährigen Artikels war, dass die Online-Präsentation nicht direkt eingebettet werden konnte, inzwischen gibt es einen Flash- und HTML5-Player, der per Markup in andere Websites, Content-Management- und E-Learning-Systeme eingebaut werden kann. Praktische, allerdings auch erwartbare, Funktionen sind einzeln anspringbare Folien, ein Inhaltsverzeichnis inklusive Zeitmarken sowie einfügbare Untertitel und Links. Ganz aktuell erhielt der Player nun eine Funktion, mit der nur Videos abgespielt werden können, um SlidePresenter auch als reine Video-Plattform zu etablieren.

Walker und Julian Vicari gründeten ihre Firma im Juni 2011 in Frankfurt am Main und beschäftigen inzwischen 20 Mitarbeiter. Zu Beginn wurde SlidePresenter eigenfinanziert, seitdem unterstützen ein Kreis privater Investoren und Business Angels die Unternehmung. Das Geschäftsmodell fußt auf drei Säulen: den kostenpflichtigen Tarifen, einer Umsatzbeteiligung von 30 % auf verkaufte Online-Präsentationen und Angebote zur Full-Service-Umsetzung.

Direkte Mitbewerber, die denselben Funktionsumfang wie SlidePresenter offerieren, gibt es in Deutschland noch nicht. Walker nennt selbst Lecturio (www.lecturio.de) und sonicfoundry (www.sonicfoundry.com/mediasite), die beide die Vermarktung von Inhalten anbieten, aber keine webbasierte Software zur Erstellung von Präsentationen durch Kunden. Im weiteren Sinne konkurriert SlidePresenter auch mit Hosting-Plattformen wie SlideShare (www.slideshare.net), wobei SlideShare in seiner Pro-Version zumindest das Sammeln von Business-Leads erlaubt.

Management-Prozesse sowie Kontaktpersonen bei Firmen sind wichtig

Walker hat noch einige Tipps für andere Start-ups parat und benennt eigene Erkennisse aus der Gründungszeit: “Wir haben gelernt, dass es selbst in der Gründungsphase wichtig ist, wirksame Management-Prozesse zu etablieren. Selbst in kleinen Strukturen, bei unklaren Rahmenparametern, lohnt es sich zum Beispiel Management-by-Objectives einzuführen, um eine bessere Motivation und zielgerichtetes Arbeiten zu ermöglichen.”

“Es war im ersten Jahr der Gründung eine Herausforderung, die richtigen Kontaktpersonen bei Zielkunden zu lokalisieren und zu erreichen, doch sobaldwir einen Fuß in der Tür hatten, ließen sich die Verantwortlichen schnell von unserer Lösung überzeugen und so konnten wir doch recht zügig B2B-Referenzen aufbauen.”

Artikel zum Thema
* SlidePresenter: Powerpoint meets Präsentations-Video

Thorsten Panknin

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.

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