Gastbeitrag Die 5 Must-Knows für (junge) Führungskräfte

Führungspersonen müssen delegieren und „dürfen“ das auch. Denn wer Führungsaufgaben „on top“ dazu bekommt, muss sich Zeit schaffen. Leider beobachten wir, dass junge Führungskräfte zu zögerlich delegieren. So vernachlässigen sie entweder ihre Führungsaufgaben oder überfordern sich.
Die 5 Must-Knows für (junge) Führungskräfte

Gerade in Start-ups werden junge Mitarbeiter schnell ins kalte „Führungswasser“ geworfen. Daraus ergeben sich super Chancen, gerade auch in Bezug auf das eigene Wachstum und die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Wenn junge Führungskräfte dann auch noch einige wichtige Führungs- und Kommunikationsprinzipien beachten, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege.

#1: Feedback für Verhalten – nicht Persönlichkeit

„Du bist so ein kreativer Typ“, das Feedback hört doch jeder Mitarbeiter (auf die weibliche Form wird zugunsten der Lesbarkeit verzichtet) gerne, daher  kann es nicht falsch sein, oder? Wir sagen: „Doch!“. Gutes Feedback – positives wie negatives – sollte niemals mit „du bist“ anfangen und sich auf die vermeintliche Persönlichkeit des Mitarbeiters beziehen. Wir empfehlen Führungskräften immer und in jeder Lebenslage die WWW-Formel für gutes Feedback, die sich am Verhalten orientiert. Zur WWW-Formel zählen drei Schritte: 1. Die Wahrnehmung beschreiben: Wie nimmst du das konkrete Verhalten deines Mitarbeiters in einer bestimmten Situation wahr? 2.Die (Aus-) Wirkungen: Wie wirkt sich dieses Verhalten auf die Arbeit und das Team aus? 3. Der Wunsch: Was ist dein persönlicher Wunsch in Hinblick auf die Verhaltensänderung des Mitarbeiters? Wer Feedback konsequent auf Verhaltens- anstatt auf Persönlichkeitsebene gibt, erreicht viel mehr Akzeptanz beim Gegenüber. Feedback wirkt so klarer und nachvollziehbarer.

#2: Transparenz und Offenheit – erst recht wenn man befreundet ist!

Gerade junge Führungskräfte tun sich häufig schwer von Kollegen oder gar Freunden zu Vorgesetzten zu werden, die plötzlich „Ansagen“ machen sollen. Wir empfehlen jungen Führungskräften diesen Rollenwechsel von Beginn an offen in einem Gespräch zu thematisieren. Schließlich ist die Situation für beide Seiten neu und ungewohnt. So lassen sich Rollenkonflikte, die unter den Teppich gekehrt vor sich hin „müffeln“, umgehen.  Junge Führungskräfte erreichen eine freundliche, vertrauensvolle Atmosphäre, indem sie klar machen, wie wichtig ihnen eine gute und enge Zusammenarbeit auch in Zukunft ist. Zusätzlich empfehlen wir Führungspersonen anzusprechen, was sie sich von den Ex-Kollegen wünschen (z. B. gegenseitiges Feedback) und aufzuzeigen, welche die eigenen Führungsprinzipien sind (z. B. Fairness und keinesfalls eine Vorteilsbehandlung für „Buddies“).

#3: Alle Mitarbeiter sind unterschiedlich!

Dem einen Mitarbeiter genauer auf die Finger gucken, dem anderen dagegen kaum – wie unfair! Viele junge Führungskräfte tappen immer wieder in die Falle, einen bestimmten Führungsstil kontinuierlich und auf alle Mitarbeiter „anwenden“ zu wollen, um gerecht und berechenbar zu sein. Wir beobachten bei jungen Führungskräften häufig entweder einen Hang zum eher „autoritären“ Führungsstil („Ich sage allen, wo es lang geht, weil ich es am besten weiß!“) oder zum „laissez-faire“ Führungsstil („Ich lasse allen ganz viel Freiraum, damit ich niemanden einenge.“). Beides ist in der Konsequenz nicht empfehlenswert und auch keine Frage der persönlichen Präferenz. Stattdessen führen gute Führungskräfte situativ und mitarbeiterorientiert – je nachdem, was ein Mitarbeiter in einer konkreten Situation benötigt. Gute Führung basiert also darauf, dass junge Führungspersonen ihre Mitarbeiter kennen und einschätzen können.

#4: Delegation ist lebensnotwendig und völlig in Ordnung!

Führungspersonen müssen delegieren und „dürfen“ das auch. Ganz klar. Denn wer Führungsaufgaben „on top“ dazu bekommt, muss sich Zeit schaffen. Leider beobachten wir, dass junge Führungskräfte zu zögerlich delegieren. So vernachlässigen sie entweder ihre Führungsaufgaben („Ich habe ja keine Zeit!“) oder überfordern sich und häufen Überstunden an („Ich muss ja beides schaffen!“). Beides kann nicht im Sinne des Erfinders sein. Zugrunde liegt oft eine innere Haltung, die besagt Delegation sei „faul“, „ungerecht“  oder gar „gefährlich“, weil man selbst die Aufgabe am besten machen könne. Daher auch hier die klare Empfehlung Delegation sofort zu Beginn der neuen Rolle als Führungsinstrument im Team zu etablieren. Wer sich dabei an die 5 W-Delegation (Wer macht was, wie, warum und bis wann) hält, ist auf einem guten Weg, ein Delegations-Meister zu werden.

#5: Energie ist alles!

Energie ist alles und alles ist Energie. Gerade Führungskräfte müssen ihre Wirkung auf ihre Mitarbeiter im Blick haben. Denn das beste Feedback hilft am Ende nicht, wenn der Funke auf den Mitarbeiter nicht überspringt. Wir erleben junge Führungskräfte, die formal schon sehr vieles richtig gut machen. Nur kommunizieren sie nicht selten inkongruent. Das heißt, WAS gesagt wird (z. B. „ich bin sehr zufrieden mit deiner Leistung im letzten Kundenmeeting, weil (…)“), passt nicht zu dem, WIE es gesagt wird (schlaffe Körperhaltung, unfreundliche Miene, mangelnder Blickkontakt). Fatal ist das deshalb, weil Menschen in der Regel glauben, was sie sehen: den körpersprachlichen Signalen. Wir empfehlen jungen Führungskräften Gesagtes in ihrer Körpersprache widerzuspiegeln. Mit einem energievollen Auftritt und einer spürbaren Präsenz erreichen junge Führungskräfte, was sie sich doch so sehr wünschen: ganz viel Selbstwirksamkeit und Gestaltungsraum für geniale Ideen.

Über die Autorin
Sabine Zelm ist, neben Madeleine Yoran, Gründerin von yuii Business-Training. Das Unternehmen macht u. a. Führungskräfte von  XING, Aperto oder Wooga fit und bietet Trainings und Business-Coachings rund um Kommunikation, Führung, Präsentation und Team-Entwicklung an. Das yuii Young Leadership Camp öffnet 2018 erstmals auch für Privatzahler und einzelne Teilnehmer aus Unternehmen seine Pforten und zwar in kompakter Form: In nur vier Tagen lernen junge Führungskräfte alles rund um die neue Rolle.  Auch individuelle Business-Coachings gehören zum Lernprozess.

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Foto (oben): Shutterstock

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