
Homepage-Baukasten.de aus Nürnberg (www.homepage-baukasten.de) bietet seinen Nutzern die Möglichkeit eigene Websites zu erstellen, ohne selbst dafür programmieren zu müssen. Der Dienst wendet sich hauptsächlich an Hobbyisten, scheint aber bei Kleinbetrieben und Vereinen gleichermaßen beliebt zu sein. Seit 2007 am Markt, hat sich das Unternehmen mit seinem Projekt als Hidden Champion erwiesen, über den – im Gegensatz zu Konkurrent Jimdo (www.jimdo.com) – nicht so häufig berichtet wird. Inzwischen beläuft sich die Anzahl der Nutzer weltweit auf 11 Millionen, es gibt bereits regionale Varianten in Spanisch, Italienisch, Polnisch oder auch Türkisch.
Unter dem Motto “Dein Platz für Kreativität“ bietet der schon länger bestehende Dienst Homepage-Baukasten.de der webme GmbH die einfache und schnelle Erstellung einer eigenen Website an. Dazu sind keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich, die Nutzer wählen aus 25 bestehenden Designvorlagen und diversen, kostenlosen Extramodulen wie Kontaktformular, Bildergalerie, Newsbereich oder einem Gästebuch aus. Es stehen, je nach Tarif, bis zu 2 GB an Speicherplatz für Bilder- und bis zu 1 GB für Dateiuploads zur Verfügung – die Anzahl der Seiten ist unbegrenzt.
Die Gestaltung der Weboberfläche ist einfach gehalten und bietet bei der Bearbeitung der eigenen Website einen guten Überblick. Die zur Verfügung stehenden Designvorlagen decken eine gewisse Bandbreite an Themen ab, zum Beispiel Gamer, Tierliebhaber oder auch verschiedene Farbvarianten. Für Nutzer, die das Layout ihrer Homepage selbst bestimmen möchten, gibt es eine Grundvorlage, die per CSS-Formatierung angepasst werden kann.
Firmengeschichte und Finanzen
Benjamin Lochmann programmierte vor Jahren einen kleinen Webseiten-Baukasten, dessen Popularität in der Folge wuchs. Im September 2007 gründete er dann gemeinsam mit Andreas Wohlmuth die webme GmbH. Nach einer Pause ist Lochmann seit Juli 2012 wieder als Geschäftsführer der Firma tätig. Zu Beginn war die Unternehmung eigenfinanziert, im Jahr 2010 investierte der Risikokapitalgeber Wellington in die Firma (wir berichteten), seit einigen Monaten schreibt der Dienst schwarze Zahlen und trägt sich somit selbst.
Das Freemium-Modell des Dienstes baut zur Finanzierung auf Premium-Nutzer, die für Werbefreiheit und die Nutzung einer eigenen Domain zwischen knapp 3 und 5 Euro pro Monat zahlen. Die Verträge laufen jährlich und werden im Voraus bezahlt. Für die kostenlose Nutzung müssen Nutzer und ihre Seitenbesucher Eigenwerbung von Homepage-Baukasten.de und Fremdwerbung in Kauf nehmen.

Herausforderungen in den vergangenen Jahren
Im Verlauf der vergangenen fünf Jahre gab es zwei herausfordernde Bereiche: Die Macher unterschätzten zunächst das Ausmaß der benötigten Hardware und Infrastruktur und mussten dort nachbessern. Außerdem wurden einige Aufgaben, wie der Kundensupport, nach Außen vergeben, so dass teilweise das direkte Feedback der Nutzer nicht ankam – Lochmann resümiert, dass es “schon ein großer Unterschied ist, ob man die Aufgaben in-house erledigt und direkt am Puls des Geschehens ist oder sie extern vergibt. Inzwischen wird soviel wie möglich von eigenen Mitarbeitern erledigt.“
Im Bereich der Website-Baukästen gibt es einige Player, zum Beispiel Jimdo, aber auch Google Sites (www.google.com/sites/) oder die 1und1Do-It-Yourself-Homepage (www.1und1.de), wobei sich die Konkurrenten auch um den Businessbereich kümmern. Lochmann sieht die Herausstellungsmerkmale seines Dienstes wie folgt: “Einer unserer USPs sind unsere Kurzdomains de.tl, es.tl, fr.gd, it.gg, tr.gg etc. Viele Nutzer möchten keinen Brand in Ihrem Domainnamen haben und bevorzugen eine Domain wie name.de.tl. Ein weiterer USP sind die vielen Module, bei uns “Extras” genannt, die wir unseren Nutzern kostenlos anbieten. Auch der ungewöhnlich große Speicherplatz für Bilder in Höhe von 1 GB wird von unseren Benutzern sehr geschätzt.”
