Gastbeitrag von Larissa Meierhoff Design Thinking für Gründer – Sechs Phasen zum Erfolg

Damit ein Design Thinking-Team Lösungen finden kann, benötigt es Räumlichkeiten, in welchen der Kreativprozess abgewickelt werden kann. Flexible Möbel, Präsentationsflächen und Whiteboards gehören daher zur Ausstattung einer jeden Räumlichkeit. Mit den passenden Materialien können Prototypen vor Ort gebaut werden.
Design Thinking für Gründer – Sechs Phasen zum Erfolg

Die Bezeichnung “Design Thinking” stammt von der Arbeitsweise, welche Designer automatisch verfolgen. An diese Arbeitsweise wurde die Denktechnik Design Thinking angelehnt, welche zur Lösung von Problemen und zu neuen Innovationen führen soll.

Vorrangig sollen derartige Lösungen gefunden werden, welche besonders aus Nutzersicht von Vorteil sind.

Der Design Thinking Ansatz stammt aus dem Silicon Valley und wurde von zwei Professoren der Stanford University geprägt. Durch die Verfolgung von Design Thinking soll eine systematische Vorgehensweise etabliert werden, durch die komplexe Problemstellungen gelöst werden. Dabei kann der Ansatz prinzipiell in jedem Lebensbereich genutzt werden. Im Vergleich zu vielen anderen Herangehensweisen in Praxis und Wissenschaft steht beim Design Thinking nämlich nicht die technische Lösung im Vordergrund, sondern das Nutzerbedürfnis. Genau diesen Prozess können sich Gründer daher zu Nutze machen, schließlich haben nur jene Produkte und Dienstleistungen Potential, welche den Erwartungen und Wünschen der Kunden entsprechen.

Design Thinking – Denken wie der Kunde

Beim Design Thinking schaut der Lösungssuchende quasi durch die Augen des Nutzers und geht dem Problem dadurch besser auf den Grund als durch eine Betrachtung von Herstellerseite. Gründer sollten bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen also stets daran denken, dass diese praxisnah gestaltet sein sollten. Was nützt schließlich die beste Idee, wenn sie in der Praxis nicht verkauft werden kann?

Design Thinker versuchen die optimale Lösung in vielen kleinen Schritten zu finden. Ideen und Lösungen werden in Gestalt von Prototypen möglichst früh kommunizierbar und sichtbar gemacht, damit sie potentielle Nutzer weit vor der Markteinführung testen können. Durch das ständige Feedback können Verbesserungen umgehend implementiert und eine marktreife Einführung garantiert werden.

Gemeinschaftliche Arbeits- und Denkstruktur bei Design Thinking

Mit Design Thinking können drei grundlegende Prozesse vereint werden: Technologische Machbarkeit, nutzerfreundliche Ausrichtung und wirtschaftliche Tragfähigkeit. Der Grundgedanke von Design Thinking liegt somit darin, mit Hilfe der menschlichen Perspektive Produkte oder Services zu gestalten, welche attraktiv, marktfähig und realisierbar sind.

Der Erfolg von Design Thinking ist einer dreiteiligen Denkstruktur zu verdanken, mit welcher eine Arbeits- und Denkkultur besonderer Ausrichtung geschaffen wird. Diese drei “Säulen” des Design Thinking sind “variable Räume”, “multidisziplinäre Teams” und “Design Thinking Prozesse”. Multidisziplinäre Teams bieten den Vorteil, dass verschiedene Denkweisen integriert werden. Ein multidisziplinäres Team erzielt schließlich wesentlich bessere Ergebnisse als eine „homogene Masse“.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Wenn fünf Juristen an einer Dienstleistung im Designbereich arbeiten, werden diese wohl kaum ausreichend hochwertige Ansätze entwickeln können. Wird das Team jedoch aus einem Juristen, einem Werbetechniker, einem Grafiker, einem Arzt und einem Ingenieur zusammengesetzt, fließen die Denkansätze und Ausbildungsschwerpunkte der jeweiligen Berufsgruppen mit ein, was zu besseren Ergebnissen führen wird. Eine möglichst heterogene Gruppe, deren Ergebnisse zu gut durchmischten Denkweisen führen, besteht also aus Menschen unterschiedlicher Berufsgruppen, verschiedener Geschlechter und verschiedener Altersgruppen.

