
Für manche ist es die schönste Sache der Welt und die Erfüllung eines Lebenstraums: Gründen. Dabei gibt es viel zu berichten und noch mehr zu beachten – egal ob in Bezug auf Gesundheit, Unternehmen oder Privatleben. In unserer Reihe “Gründerleben” stellen wir ab sofort jede Woche ein Thema vor, welches das Alltagsgeschäft von Start-up-Gründern beleuchtet. Heute geht es um die äußerst wichtige Frage: In welche Ernährungs-Fettnäpfchen treten Gründer?
Gründer imponieren mit Leistung und Arbeitsvermögen. Selten aber mit gesunden Essgewohnheiten. Die Ursachen liegen auf der Hand: Stress, lange Arbeitstage, kein geregelter Alltag. Da bleiben gesundes Kochen, regelmäßiges Trinken und die Muße für zeitintensives Essen oft auf der Strecke. Trotzdem: Wer das Thema “gesunde Ernährung” völlig vernachlässigt, wird auf Dauer nicht glücklich – selbst wenn noch so viele Investoren anrufen. Deshalb im Folgenden einige Beobachtungen zum Nahrungsverhalten von Gründern inklusive Tipps, was man an der ein oder anderen Stelle verbessern könnte.
Kein Hunger oder was? Frühstück muss sein!
Überraschend viele Gründer verzichten auf die oft titulierte “wichtigste Mahlzeit des Tages”. Angeblich weil sie morgens noch keinen Hunger verspüren. Dabei ist es eher eine Frage des Zeitpunktes! Um 8.00 Uhr bekommt tatsächlich noch nicht jeder etwas Nahrhaftes herunter, selbst wenn es wünschenswert wäre. Spätestens zwischen 10.00 und 12.00 Uhr meldet sich dann aber doch meist das kleine oder große Hüngerchen. Und wenn es nicht der Magen ist, der brummt, dann doch der Kopf: Schließlich geht es um die Energie für den Tag. Wer konsequent bis mittags nichts isst, verweigert seinem Körper die dringend nötigen Energiestoffe. Deshalb kommt es nicht nur auf das “dass” an sondern auch auf das “was”: Perfekt ist eine Mischung aus den Komponenten Getreide, Obst/Gemüse, Milchprodukt und Getränk. Die einzelnen Bestandteile kann man sich nach eigenem Geschmack wild zusammen stellen, ob als Müsli plus Milchkaffee oder Frischkäsebrötchen plus Saft – Flexibilität pur!
Bis die Zunge am Gaumen klebt – die Trink-Vergesslichkeit
Viele Gründer befinden sich körperlich in einem Zustand akkuter Austrocknung. Bei Stress vergisst man es nun mal schnell, das Trinken. Wer in einem Büro oder einer Bürogemeinschaft mit anderen Gründern arbeitet, sollte das Thema Getränkestation anregen: Ein Getränkelager oder Wasserspender, der sich sichtbar zwischen Arbeitsplatz und Küche befindet. Dahinter steht die einfache psychologische Regel, dass man im Stress nur an die Dinge denkt, die man direkt vor sich sieht. Deshalb am besten eine Flasche oder ein großes Wasserglas mit auf den Schreibtisch stellen (so viel Platz ist dort hoffentlich noch!). Wäre doch schade, wenn die beste Gründeridee inmitten von Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche untergeht. Da neuere Studien davon ausgehen, dass Kaffee gar nicht so schlecht für den Flüssigkeitshaushalt ist wie angenommen, dürfen Gründer ihr schlechtes Gewissen beim Kaffeekonsum verdrängen – zumindest wenn sie nebenbei auch Wasser trinken. Wichtig ist auch die Konstanz der Flüssigkeitszufuhr, denn man kann sich leider kein Wasserpolster antrinken.
Zwischen Hungerstreik und Fressnarkose – das Mittagessen
Gründer essen mittags oft entweder gar nichts oder schieben sich in der Mittagspause “Hauptsache irgendwas” rein. Hier besteht übrigens ein interessanter Zusammenhang zum Frühstück: Wer morgens nichts oder nichts Anständiges frühstückt, hat später Appetit auf möglichst viel Fett und Zucker. Dies wiederum bewirkt, dass bei der Frage des Mittagessens nicht der Kopf entscheidet sondern ein tiefer liegendes Organ, das gefährlich knurrt. Deshalb: Auch wer morgens noch nichts Nennenswertes zu sich nimmt, sollte sich zumindest gegen 11.00 oder 12.00 Uhr mal einen nahrhaften Snack gönnen, um nicht voll in die Mittagsfalle zu tappen. Schließlich können sich die wenigsten Gründer leisten, nach dem Mittagessen fünf Stunden lang in die sogenannte “Fressnarkose” zu fallen! Noch schlimmer ist es allerdings, auch das Mittagessen aus Zeit- und Stressgründen ausfallen zu lassen. Dann doch lieber das Brötchen über der Tastatur als gar nichts.
Invasion der Zwischendurch-Snacks – Stressfuttern
Für viele Gründer ist das Zwischendurch-Knabbern die Alternative zu geregelten Mahlzeiten. Nicht gut! Die gute Nachricht: Immerhin gibt es sie, die gesunden Snacks. Nüsse, Obst oder Trockenfrüchte sind der ideale Lückenfüller. Kalorienarm? Nein, aber immerhin gesund und gut für den Denkapparat. Außerdem pushen sie im Gegensatz zu den eher schokoladigen Alternativen nicht kurzfristig den Zuckerspiegel, der kurz darauf eh wieder abfällt und erneuten Hunger signalisiert. Auch Müsliriegel, Knäckebrot oder Salzbrezeln dürfen in der Schublade liegen. Akkuten Schokoladegelüsten kann man mit kleinen Tricks begegnen: Schokolade mit höherem Kakaoanteil oder Produkte mit Schokoüberzug (z.B. Reiswaffeln, Nüsse). Wenn man als Gründer ein kleines Team um sich hat, ist ein wöchentlich georderter Obstkorb eine sinnvolle Investition um immer etwas Gesundes zum Knabbern da zu haben.
