#DHDL
allpacka, nüchtern, Meinhaus Digital, LifeSaveAir, Kippo treten vor die Löwen
Die Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) dreht in diesem Herbst ihre 20. Runde. In der Jubiläums-Staffel wird wieder fleißig gepitcht, gefeilscht und gekämpft. Zur Löwen-Jury gehören dieses Mal Regal-Löwe Ralf Dümmel, Beauty-Löwin Judith Williams, Familien-Löwin Dagmar Wöhrl, Sales-Löwe Carsten Maschmeyer, Startup-Löwe Frank Thelen und Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler. Neu im Löwenrudel sind Social-Media-Löwe Andreas W. Herb und Socken-Löwe Johannes Kliesch.
allpacka aus Leipzig
Einkäufe, Pakete oder die Getränkekiste vom Supermarkt nach Hause bringen – mit dem Fahrrad ist der Transport oft eine Herausforderung. Genau dafür haben Jonathan Vincentz (29) und Lukas Ludwig (29) eine Lösung entwickelt: die allpacka One verwandelt nahezu jedes Fahrrad in Sekundenschnelle in ein Lastenrad. Die faltbare Lastenbox wird am Gepäckträger befestigt, bietet ausgeklappt 30 Liter Stauraum und eine Traglast von bis zu 20 Kilogramm. Wird sie nicht gebraucht, lässt sie sich platzsparend zusammenklappen. Damit soll sie flexibel im Alltag vom Wocheneinkauf bis zum Pakettransport einsetzbar sein. Zusätzlich ist sie jederzeit mit Fahrradtaschen kompatibel. Die Idee kam Lukas auf dem Heimweg von der Uni: Seinen Einkauf mit dem Fahrrad zu transportieren, war schwierig. „Wir haben uns gedacht, es muss doch eine Lösung geben fürs Fahrrad, die flexibel ist.“ Zwei Jahre lang tüftelte das Team an der allpacka One – zunächst in Lukas‘ WG-Zimmer. Dort musste morgens erst das Bett hochgeklappt werden, um Platz zum Arbeiten zu schaffen. Inzwischen läuft die Serienproduktion und die allpacka One wird ausgeliefert. Bei „Die Höhle der Löwen“ geht es den Gründern um mehr als Kapital: Sie suchen Unterstützung dabei, aus ihrer Idee eine große Marke für Fahrradfans zu machen, um so noch mehr Menschen den Fahrradalltag zu erleichtern.
nüchtern aus Berlin
Isabella Steiner beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie guter Genuss auch ohne Alkohol funktionieren kann. Aus ihrer eigenen Erfahrung und der Frage „Was trinke ich, wenn ich nicht trinke?“ entstand 2020 zunächst ein Onlineshop für alkoholfreie Drinks. Jetzt geht Isabella Steiner den nächsten Schritt: Unter der Marke nüchtern entwickelt sie hochkonzentrierte alkoholfreie Drinks in flüssigen Einzelportionen. Einfach aufreißen, ins Glas geben, Tonic dazu – fertig ist der alkoholfreie Spritz. Das Konzept ist leicht, platzsparend und lange haltbar. Der erste Drink ist ein alkoholfreier Italian Spritz, weitere Sorten sind bereits geplant. Bei den Löwen sorgt dabei nicht nur der Geschmack für Gesprächsstoff. Auch die Frage, wie alkoholfreier Genuss eigentlich aussehen und sich anfühlen sollte, wird intensiv diskutiert. Denn die Gründerin möchte nicht einfach eine alkoholfreie Alternative anbieten, sondern eine neue Form des Trinkens etablieren.
