“60 % unserer Kunden bestellen immer wieder” – Tobias Heitmann von Wunschfutter

Ende des vergangenen Jahres schoben Sonja Groneweg, Tobias Heitmann und Kai Oestreicher in Dortmund Wunschfutter (www.wunschfutter.de), einen Online-Shops bei dem Nutzer Hundefutter individuell zusammenstellen können, auf die Startbahn. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht […]

Ende des vergangenen Jahres schoben Sonja Groneweg, Tobias Heitmann und Kai Oestreicher in Dortmund Wunschfutter (www.wunschfutter.de), einen Online-Shops bei dem Nutzer Hundefutter individuell zusammenstellen können, auf die Startbahn. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Mitgründer Heitmann über gesunde Hundenahrung, Retourenquoten und einen gewissen Top-Fußball-Verein.

Wunschfutter ist seit rund einem Jahr am Markt: Geht ihr Konzept bisher auf?
Ja, eindeutig. Wir selbst sind sehr zufrieden und wachsen jeden Monat um eine zweistellige Prozentzahl an ebenfalls zufriedenen Kunden. Dabei sehen wir, dass wir mit Wunschfutter auf das richtige Konzept gesetzt haben: Gesunde Hunde-Nahrung, ohne unnötige Zusatzstoffe wie Mais und Getreide – und das Ganze individuell auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt.

Kanada ist ein gutes Stichwort: Zum Start haben Sie gegen eine Art Franchise-Gebühr die Struktur des kanadischen Unternehmens RedMoon übernommen. Wie muss man sich das vorstellen?
Mit Redmoon haben wir einen Kooperationspartner, der das Konzept sehr erfolgreich auf dem nord- und mittelamerikanischen Markt umsetzt und uns stets mit seiner langjährigen Erfahrung zur Seite steht.

Ist Redmoon an Wunschfutter beteiligt oder wie sieht die Kooperation genau aus?
Nein, Redmoon ist nicht an Wunschfutter beteiligt. Es handelt sich dabei um eine strategische Kooperation, bei dem uns das Unternehmen mit seinem Know-how unterstützt.

Wie viel Geld investieren die Nutzer bei Wunschfutter durchschnittlich in Hundefutter?
Der durchschnittliche Warenkorb liegt bei etwas mehr als 60 Euro. Wir stellen außerdem fest, dass sich der Durchschnittsbon bei wiederholten Bestellungen stets erhöht.

Können Sie etwas über ihre Wiederbestellquoten und die Zahl der Retouren verraten?
Mehr als 60 % unserer Kunden bestellen immer wieder. Die Retourenquote liegt bei weniger als einem Prozent.

Darüber würden sich andere E-Commerce-Anbieter tierisch freuen! Aus welchen Gründen schicken Hundebesitzer ihr Wunschfutter wieder zurück?
Alle Gründe kennen wir leider nicht, da Kunden diese optional angeben können. Es gab aber zum Beispiel einen Fall, in dem der Hund plötzlich gestorben war, sodass die Kundin keinen Bedarf mehr hatte.

Was ist die größte Herausforderung beim Thema Mass Customization von Hundefutter?
Die größte Herausforderung liegt darin, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und die besten und hochwertigsten Zutaten für Wunschfutter zu finden. Wir sind dafür quer durch Europa und Kanada gereist, bis wir fündig wurden. Nun bietet Wunschfutter die besten Zutaten für eine gesunde und artgerechte Hundeernährung.

Warum bieten Sie kein Katzenfutter an?
Wir wollten uns zunächst auf ein kleines, aber feines Angebot fokussieren; da wir alle Hunde haben, lag uns dieses Thema persönlich näher. Im nächsten Schritt planen wir, das Sortiment auszubauen. Dazu kann selbstverständlich der Bereich Katzenfutter gehören.

Wen sehen Sie als Ihre größten Konkurrenten?
Ein Konkurrent ist beispielsweise Canimix aus Hamburg. Hier werden händisch verschiedene Funktionskroketten zusammen gemischt. Wir hingegen verfügen bald über eine vollautomatisierte Produktion, was in diesem Bereich weltweit einzigartig und sehr gut skalierbar ist.

Bisher ist Wunschfutter nur in Deutschland aktiv: Planen Sie eine Internationalisierung?
Sicher ist das eine unserer nächsten Schritte für 2013 und 2014. Schon heute haben wir Kunden, die aus dem Ausland bei uns bestellen. Deshalb liegt es nah, die Internationalisierung voranzutreiben.

Wo steht Wunschfutter in einem Jahr?
Immer noch in Dortmund.

Ist Dortmund ein gutes Pflaster für Start-ups?
Absolut – die Stadt hat mehr zu bieten als einen Top-Fußball-Verein! Wir sehen hier keine Nachteile gegenüber ‚klassischen’ Start-up-Standorten wie Berlin oder Hamburg – im Gegenteil.

Zur Person
Tobias Heitmann gründete Wunschfutter gemeinsam mit Sonja Groneweg und Kai Oestreicher. Heitmann ist ansonsten geschäftsführender Gesellschafter der Galerie Zimmermann & Heitmann. Vor dem Start von Wunschfutter schlossen die Ruhrgebietler “eine strategische Kooperation” mit RedMoon Custom Petfood, einem Anbieter von individualisierbarem Hundefutter aus Kanada. Die Unternehmen arbeiten beispielsweise bei der Entwicklung von Futterrezepturen zusammen.

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Malte

    Vertippt ihr euch extra im Namen des Konkurrenten??

  2. @Malte: Ist mir auch als erstes aufgefallen. Ein Schelm wer böses denkt… ;)



  3. TheRiddler

    …Mehr als 60 % unserer Kunden bestellen immer wieder…

    oder… fast jeder zweite bestellt nicht nocheinmal bei uns ;)



  4. Ulf

    Gutes Interview und sehr interessant ein paar Zahlen zu hören.

    Leider werden diese sehr häufig als Geschäftsgeheimnisse abgestempelt.

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