Kochen: Wer hat schon Zeit für so was?
Vielen Gründern erscheint es absurd, bei viel Stress auch noch Zeit in die Zubereitung von etwas Gesundem zu investieren. Dabei wäre es so einfach: Wer am Wochenende kocht sollte bei den Beilagen wie Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Bulgur etwas großzügiger planen – die Reste eignen sich prima, um in den kommenden Tagen mit wenigen Handgriffen in leckere Salate verwandelt zu werden! Auch wer im Büro arbeitet hat so etwas für seine Mittagspause, in der viele aus Mangel an Alternativen zum Dönermann um die Ecke rennen (was wiederum besser ist als so manches Kantinenfutter oder Currywurst + Pommes). Anregungen für die Zubereitung von Beilagen-Resten liefert zum Beispiel chefkoch.de, wenn man “Büro-Food” in das Suchfeld eingibt.
Ein Tipp zum Schluss
Seit einiger Zeit macht der Koch- und Lieferservice KommtEssen (www.kommtessen.de) viele deutsche Familien glücklich. Das Hamburger Start-up liefert Lebensmittelkisten, die gesunde Nahrungsmittel plus dazugehörige Rezepte beinhalten, die man alle in einer halben Stunde zubereiten kann. Das Abo gibt es für drei oder für fünf Tage pro Woche. Mit KommtEssen können kleine Start-ups gesund und zeitsparend miteinander kochen oder sich darin abwechseln – und niemand muss sich um Einkäufe kümmern!
Foto (oben): schoschie / flickr.com
Foto (mitte): Harry Hautumn / pixelio
Foto (unten): wrw / pixelio
Im Fokus: Weitere Artikel rund um das Thema in unserem Special Gründerleben
Zum Thema:
* Familien-Kochservice: Mit KommtEssen herrscht Frieden am Essenstisch

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Kommentare
Wer vernünftig isst kann auch mehr leisten auf dauer und kochen muss nicht aufwendig sein …
Kommentar von Jens 26. Juli 2011 @ 08:59Dann mache ich mal Werbung in eigener Sache: auf http://www.umstellung.info gibt es viele Tipps zur gesunden Ernährung und zahlreiche überwiegend einfache Kochrezepte:
http://www.umstellung.info/ernaehrung/rezepte/
Kommentar von severin 26. Juli 2011 @ 15:49Gemüsekisten etc. und regelmäßiges Kochen sind selbstverständlich ein guter Rat für die Gesundheit.
Ein weiterer Tipp aus der Statistik für die Gesundheit (angesichts des Überhangs männlicher Gründer): eine Ehe. ;)
Nachzulesen z.B. auf Science Daily: http://www.sciencedaily.com/releases/2011/03/110311153541.htm
Kommentar von Tanja Handl 27. Juli 2011 @ 10:58@ Tanja: Stimmt, eine wichtige Ergänzung :-) Besonders gefällt mir dieser Satz: “Marriage may be good for men’s health, but doesn’t really matter for women.” Was läuft da schief?
Kommentar von Yvonne Ortmann 27. Juli 2011 @ 11:21ZUm Artikel: Gründerleben – keine Zeit zum Kochen – die Ernährungsfalle! Da hat mir jemand aus dem Herzen geschrieben. Ich befinde mich mit meiner Kollegin seit drei Jahren im Aufbau unseres Geschäftes. Zum Glück für mich schreiben wir Kochbücher, sodaß ich mir jeden Mittag schnell und einfach etwas kochen kann. Ich finde es absolut unerläßlich um leistungsfähig zu bleiben, mich regelmäßig mit frischen und vollwertigen Nahrungsmittel zu ernähren. Damit man dazu aber nicht stundenlang in der Küche stehen muß haben wir mehrere Kochbücher mit – schnell, einfach, frisch – Konzept entwickelt. Hilfreich für alle hochmotivierten Gründer – damit ihr fit bleibt um den Geschäftserfolg auch zu genießen.
Kommentar von Renate Kerner 30. Juli 2011 @ 09:17Um noch etwas genauer zu werden: auf http://www.kochwerte.de findet man Kochbücher mit besagtem – Schnell,einfach frisch und lecker – Konzept. So kann man die Freude am Kochen wiederentdecken und bleibt entspannt und leistungsfähig.
Kommentar von Renate Kerner 30. Juli 2011 @ 09:22@ Yvonne: Die Frauen scheinen für die Gesundheit des Mannes zurückzustecken. Statistisch ist die Lebenserwartung verheirateter Frauen sogar etwas geringer als jene von Singles. Gründerinnen also lieber solo bleiben! ;)
Kommentar von Tanja Handl 03. August 2011 @ 13:49Eine Ernährung nach Low Carb (viel Eiweiß, wenig Kohlenhydrate und hochwertige Fette) verschafft eine lange Sättigung ohne Heißhunger-Attacken. Die Rezepte sind simpel und schmackhaft.
Kommentar von Low Carb Shop 26. August 2011 @ 14:39Stimmt, Low Carb rockt wirklich. Dazu kann man auch viel im 4-Hour-Body vom Timothy Ferriss lesen. Hab durch Low Carb einiges an Muskelmasse zugelegt…
Kommentar von Stefan Straubinger 26. August 2011 @ 16:13