Meinhaus Digital aus München und Schwäbisch Gmünd
Ein Haus kaufen ist für viele ein Lebenstraum – die anschließende Renovierung wird jedoch schnell zum finanziellen Kraftakt. „Wir reden von den 90 Prozent, die sich den Architekten nicht mehr leisten können“, erklärt Gründerin Leonie Dowling (37). Genau das wollen sie und Carolin Krebber (35) mit ihrem Startup Meinhaus Digital ändern. Die beiden verbinden Architektur und künstliche Intelligenz, um Sanierungen einfacher, transparenter und bezahlbarer zu machen. Ihre Plattform ermittelt anhand von Angaben zur Immobilie notwendige Maßnahmen und Kosten und begleitet Hauskäufer von der ersten Einschätzung über die Finanzierung bis zur konkreten Renovierungsplanung. Die Gründerinnen bringen dafür unterschiedliche Erfahrungen mit: Carolin Krebber arbeitete zehn Jahre als Architektin, Leonie Dowling war ebenfalls zehn Jahre in der Strategieberatung tätig, unter anderem für Unternehmen der Bauwirtschaft. Bei „Die Höhle der Löwen“ fordern sie 425.000 Euro für fünf Prozent ihrer Firmenanteile. Doch ihre ambitionierte Bewertung sorgt für Diskussionsstoff und plötzlich wollen gleich mehrere Löwen einsteigen. Wer macht am Ende das Rennen um das vielversprechende Startup?
LifeSaveAir aus Dortmund
Eine Erdbeere, ein Moment voller Panik – und eine Erfahrung, die Nabil Chehade (46) bis heute nicht loslässt. Vor sechs Jahren verschluckte sich sein damals elfjähriger Sohn Jonas so schwer, dass er keine Luft mehr bekam. Während Nabil wie erstarrt danebenstand, reagierte seine Frau geistesgegenwärtig und rettete dem Jungen mit gezielten Rückenschlägen möglicherweise das Leben. „Diesen Moment, diesen Blick voller Panik, den werde ich mein Leben lang nicht vergessen“, erzählt der 46-Jährige bei „Die Höhle der Löwen“. Aus diesem Schock wurde eine Mission: Gemeinsam mit seinen Cousins Aiman Chehade (32) und Jusef Chehade (31) entwickelte er LifeSaveAir, ein Erste-Hilfe-Gerät, das bei lebensgefährlichen Atemwegsblockaden helfen soll. Nach viereinhalb Jahren Entwicklung und Zulassungsverfahren wollen die drei Unternehmer nun den nächsten Schritt gehen. Besonders emotional wird der Pitch, als Jonas selbst dazukommt. Der inzwischen 17-Jährige erinnert sich an den Vorfall: „Ja, das war schon traumatisch. Ich wusste nicht, was ich machen soll und zum Glück hat meine Mutter schnell reagiert.“ Heute steht er an der Seite seines Vaters und unterstützt die Präsentation. Ralf Dümmel berichtet, wie sein eigener Sohn sich einst an einem Schokobonbon verschluckte und er eingreifen musste. Doch reicht die emotionale Mission auch wirtschaftlich für einen Deal? Während die Löwen das Potenzial des Produkts diskutieren, müssen die Gründer beweisen, dass aus ihrer lebensrettenden Idee ein erfolgreiches Unternehmen werden kann.
Kippo aus Essen
Manchmal steckt in einer kleinen Erfindung eine große Lebensgeschichte. Patrick Waligorski (51) wollte eigentlich nur seine schmerzenden Handgelenke entlasten – und entwickelte mit Kippo einen drehbaren Griff für Schub- und Sackkarren, der die Gartenarbeit deutlich erleichtern soll. Beim Ausschütten drehen sich die Griffe mit, sodass die Hände stabil bleiben und das lästige Umgreifen entfällt. Auch beim Fahren, besonders in Kurven, sollen die Griffe für mehr Komfort sorgen. Doch bei „Die Höhle der Löwen“ geht es für den 51-Jährigen um weit mehr als seine Erfindung: Sein bisheriges berufliches Fundament droht wegzubrechen. Patrick betreibt gemeinsam mit seinem Cousin einen Schrottplatz, doch der Mietvertrag läuft aus. Ein neues Gelände zu finden, ist schwierig. „Dann müsste ich theoretisch mit 51 von 0 noch mal neu anfangen“, erzählt er offen. Deshalb hat er einen Plan B entwickelt und setzt auf seine Erfindung. Für 50.000 Euro bietet er 30 Prozent seiner Firmenanteile. Mit seiner offenen, sympathischen Art berührt Patrick die Löwen – und plötzlich geht es nicht mehr nur um Geschäftszahlen. Gleich mehrere Investoren sehen Potenzial in Kippo und machen ihm ein Angebot. Doch Patrick muss sich entscheiden: Wem vertraut er seine Zukunft an? Eine emotionale Entscheidung zwischen unternehmerischen Chancen, persönlicher Sympathie und dem Mut, noch einmal ganz von vorn anzufangen.
Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.
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