#Gastbeitrag

5 IndustrialTech-Startups, die Investoren im Blick behalten sollten

Zwischen 2013 und 2018 sind die weltweiten Venture Capital-Investments in Smart Manufacturing-Technologiefirmen um das 14-fache gestiegen. Alleine im letzten Jahr sammelten Start-ups mit einem Industrie 4.0-Fokus insgesamt über 5,9 Milliarden Euro von globalen Wagniskapitalgebern ein.
5 IndustrialTech-Startups, die Investoren im Blick behalten sollten
Freitag, 13. Dezember 2019Vonds-Team

Weltweit haben Industrieunternehmen erkannt, dass sie ihre Prozesse digitalisieren und zukunftsfest machen müssen. Die Nachfrage nach technologischen Lösungen ist entsprechend hoch. Auch eine Reihe von Jungunternehmen aus Deutschland hat die Chance, ganz vorne mit dabei zu sein. Hier sind fünf deutsche Industrietechnologie-Startups, die für Investoren interessant sind.

Investitionen in Smart Manufacturing sind um das 14-fache gestiegen 

Zwischen 2013 und 2018 sind die weltweiten Venture Capital-Investments in sogenannte Smart Manufacturing-Technologiefirmen um das 14-fache gestiegen. Alleine im letzten Jahr sammelten Start-ups mit einem Industrie 4.0-Fokus insgesamt über 5,9 Milliarden Euro von globalen Wagniskapitalgebern ein. Der Grund für die hohen Investitionssummen? Während industrielle OEM mehr und mehr in Technologie investieren (800 Milliarden US-Dollar IT-Ausgaben zwischen 2018 und 2027), wird die zugrundeliegende Hardware mit zunehmender Skalierung immer kostengünstiger. Gleichzeitig gewinnen die dazugehörigen Softwareplattformen zunehmend an Marktreife.  Ein perfekter Zeitpunkt für Kapitalgeber, sich die vielversprechendsten Start-ups aus dem Smart Manufacturing-Sektor einmal genauer anzusehen. Hier sind fünf spannende deutsche Player im Überblick:

riskmethods – Risikominimierung und zuverlässige Lieferketten 

2013 in München gegründet, identifiziert riskmethods Risiken innerhalb der weltweiten Lieferketten von Unternehmen mittels künstlicher Intelligenz. Auf Basis riesiger Datenmengen hilft das Start-up dabei, mögliche Schadensfälle frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Zu den namhaften Kunden zählen unter anderem Bosch, Swisscom oder Huawei. Insgesamt 20 Millionen Euro konnte riskmethods von Investoren wie dem Digital Growth Fund und dem Wachstumsfond Bayern bereits einsammeln. Frisches Kapital in Höhe von 13,5 Millionen Euro gab es zuletzt im Zuge der Series-B-Finanzierungsrunde im April 2017. 

micropsi industries – kognitive Maschinen für Unternehmen 

Das im Jahr 2014 gegründete Berliner Start-up mit Zweitsitz in New York arbeitet an neuronalen Netzwerken, die Industrieroboter flexibler machen sollen. So wird es Anwendern unter Einsatz von KI ermöglicht, Maschinen zu trainieren. Das Unternehmen wurde von einer Gruppe erfahrener Entrepreneure und Technologen gegründet. Der Kern des Teams stammt aus der Kognitionswissenschaft. Micropsi industries sammelte in seiner letzten Series-A-Finanzierungsrunde 2018 über 6 Millionen US-Dollar ein. Zu den Investoren zählen Project A Ventures, Coparion, Vito Ventures sowie weitere Business Angels aus München und Berlin.

