#Interview

„Wir sind auf einem klaren Wachstumspfad“

"Wir sind profitabel und skalieren gerade sehr stark. Viele Projekte wurden jetzt gerade gestartet und wir sehen unser eigenes Geschäft mit sehr viel Zuversicht", sagt Alexander Pöhler, Gründer von assemblean. Das Unternehmen konnte zuletzt 1,8 Millionen einsammeln.
„Wir sind auf einem klaren Wachstumspfad“
Mittwoch, 14. Januar 2026VonAlexander

assemblean aus Paderborn, 2021 von Xiaojun Yang und Alexander Pöhler gegründet, entwickelt eine „Supply Chain Management Software“. Das Schlagwort dabei lautet: Production-as-a-Service. „Die Software dient zur kollaborativen Produktentwicklung sowie Planung und Organisation der kompletten Supply Chain“, teilt das Team zum Konzept mit.

Der Schweizer Investor b2venture, Archimedes New Ventures aus Bielefeld und Business Angels des Teuto Seed Clubs investierten zuletzt 1,8 Millionen Euro in das junge und profitable Unternehmen. b2venture hält derzeit rund 15 % an assemblean.

Im Interview mit deutsche-startups.de blickt assemblean-Macher Alexander Pöhler einmal ausführlich auf das vergangene Jahr zurück.

2025 ist gerade rum. Was war das Highlight in den vergangenen Monaten bei Euch?
2025 ist rum – und für uns bei assemblean war es ein Jahr voller Meilensteine. Das größte Highlight war sicherlich das Closing unserer Seedrunde, das uns den Rückenwind gegeben hat, die nächsten großen Schritte zu gehen. Direkt im Anschluss konnten wir in unsere neue, rund 5.000 Quadratmeter große Produktionshalle umziehen, ein enorm wichtiger Schritt, um unsere Kapazitäten weiter auszubauen. Mit dem zusätzlichen Raum haben wir auch unseren Maschinenpark erweitert – unter anderem um moderne Fräs- und Drehmaschinen sowie ein Hochregallager, das unsere Abläufe deutlich effizienter macht. Parallel dazu haben wir ein technologisches Kernstück live gebracht, auf das wir besonders stolz sind: den AI-Uploader, mit dem komplette Produkte automatisch ausgewertet werden können. Damit schaffen wir einen echten Sprung in Richtung vollautomatisierter Prozesse. Insgesamt merkt man 2025 sehr deutlich, dass assemblean als Firma gewachsen ist – strukturell, technologisch und kulturell. Wir sind selbst beeindruckt, wie viel in nur wenigen Monaten möglich war, und freuen uns darauf, im kommenden Jahr darauf aufzubauen.

Was lief 2025 bei Euch nicht rund?
Wir sind auf einem klaren Wachstumspfad, aber sind natürlich auch erheblich von der gesamtwirtschaftlichen Lage abhängig. Die Konjunktur für produzierende Unternehmen war deutlich schwächer als erwartet, und das hat sich direkt auf unsere Planung ausgewirkt. Einige Projekte, die wir als sicher eingestuft hatten, wurden verschoben oder sind gar nicht zustande gekommen. Zusätzlich mussten wir einige Insolvenzen von Kunden und Partnern verkraften, was nicht nur finanziell belastend war, sondern auch operative Unsicherheiten mit sich gebracht hat.

Welches Projekt steht 2026 bei Euch ganz oben auf der Agenda?
Defense. Neben dem allgemeinen Wachstum und der Weiterentwicklung der Systeme haben wir uns als Ziel gesetzt, einer der bevorzugten Lieferanten Europas für Verteidigungssysteme zu werden. Wir haben da erste Projekte, aber wir haben uns auch viel vorgenommen. 

Mit welchen Erwartungen blickst Du wirtschaftlich auf 2026?
Wir sind profitabel und skalieren gerade sehr stark. Viele Projekte wurden jetzt gerade gestartet und wir sehen unser eigenes Geschäft mit sehr viel Zuversicht. Wir wollen auch gerade 2026 schauen, wie schnell wir assemblean skaliert bekommen. Gesamtwirtschaftlich habe ich aber derzeit nicht viel Hoffnung, dass es 2026 einen Aufschwung geben wird.

Was hast Du Dir persönlich für 2026 vorgenommen?
Ich will noch mehr einfache und repetitive Aufgaben automatisieren. Das muss nicht direkt der krasse KI-Workflow sein, sondern eher Sachen wie Buchhaltung oder Druckerpapier nachkaufen. 

Tipp: Mehr Rück- und Ausblicke findet ihr in unserem Jahresrückblick.

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Foto (oben): Valuedesk

Alexander

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.