David Reichert im Interview “Beim zweiten Mal wird alles leichter”

David Reichert gründete vor sechs Jahren Magic Tack - mit einem Eigenkapital von 10.000 Euro. Jetzt gründet er seine zweite Firma - ebenfalls aus eigenen Mitteln. In Interview mit deutsche-startups.de erzählt der Gründer, wie er zwei Start-ups gleichzeitig leitet und welche Hürden er nehmen musste.
“Beim zweiten Mal wird alles leichter”

Dass kleine Städtchen Worms gehört sicherlich nicht zu den Start-up-Hochburgen des Landes – dennoch konnte sich David Reichert aus der Gründer-Provinz heraus mit Magic Tack einen Namen machen. Mit den magnetischen Accesoires für Pferd, Hund und Reiter, setzte er dabei bewusst auf eine Nischenbranche. Das hat sich ausgezahlt, denn bereits nach zwei Jahren schrieb Magic Tack schwarze Zahlen.

Jetzt, da sich Reichert eigentlich zurück lehnen könnte, gründet der Workaholic aus dem erwirtschafteten Kapital seine zweite Firma. Hier soll der Name Programm werden, mit Einhundert Prozent baut er gemeinsam mit Almir Velagic. dreifacher Olympionike im Gewichtheben, und Bastian Ehses eine Crossfit-Kette auf – und konnte bereits namhafte Kooperationspartner wie Nike, foodspring oder eleiko gewinnen.

“Zwei Start-ups = zwei mal acht Stunden arbeiten an einem Tag”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de redet David Reichert unter anderem über Fehler die viel Geld gekostet haben und seinen 16-Stunden-Job.

Was ist bei der zweiten Gründung anders?
Beim zweiten Mal wird alles leichter. Ein großer Vorteil ist schon mal, dass wir jetzt zu Dritt sind. Überraschenderweise gab es bei der Gründung von Einhundert Prozent keine großen Hürden. Einhundert Prozent ist mein zweites Start-up – nach MagicTack – und ich glaube, dass ich einfach schon viele Probleme und Hürden kannte und somit umgehen konnte. Ein paar kleine Problemchen hier und da, aber nichts Wildes. Bis jetzt.

Was war der beste “Fehler” den Sie gemacht haben und was würden Sie anders machen?
Schwierige Frage, ich mache in der Regel nur schlechte Fehler, keine guten. Da fehlt mir irgendwie das Quäntchen Glück, um aus einem Fehler eine positive Entwicklung zu erhalten. Um ehrlich zu sein, würde ich relativ wenig anders machen. Selbstverständlich habe ich bei MagicTack, gerade in der Anfangsphase, viele Fehler gemacht. Das würde mir heute in der Form nicht mehr passieren. Wir haben zum Beispiel mal eine neue Marke gegründet, um im Fashion-Bereich Fuß zu fassen. Quasi mit dem gleichen Produkt, nur neu verpackt. Das war ein großer Reinfall und hat viel Geld gekostet. Diese Marke haben wir nach etwa einem Jahr eingestampft und sind dann mit MagicTack in den Fashion-Bereich gegangen. Aber es gibt nichts, was ich grundlegend anders machen würde im Bezug auf meinen “Werdegang”.

Wie teilen Sie Ihre Zeit ein um beiden Firmen gerecht zu werden?
Indem ich an einem Tag, zwei mal acht Stunden arbeite. Ich habe aus Leidenschaft gegründet und deswegen stecke ich auch gerne meine ganze Energie in meine Firmen. Gerade bei Einhundert Prozent stehen gerade so viele wichtige Dinge an, die nicht ohne meine volle Arbeitskraft zu bewältigen sind. Ehrlicherweise gebe ich auch nicht gerne Sachen ab. Sicherlich bleiben auch ein paar Dinge auf der Strecke. Gerade in der Anfangsphase bleibt da zum Beispiel nicht mehr so viel Zeit für den Partner oder Freizeitaktivitäten. Daher ist es wichtig, dass das Umfeld hinter einem steht.

Ihr Tipp an Gründer?
Das ist ein abendfüllendes Thema. Wahrscheinlich könnte man sogar mehrere Abende füllen. Schuster, bleib bei deinem Leisten – das sollte man vor allem in der Anfangsphase eines Start-ups berücksichtigen. Verzettelt Euch nicht, findet Eure Kernkompetenz und stärkt diese. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man am Anfang endlos viele Ideen hat und sich immer neue Möglichkeiten bieten, aber springt nicht auf jede neue Sache drauf, sondern festigt erst das Angefangene.

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Conny Nolzen, geboren 1989, arbeitet seit September 2015 als Volontärin bei deutsche-startups.de. Die Hamburgerin konnte bereits, neben ihrer Tätigkeit als Pferdewirtin, verschiedene Start-ups mit kreativen Ideen unterstützen. Ihr besonderes Interesse galt hierbei den Gründerinnen der Szene. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie in der Nachrichtenredaktion eines Hamburger Radiosenders. Mit Conny kam auch der erste Bürohund zu ds - welcher (meistens) auf den Namen Emil hört.

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