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NewSpace-Startups, die alle auf der Agenda haben sollten

Immer mehr deutsche Startups heben ab und greifen sprichwörtlich nach den Sternen. Das Thema NewSpace boomte zuletzt auch trotz allgemeiner Krisenstimmung. Alle, die sich für spannende Startups interessieren, sollten sich das NewSpace-Segment einmal ganz genau ansehen!
NewSpace-Startups, die alle auf der Agenda haben sollten
Montag, 15. Januar 2024VonAlexander Hüsing

Die Eroberung des Weltraum findet längst nicht mehr nur in den USA statt. Auch in der deutschen Startup-Szene spielt das Thema NewSpace bzw. SpaceTech inzwischen eine wichtige Rolle. Thematisch ist die deutsche NewSpace-Szene extrem breit aufgestellt – von der Entwicklung von wiederverwendbaren Raumkapseln über die Entwicklung von elektrischen Antriebssystemen für kleine Satelliten bis hin zur satellitengestützten Beobachtung von Weltraumschrott.

“Daten und Konnektivität aus dem All werden die Wirtschaft revolutionieren”, schrieb Matthias Wachter, Managing Director der NewSpace Initiative des BDI, zuletzt auf Linkedin. “Roland Berger hat in seiner Studie ‘Weltraumbeflügeltes Deutschland’ festgestellt, dass die globale Space Economy 419 Milliarden Euro groß ist. Davon sind 96 Milliarden Euro Hardware und bereits 320 Milliarden sogenannten weltraumgestützte Anwendungen” Somit sollte klar sein: NewSpace wird einen Milliardenmarkt im All eröffnen.

Somit ist es kein Wunder, dass bekannte Investoren wie HV Capital, Lakestar, Earlybird, Cherry Ventures, Partech und der High-Tech Gründerfonds (HTGF) bereits in heimische NewSpace-Startups investiert haben. Mit Alpine Space Ventures (ASV) ist inzwischen auch ein Venture Capital-Geber unterwegs, der voll und ganz auf das Boomthema setzt.  Zielgröße von ASV, hinter dem Bulent Altan und Joram Voelklein stecken, sind 160 Millionen Euro.

15 spannende NewSpace-Startups

Atmos
Das NewSpace-Startup Atmos, das vom Luft- und Raumfahrtingenieur Sebastian Klaus gegründet wurde, kümmert sich um die Entwicklung von wiederverwendbaren Raumkapseln. “Die patentierten und innovativen Phoenix-Kapseln stellen die erste nachhaltige Lösung für eine Vielzahl von Nutzlasten und Experimenten im Weltraum dar“, schreibt das Team aus Rheinmünster. Der High-Tech Gründerfonds (HTGF), Amadeus APEX Technology Fund und Co. investierten zuletzt 4 Millionen Euro in Atmos. Mehr über Atmos

Constellr
Das Freiburger SpaceTech Constellr, 2020 von Max Gulde, Christian Mittermaier und Marius Bierdel gegründet, entwickelt ein “skalierbares System zur Überwachung des Wasserbedarfs pro Parzelle im Agar-Sektor”. Dabei setzt die Jungfirma auf Mikrosatelliten in Kühlschrank-Größe. Investoren wie Lakestar, VSquared Ventures, Karista und Einstein Industries Ventures investierten in den vergangenen Jahren bereits 17 Millionen US-Dollar in Constellr. Mehr über Constellr

Isar Aerospace
Das NewSpace-Startup Isar Aerospace (Ottobrunn und München), 2018 von Daniel Metzler, Josef Fleischmann und Markus Brandl gegründet, möchte kleinere Satelliten kostengünstiger in den Orbit befördern und entwickelt deswegen unter anderem an alternativen Antrieben für Trägerraketen. 7-Industries Holding, Bayern Kapital, Earlybird Venture Capital und Co. investieren zuletzt 155 Millionen Euro in das Unternehmen. Insgesamt flossen bereits 310 Millionen Euro in das Isar Aerospace. Mehr über Isar Aerospace

LiveEO 
LiveEO aus Berlin, 2017 von Sven Przywarra und Daniel Seidel gegründet, analysiert durch Künstliche Intelligenz die Aufnahmen von Satellitenaufnahmen seiner Kunden und bietet auf dieser Grundlage eine Lösung zur Überwachung der Infrastruktur, wie zum Beispiel Bahntrassen und Hochspannungsleitungen, an. MMC Ventures, Segenia Capital und Hannover Digital Investments (HDInv) und Co. investieren zuletzt 19 Millionen Euro in LiveEO. Zuvor flossen bereits 5,25 Millionen Euro in das SpaceTech. Mehr über LiveEO

Morpheus Space
Das Dresdener SpaceTech Morpheus Space, 2018 von Daniel Bock und Istvan Lörincz gegründet, entwickelt ein modulares, elektrisches Antriebssystem für kleine Satelliten. Zum Konzept heißt es: “We have combined the World’s most efficient and most scalable satellite propulsion systems with intelligent software to create a highly integrated ecosystem for in-space mobility.” Alpine Space Ventures, Vsquared Ventures, Airbus Ventures und Techstars Ventures investierten zuletzt 28 Millionen US-Dollar in Morpheus Space. Mehr über Morpheus Space

Neutron Star Systems
Neutron Star Systems aus Köln, das von Manuel La Rosa Betancourt und Marcus Collier-Wright gegründet wurde, entwickelt elektromagnetische Antriebssysteme für das Weltall. Zum Konzept heißt es: “The future of spaceflight is bright and electric! We are unlocking the future of space travel with electric propulsion.”