Celonis – mehr Effizienz durch Process-Mining

Celonis wurde 2011 in München gegründet und gilt inzwischen als der führende Anbieter von Enterprise Performance Acceleration-Software. Das Geschäftsmodell des Unternehmens? Celonis bietet eine Intelligent Business-Lösung, die auf Process-Mining aufbaut. Unternehmen sind damit in der Lage ihre Arbeitsweise zu verbessern, indem sie Prozessabläufe visualisieren. Deloitte zeichnete Celonis im Jahr 2015 mit dem Deloitte Fast 50 Award aus. Mit knapp 4.000 Prozent Umsatzwachstum innerhalb von vier Jahren wurde das Start-up das am stärksten wachsende Technologieunternehmen Deutschlands. Konzerne wie Vodafone, Airbus, Siemens, L’ORÉAL, Citi und Uber vertrauen mittlerweile auf die Technologie von Celonis. Die letzte Finanzierungsrunde fand 2018 statt: Im Zuge dieser Series-B-Runde sammelte Celonis 50 Millionen US-Dollar von Geldgebern wie Accel und 83North ein und gilt seitdem als Unicorn. Der Erfolg scheint anzuhalten: Für das nächste Jahr strebt das Unternehmen den Börsengang an. 

Laserhub – Digitalisierte und automatisierte Beschaffungsprozesse

Laserhub verarbeitet Aufträge für die Blechbearbeitung – häufig Kleinserien oder Prototypen – und leitet sie an entsprechende Produktionsbetriebe weiter. Die eigens entwickelte, algorithmus-basierte Plattform ermöglicht es Unternehmen, langwierige Beschaffungsprozesse, die vormals zeitraubend via Telefon, Fax und E-Mail abliefen, nun in wenigen Minuten online abzuwickeln. Die digitale Beschaffungsplattform setzt dabei auf maximale Automatisierung und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das 2017 in Stuttgart gegründete Unternehmen plant in naher Zukunft in europäische Nachbarländer zu expandieren. Die letzte Finanzierungsrunde fand im April 2018 statt. Hier erhielt Laserhub einen mittleren siebenstelligen Betrag. Neben Bestandsinvestoren wie Point Nine Capital zählt seither auch Project A zu den Kapitalgebern. 

NavVis – Navigationssysteme für Innenräume 

Das 2013 gegründete Münchner Start-up baut mittels künstlicher Intelligenz fotorealistische Indoor-Navigationssysteme zur zentimetergenauen Vermessung innerhalb von Gebäuden. Dies ermöglicht die Orientierung selbst in komplexen Gebäudeanlagen wie Werks- und Messehallen, Flughäfen, Bahnhöfen, Einkaufszentren oder Museen auf die einfachste Art und Weise. Die digitale Twin-Plattform wird bereits von weltweit führenden Automobil-, Bau-, Immobilien- und Versicherungsunternehmen genutzt. NavVis konnte insgesamt vier Finanzierungsrunden erfolgreich abschließen. In der letzten Series-C-Runde 2018 sammelte das Unternehmen 35,5 Millionen US-Dollar von Investoren wie u.a. Digital+Partners ein. 

Fazit

Smart Manufacturing-Start-ups sind gefragter denn je. In einer immer vernetzter werdenden Welt braucht es smarte Lösungen für die Industrie, um den Durchblick zu behalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Geldgeber tun gut daran, die hiesige Industrietechnologie-Szene im Blick zu behalten und besser heute als morgen in eine der aufstrebendsten Branchen weltweit zu investieren. 

Über den Autor
Nikolas Westphal ist Director bei GP Bullhound. Er ist ein langjähriger Investmentbanker mit mehr als vierzehn Jahren Erfahrung in der Beratung von Kommunikations-, Medien- und Technologieunternehmen (CMT) bei Fusionen und Übernahmen sowie einer Vielzahl anderer Kapitalmarkttransaktionen. Zuletzt war Nikolas Vice President bei Arma Partners, wo er eine Vielzahl von europäischen CMT-Kunden bei Fusionen und Übernahmen beriet. Im Smart Manufacturing Report blickte GP Bullhound kürzlich auf das Segment Smart Manufacturing.

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Foto (oben): Shutterstock