#Gastbeitrag In fünf Schritten zum überzeugenden Businessplan

Ein Businessplan dient nicht nur dazu, den Kreditentscheider einer Bank zu überzeugen. Er stellt sicher, dass der Gründer seine Pläne wirklich gut durchdacht hat – und ist damit ein wesentlicher Faktor für den späteren Erfolg. Auf erste Knackpunkte stößt man meist schneller als gedacht.
In fünf Schritten zum überzeugenden Businessplan

Eine gute Idee und ein bisschen Mut – das sind die zwei wichtigsten Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung. Dicht darauf folgt allerdings ein drittes, erfolgsentscheidendes Kriterium: der Businessplan. Gerade in Berlin beobachten wir erfreulich viele junge Gründer, die sich mit einer innovativen Idee auf der Suche nach einer Finanzierung an ihre Bank wenden. Gemeinsam mit den Gründern setzen wir uns dann vor den Businessplan – ganz gleich ob ein Förderkredit oder ein gewöhnliches Bankdarlehen benötigt werden. Wer dabei auf die folgenden fünf Punkte geachtet hat, kommt seinem Ziel schon ein gutes Stück näher: Er hat die eigene Idee gut durchdacht, kritisch hinterfragt und hilft damit dem Kreditinstitut bei seiner Entscheidung.

Essenzielle Fragen an die Gründer

Schritt 1: die Recherche. Die Gründer sollten der Bank, aber auch sich selbst schon im Vorfeld der Gründung folgende Fragen beantworten können: Wer soll als potenzielle Kundschaft überzeugt werden? Wer sind die Wettbewerber und was sind deren Stärken und Schwächen? Was ist das Alleinstellungsmerkmal der eigenen Idee? Und wie soll es gelingen, mit dem neu gegründeten Unternehmen Kunden zu gewinnen und dem Wettbewerb Marktanteile streitig zu machen?

Schritt 2: die Strategie. Wer noch nicht einmal ein Büro bezogen hat, hat oft ganz andere drängende Themen, als über den strategischen Kurs von übermorgen zu philosophieren. Doch Teams, die sich klar und einig darüber sind, wohin sie langfristig wollen und welche Ziele sie haben, machen oft den Unterschied. Die Strategie sollte unmissverständlich definiert sein und einfach in Worte gefasst werden können.

Die Qualifikation des Gründerteams ist entscheidend

Schritt 3: das Team. Von der Motivation und Qualifikation des Gründerteams muss jeder Kreditentscheider überzeugt werden. Gerade bei studentischen Unternehmensgründungen aus der Uni heraus sind die Qualifikationen oftmals sehr homogen. Ein Team aus ITlern sollte zum Beispiel auch nach einem Betriebswirt Ausschau halten, jeder Vertriebsprofi braucht auch mal einen Buchhalter.

Schritt 4: die Finanzen. Das Kernelement eines Businessplans ist die Planung der Finanzen, und dabei vor allem die der Liquidität. Beispielsweise sind bei der Personalplanung die Lohnnebenkosten der Arbeitgeberseite zu berücksichtigen. Für die Liquiditätsplanung spielt auch die Mehrwertsteuer eine Rolle, anders als bei der Rentabilitätsprognose. Viele Gründer unterschätzen zudem, wie viel Marketingaufwand notwendig ist, um sich im harten, zumeist internationalen Wettbewerb einen Namen zu machen. All das kann man für ein gutes Gefühl auch mit Experten durchrechnen.   

In die Liquiditätsplanung sollten großzügige Puffer eingebaut werden

Dabei empfiehlt es sich, bei allen Finanzplanungen und Prognosen großzügige Puffer einzubauen. Es gibt zahlreiche Unwägbarkeiten, von der konjunkturellen Entwicklung bis zum Verhalten von Wettbewerbern. Zudem kann es immer länger dauern als geplant, bis ein Produkt tatsächlich an den Markt geht und Umsätze generiert. Ohne ausreichenden Liquiditätspuffer werden dann gleich Verhandlungen über Nachfinanzierungen notwendig.

Schritt 5: die zweite Meinung. Ein Businessplan dient nicht nur dazu, den Kreditentscheider einer Bank zu überzeugen. Er stellt sicher, dass der Gründer seine Pläne wirklich gut durchdacht hat – und ist damit ein wesentlicher Faktor für den späteren Erfolg. Auf erste Knackpunkte stößt man meist schneller als gedacht, wenn man den Businessplan einmal von Dritten durchschauen lässt. Überhaupt gilt: Wer offen für Ratschläge von Freunden, Netzwerkpartnern und Kreditinstituten ist, hat zwar immer noch keine Garantie für eine erfolgreiche Unternehmensgründung, ist aber auf dem richtigen Weg.

Zum Autor
Olaf Schulz ist Direktor für Firmenkunden bei der Berliner Sparkasse

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Foto (oben): Shutterstock