Nasty Gal

Girlboss – eine chaotische Karriere als Netflix-Serie

"Girlboss" beschreibt den wilden und chaotischen Aufstieg der Unternehmensgründerin Sophia Amoruso, die mit Second-Hand-Mode ein kleines Imperium aufbaute (100 Millionen Dollar Umsatz). "Girlboss" präsentiert eine Gründerin, die ihr Ding macht. Der Rest drumherum ist frei erfunden.
Girlboss  – eine chaotische Karriere als Netflix-Serie
Mittwoch, 26. April 2017VonAlexander Hüsing

Auf Netflix gibt es bereits eine ganze Reihe Filme, -Serien und Dokus, die Gründer (und Tech-Fans) sich ansehen sollten. Neu im Reigen der Gründer-Serien ist die dreizehnteilige Comedy-Show “Girlboss“. Die Serie ist quasi der Gegenentwurf zur HBO-Serie “Silicon Valley”, die eigentlich nur für Szeneinsider, und Menschen, die die Start-up-Welt nicht mögen, ein echter Brüller ist.

“Girlboss” ist dagegen leicht verdauliche, streckenweise recht komische Kost. “Girlboss” beschreibt den wilden und chaotischen Aufstieg der Unternehmensgründerin Sophia Amoruso, die mit Second-Hand-Mode ein kleines Imperium aufbaute (100 Millionen Dollar Umsatz). Mit Anfang 20 begann Amoruso Vintage-Klamotten auf eBay zu versteigern. Aus der Not, Geld verdienen zu müssen, entstand das erfolgreiche Modeunternehmen Nasty Gal. Von Deep Tech, Internet, Startup-Welt und Co. hatte Amoruso, auch “Cinderella of Tech” genannt, anfangs kaum bzw. keine Ahnung. Auch damit unterscheidet sich Amoruso vom klassischen technikverliebten US-Gründer und den vielen BWL-Gründern aus Deutschland.

Amoruso zeichnet sich aber durch einen starken Willen aus. Sie ist zudem aber auch unglaublich anstrengend und sie nervt – ihr Umfeld und zuweilen auch die Zuschauer. Trotzdem – oder gerade deswegen – geht Amoruso ihren Weg. Gegen alle Widerstände. Und davon gab es viele. Streckenweise erinnert “Girlboss” an die Comedy-Serie “New Girl”. Was wohl auch an Drehbuchautorin und Produzentin Kay Cannon liegt, die auch bei “New Girl” ihre Finger im Spiel hatte. Kurzum: “Girlboss” ist kein Insiderblick in die Gründerszene, kein Hardcore-Biopic über den steilen Aufstieg einer Unternehmerin, keine Girlpower pur. “Girlboss” präsentiert aber eine Gründerin, die ihr Ding macht. Der Rest drumherum ist sowieso frei erfunden.

Im wahren Leben zog Amoruso sich 2016 aus ihrem Unternehmen zurück. Die Firma schlitterte später in die Insolvenz und wurde von einer britischen Gruppe geschluckt. “Girlboss” basiert lose auf Amorusos gleichnamigen Buch, das inzwischen auch auf Deutsch erschienen ist – “#Girlboss: Wie ich aus einem eBay-Shop das Fashionimperium Nasty Gal erschuf“.

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Foto (oben): Screenshot

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.