Innerhalb des Teams entsteht ein extrem starker Zusammenhalt, der gerade bei Gründern von Vorteil ist, schließlich sollten sämtliche Teammitglieder hinter den zusammen entwickelten Denkansätzen stehen. Die verschiedenen Denkweisen und außergewöhnlichen Ergebnisse schweißen zusammen und fördern ein ganzheitliches Denken. Für Gründer ist dieser Vorgang daher extrem lohnenswert. Wer einen neuen Markteintritt wagt, muss entweder vorhandene Kontakte besitzen oder sich mühsam einen Ruf erwerben. Wer hingegen dank Design Thinking mit einer innovativen Idee, einer Dienstleistung oder einem hervorragenden Produkt aufwarten kann, muss sich nicht um Kunden sorgen. Diese werden von ganz allein kommen.

Der Design Thinking Prozess in sechs Phasen

Der Design Thinking Prozess führt die betreffenden Personen durch sechs Phasen. Die erste Phase basiert auf dem Verstehen. Dabei soll der Nutzer in der Lage sein das Problem zu erkennen und dessen Umfeld abzustecken. In der zweiten Phase wird beobachtet. Der Design Thinker gilt als außenstehender Teilnehmer, der Empathie für potenzielle Nutzer der Dienstleistung oder des Produktes aufbaut. In der dritten Phase wird die Sichtweise definiert, d.h. die gewonnenen Erkenntnisse werden gesammelt, separiert und analysiert. In der vierten Phase werden alle nur erdenklichen Lösungsansätze durchgesprochen. Mit diesen soll ein möglichst großer Pool an Ideen gesammelt werden. Mit der Entwicklung der anschließenden Prototypen können konkrete Lösungen realisiert werden, wobei die Erprobung an den relevanten Zielgruppen zu individuellen Problemlösungen führen soll.

Räumlichkeiten, Ausstattung und Gruppenzusammensetzung

Damit ein Design Thinking-Team Lösungen finden kann, benötigt es Räumlichkeiten, in welchen der Kreativprozess abgewickelt werden kann. Flexible Möbel, Präsentationsflächen und Whiteboards gehören daher zur Ausstattung einer jeden Räumlichkeit. Mit den passenden Materialien können Prototypen vor Ort gebaut werden, zum Beispiel mittels Bildern, Stoffen oder Legosteinen. Eine Gruppe sollte aus nicht mehr als sechs Personen bestehen, da größere Gruppen dazu führen könnten, dass Ideen einzelner Teilnehmer in der Masse untergehen, wodurch der kreative Prozess gestört werden würde.

Ganz egal welches Problem zu lösen ist: Mit Design Thinking können Gründer von einer innovativen Methode profitieren, die vollkommen neue Denkansätze eröffnet und dabei hilft, Probleme und Wünsche aus Kundensicht zu betrachten und schließlich zu lösen bzw. zu erfüllen.

ds-Larissa-Meierhoff-200Zur Person
Larissa Meierhoff ist studierte Germanistin und betreut die Redaktion bei denkmotor.com. Durch ihre langjährige Arbeit im Unternehmen der Denkmotor GmbH ist sie spezialisiert auf innovative und kommunikative Kreativitätstechniken und weiß, wie diese Unternehmern ihren Arbeitsalltag erleichtern können.

Kennen Sie schon unseren #StartupTicker? Der #StartupTicker berichtet tagtäglich blitzschnell über die deutsche Start-up-Szene. Schneller geht nicht!

Foto: © Denkmotor GmbH