#Interview

“Das eigene Netzwerk ist ein wichtiger Booster für jedes Startup”

heylogin setzt auf einen "Passwort-Manager ohne Master-Passwort". "Wir sind im Frühjahr letzten Jahres in den Markt eingestiegen und extrem stolz auf unsere Entwicklung", sagt Gründer Dominik Schürmann. Das Schwergewicht Mozilla investierte bereits in das Unternehmen.
“Das eigene Netzwerk ist ein wichtiger Booster für jedes Startup”
Montag, 7. November 2022VonAlexander Hüsing

Das Braunschweiger Startup heylogin aus, das 2018 von Vincent Breitmoser und Dominik Schürmann gegründet wurde, setzt auf einen “Passwort-Manager ohne Master-Passwort”. “Wir machen die Computer von Unternehmen nicht nur sicherer sondern auch einfacher zu bedienen. Dank uns muss man keine Passwörter mehr am Laptop eintippen. Stattdessen reicht eine Bestätigung auf dem Handy”. erklärt Gründer Schürmann das Konzept. Mozilla und Business Angels investierten zuletzt 900.000 Euro in heylogin.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht heylogin-Macher Schürmann außerdem über Vertrauensprodukte, Netzwerke und den Mittelstand.

Wie würdest Du Deiner Großmutter heylogin erklären?
Wir machen die Computer von Unternehmen nicht nur sicherer sondern auch einfacher zu bedienen. Dank uns muss man keine Passwörter mehr am Laptop eintippen. Stattdessen reicht eine Bestätigung auf dem Handy.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Wir hatten viele Hürden im Vertrieb und Marketing, die wir überwinden mussten. Passwort-Manager sind Sicherheits- und Vertrauensprodukte, die meisten Menschen probieren da also nicht so ohne weiteres etwas neues aus. Das hat viel Arbeit erfordert, mit Mozilla haben wir aber jetzt auch einen starken Namen, der uns das in Zukunft erleichtert. Zusätzlich haben wir unser Marketing-Team auch gerade verstärkt, um unsere zukünftigen Ambitionen umsetzen zu können.

Wo steht heylogin derzeit, welche Zahlen, Daten und Fakten kannst Du mit uns teilen?
Über 900 Organisationen nutzen heylogin schon heute, und die Zahl wächst stetig. Gerade in diesem Jahr hatten wir einen deutlichen Zuwachs. Wir haben mittlerweile auch eine ansehnliche Menge an sehr guten Reviews in allen App Stores. Das Feedback ist wirklich positiv. Wir sind im Frühjahr letzten Jahres mit unserer ersten Version in den Markt eingestiegen und extrem stolz auf unsere Entwicklung.

Kürzlich konntet ihr Mozilla als Investor gewinnen. Wie seid ihr mit eurem Geldgeber in Kontakt gekommen?
Mein Co-Founder Vincent ist in der Szene rund um Privatsphäre und Verschlüsselung aktiv, darüber hat er auch jemanden vom Thunderbird-Projekt kennengelernt. Der hat heylogin ausprobiert und war so begeistert, dass er uns der richtigen Person bei Mozilla vorgestellt hat.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Ohne Netz geht nix! Netzwerken ist das Ah und Oh. Ohne meine verschiedenen Kontakte, die ich vor und auch während unserer Entwicklung geknüpft habe, wären wir nie so weit gekommen. Egal ob Fördergelder oder Intros zu Investoren oder Kunden, das eigene Netzwerk ist ein wichtiger Booster für jedes Startup.

Wo steht heylogin in einem Jahr?
Wir haben mittlerweile die wichtigsten Funktionen für kleine Unternehmen entwickelt und erfüllen die wichtigsten Anfoderungen. Als nächstes kommt der Mittelstand. Die Features dafür, wie zum Beispiel Integration in Microsoft Azure AD, kommen in den nächsten Monaten für unsere ersten Kunden.

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Foto (oben): heylogin

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.