Ausblick in die Zukunft
Das Team hat sich für die Zukunft noch einiges vorgenommen: So soll der kostenlose Modul-Bereich weiter ausgebaut, auf mobile Endgeräte reagiert und die Verknüpfungen mit sozialen Netzwerken wie Facebook realisiert werden. Update: die Implementierung eines Facebook-Like-Buttons wurde vor kurzem abgeschlossen. Weiterhin streben die Macher die Ausweitung der Internationalisierung in Richtung Osteuropa, Asien sowie weitere Schwellenländer an. Lochmann erwähnt zur Internationalisierung: “Der große Funktionsumfang bei der kostenlosen Version des Baukastens macht uns auch in den aufstrebenden Schwellenländern stark, wo die Kaufbereitschaft noch nicht so groß ist.”
Homepage-Baukasten.de bietet Nutzern ohne weitergehende Kenntnisse einen einfachen und schnellen Weg, eigene Websites ohne viel administrativen Aufwand ins Netz zu bringen. Die gebotenen Vorlagen sind im Vergleich zu anderen Anbietern vielleicht etwas weniger anspruchsvoll, scheinen den Nerv der Kundschaft allerdings zu treffen, wie die Nutzerzahl andeutet.
Artikel zum Thema
* “webme.com? Noch nie gehört!”


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Kommentare
Gratulation an das Team. Solche Geschichten brauchen wir mehr, wo jemand eine Idee hat, die umsetzt, vielleicht einen Investor an Bord holt – und hinterher profitabel ist!
Comment by Rosenhuber 28. Januar 2013 @ 08:49Super gemacht, Jungs, weiter so!
Profitabel ist das Unternehmen bis zum 31.12.2011 nicht gewesen nach mehr als 4 Jahren:
Comment by Bernd 28. Januar 2013 @ 10:3534 TEUR Verlust
634 TEUR Verlustvortrag
@Bernd 28: Was auch nicht behauptet wurde. Im Artikel steht deutlich: “(…) seit einigen Monaten schreibt der Dienst schwarze Zahlen und trägt sich somit selbst.”
Kommentar von Andreas Frank 28. Januar 2013 @ 11:54Hervorragende Story die zeigt, dass es Deutsche Startups doch ab und zu mal über Ländergrenzen hinaus schaffen, wenn es ein “echtes Produkt” gibt und nicht nur “marketing getriebene” Modelle.
Comment by Thomas 28. Januar 2013 @ 13:49Au Backe, ich frag mich immer wieder wie solche Sachen funktionieren. Das ist unser Fußball CMS das zu 2. entwickelt wurde ja 10 mal besser ;)
Comment by Sascha 28. Januar 2013 @ 16:08http://demo.clubeasy.de/
@Rosenhuber:
Comment by Benjamin Lochmann 28. Januar 2013 @ 17:06Vielen Dank! ;-)
Der Artikel erwähnt 1und1: Sind die nicht praktisch nurnoch Jimdo-Reseller, seit 1, 2 Jahren?
Comment by JMCQ87 28. Januar 2013 @ 19:47Bernd: Wo hast du den die Zahlen her? Wenn die stimmen. Dann ist das bei 11 Millionen Nutzer sehr interessant.
“Das Freemium-Modell des Dienstes baut zur Finanzierung auf Premium-Nutzer, die für Werbefreiheit und die Nutzung einer eigenen Domain zwischen knapp 3 und 5 Euro pro Monat zahlen.”
Scheint wohl irgendwie nicht zu funktionieren. Was nützt es wenn Kostenlos-Nutzer den Webspace vollknallen, aber fast keine oder gar keine Besucher haben, dann kann man nämlich auch nichts mit Werbung verdienen.
“Auch der ungewöhnlich große Speicherplatz für Bilder in Höhe von 1 GB wird von unseren Benutzern sehr geschätzt.”
Wenn Hotlinking möglich ist, dann kann man den Webspace auch gut für seine ebay-Fotos und ähnliches verwenden. Also auch keine Werbung zu sehen.
Comment by Rainer Safferthal 29. Januar 2013 @ 07:08JMCQ87, laut Jimdo (Blogeintrag von 2011) gehen sie und 1&1 seit 2009 wieder getrennte Wege. http://de.jimdo.com/2011/03/09/wir-waren-jung-und-brauchten-das-geld/
Comment by Thorsten Panknin 29. Januar 2013 @ 09:17@Rainer Safferthal:
Comment by Benjamin Lochmann 29. Januar 2013 @ 10:04Mit Benutzerseiten, die keine Besucher haben, verdienen wir in der Tat natürlich kein Geld, wenn diese kein Premium-Paket buchen.
Allerdings verbrauchen diese Nutzer in aller Regel auch (fast) nur vergleichsweise günstigen Speicherplatz und kaum Rechenzeit, da man diese Files archivieren kann (die Files müssen ja nicht schnell aufgerufen werden können).
Von Hotlinking haben wir natürlich wenig, allerdings hält sich das bei uns in Grenzen.
In aller Regel sind Nutzer, die bei uns viel Speicher brauchen, auch Nutzer, dessen Benutzerwebseite häufig aufgerufen wird. Diese Nutzer bringen dementsprechend mehr Werbeeinnahmen und buchen mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Premium-Paket.
Außnahmen gibt es aber natürlich immer, ist eben eine Mischkalkulation ;-)