Orbital Matter
Das deutsch-polnische Startup Orbital Matter, von Jakub Stojek und Robert Ihnatisin gegründet, verfolgt das Ziel, zum ersten Weltraum-Bauunternehmen aufzusteigen. “We are working on a 3D Printing technology to be used directly in orbit, on the Moon and on Mars to manufacture large elements of space infrastructure”, teilt das Team mit. Sunfish Partners, Dhyan und Business Angels investierten zuletzt 1 Million Euro in das Unternehmen. Mehr über Orbital Matter

Ororatech
Das Münchner Unternehmen Ororatech, das von Thomas Grübler, Björn Stoffers, Florian Mauracher und Rupert Amann gegründet wurde, positioniert sich als “kommerzieller Anbieter von Satelliten, die – mit Infrarot-Kameras ausgestattet – Buschfeuer überall auf der Welt frühzeitig entdecken und überwachen können”. Edaphon, Findus Venture, Ananda Impact Ventures und Co. investierten zuletzt 15 Millionen Euro in das Unternehmen. Zuvor bereits 5,8 Millionen Euro in OroraTech. Mehr über OroraTech

Reflex Aerospace
Das NewSpace-Startup Reflex Aerospace (in Berlin und München), 2021 von Alexander Genzel, Walter Ballheimer und Chris Lindene gegründet, setzt auf schnelle Satelliten. “We aim to deliver tailored, high performance small satellite platforms to our customers an order of magnitude faster than anyone else on the market”, teilt das Team mit. Alpine Space Ventures, der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und “ein Luft- und Raumfahrt-affines Family Office aus Bayern” investierten 7 Millionen Euro in Reflex Aerospace. Mehr über Reflex Aerospace

sat:io
Das Stuttgarter NewSpace-Startup sat:io, von Kai Leidig, Florian Schilli und Sebastian Wenzel gegründet, entwickelt “cloud-basierte Tools innerhalb einer ganzheitlichen Tool-Suite für die Planung und den Betrieb von Satellitenmissionen”. Das Motto dabei lautet: “Satellite Usage Made Simple”.

Ternow AI
Das Startup Ternow AI aus Weßling, von  Seyed Majid Azimi und Julien Mizrachi gegründet, macht mit Hilfe Künstlicher Intelligenz aus Satellitenbildern   “präzise und zuverlässige Karten”. Zum Konzept heißt es: “We can build High-Definition-Maps without the need to take pictures from the ground with global cm-level absolute and relative geolocalization accuracy using remote sensing data.”

The Exploration Company
Das deutsch-französische NewSpace-Startup The Exploration Company (München, Bordeaux), 2021 von der ehemaligen Airbus-Managerin Hélène Huby gegründet, “entwickelt, produziert und betreibt Nyx, ein modulares und wiederverwendbares Orbitalfahrzeug, das in der Umlaufbahn aufgetankt werden kann”. EQT Ventures, Red River West, Promus Ventures und Co. investierten zuletzt beachtliche 40 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über The Exploration Company

Unio
Das Münchner NewSpace-Startup Unio, 2022 als Joint Venture von Isar Aerospace, Reflex Aerospace, Mynaric und SES gegründet, möchte “Europas erste souveräne, kommerzielle Satellitenkonstellation für schnelle, leistungsstarke und sichere Konnektivität aufbauen”. Die Raumfahrtunternehmen OHB und IABG sowie die Altinvestoren SES und Reflex Aerospace investierten zuletzt 2,5 Millionen Euro in Unio. Mehr über Unio

Vyoma
Das Münchner SpaceTech Vyoma, das 2020 von Stefan Frey, Christoph Bamann und Luisa Buinhas in Darmstadt gegründet wurde, kümmert sich um die satellitengestützte Beobachtung von Weltraumschrott. Safran Corporate Ventures, der Venture-Capital-Arm der Safran-Gruppe, investierte zuletzt 8,5 Millionen Euro in Vyoma. Davor investierten bereits Atlantic Labs und Christian Stiebner in das Unternehmen. Mehr über Vyoma

Yuri
Yuri, ein SpaceTech-Unternehmen aus Meckenbeuren, das von Maria Birlem, Mark Kugel und Christian Bruderrek gegründet wurde, kümmert sich um alles rund um das Thema Schwerelosigkeit. “yuri democratizes access to microgravity, e.g. to the International Space Station, by making it simpler, quicker and more affordable”, schreibt das Team zum Konzept. Startpunkt ist dabei ein ziemlich simpler Web-Konfigurator. So einfach war es bisher vermutlich noch nie, ins All zu kommen. Ab 10.000 Euro geht es los. Mehr über Yuri

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Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.