Gastbeitrag von Fionn Kientzler 5 budgetschonende Seeding-Tipps für Startups

Verzichte darauf, deine Social-Media-Auftritte als Selbstdarstellungs-Plattformen zu nutzen. Finanzierungs-Milestones, gewonnene Preise und Userdaten interessieren deine Investoren, sind aber für potentielle Kunden nicht relevant. Vielmehr solltest du versuchen, Standpunkte zu relevanten Themen zu beziehen.
5 budgetschonende Seeding-Tipps für Startups

Die Ausgangssituation der meisten jungen Startups ist dieselbe: Sie haben frische, neue Ideen, jede Menge Leidenschaft und wollen sich aufmerksamkeitswirksam am Markt positionieren. Allerdings haben sie häufig kein oder nur ein sehr geringes Budget für Marketing- und PR-Maßnahmen und niemanden der dies für sie übernehmen kann. Was tun? Ganz ohne Aufwand geht’s natürlich nie, aber man kann auch mit kleinem Budget groß auftrumpfen, denn Publicity kann ein Geschäftsmodell erfolgreich machen. Hierfür bietet sich zielgenaues Seeding an, um den Traffic und die Interaktion mit der Marke zu steigern. Für eine wirkungsvolle Kampagne haben wir fünf Seeding-Tipps zusammengestellt, die sich budgetschonend umsetzen lassen.

Verpacke deine Ideen für die Presse interessant
Deine Marke ist deine Botschaft. Positioniere dein Startup mit einer inspirierenden Vision und einer außergewöhnlichen Geschichte. Journalisten geht es darum, neue Geschichten zu erzählen – wenn du eine solche vorweisen kannst und diese noch mit einem steilen Claim, Originalbildern und zusätzlichen Features, wie Widgets und Karten ausstattest, stehen deine Chancen gut, die Aufmerksamkeit der Presse zu erregen. Prägnante Statements animieren Redakteure darüber hinaus zum Zitieren, was den Klickeffekt erhöht und zu Links führen kann. Ein Beispiel hierfür ist das Startup Beach Inspector, dass sich zum Ziel gesetzt hat, alle Strände der Welt zu besuchen und zu bewerten und dadurch die Aufmerksamkeit von Spiegel Online geweckt hat.

Spreche Multiplikatoren individuell an
Um die Chance zu erhöhen, von Multiplikatoren wahrgenommen zu werden, solltest du diese individuell ansprechen. Recherchiere vorher wer die konkreten Ansprechpartner in deinem Themenumfeld sind, die auch schon über dein Themengebiet geschrieben haben und spreche diese direkt an. Persönlicher Kontakt ist immer besser als Standard-Emails an generische Adressen oder Email-Verteiler. Sollte es keine Möglichkeit zur persönlichen Ansprache geben, versuche die Multiplikatoren über ihre Social-Media-Profile oder ihre eigene Email-Adresse zu kontaktieren. Gehe dabei persönlich auf sie ein und halte dich kurz und prägnant.

Referenzen steigern die mediale Aufmerksamkeit
Hast du einmal eine Story veröffentlicht, kannst du diese als Referenz verwenden, um andere Autoritätsträger auf dich aufmerksam zu machen. Es empfiehlt sich hierfür eine Presse-Sektion auf deiner Website einzurichten und dort Presse-Clippings samt kurzen Zusammenfassungen zu veröffentlichen. Diese Maßnahme ist nicht nur für erfolgreiches Seeding relevant, sie lädt deine Marke auch positiv auf und stärkt das Kundeninteresse.

Positioniere dich als Thought-Leader
Recherchiere, ob es Konferenzen oder Messen zu deinem Thema oder einem verwandten Bereich gibt und biete dich als Speaker an. Ist dein Startup beispielsweise eine Immobilienplattform, kannst du auf einer Konferenz für Immobilienwirtschaft auftreten. Solch ein Auftritt generiert wichtige Backlinks und hilft dir ein professionelles Netzwerk aufzubauen. Des Weiteren werden Konferenzen und Messen von Journalisten und Bloggern begleitet, die über dich und dein Startup schreiben, wenn du eine prägnante Speech hälst. Auch Kommentare in Online-Foren und unter Artikeln zu deinem Themengebiet sind wichtig um das Profil deines Startups zu stärken und Backlinks zu generieren. Um relevante Artikel zu finden, kannst du die kostenlosen Google Alerts nutzen.

Beziehe Stellung auf Social-Media-Plattformen
Verzichte darauf, deine Social-Media-Auftritte als pure Selbstdarstellungs-Plattformen zu nutzen. Finanzierungs-Milestones, gewonnene Preise und Userdaten interessieren deine Investoren, sind aber für Influencer und potentielle Kunden nicht relevant. Vielmehr solltest du versuchen, Standpunkte und Positionen zu für dein Startup relevanten Themen zu beziehen und in den Dialog mit Influencern zu treten, indem du ihre Posts likest und mit ihnen interagierst. Die positive Aufmerksamkeit, die du ihnen gibst wird auf dich abfärben – im Seeding sprechen wir daher auch von Social Karma.

Zur Person
Fionn Kientzler ist Managing Partner bei Suxeedo, einer auf Seeding und Content­Entwicklung spezialisierten Agentur. Suxeedo hat bisher über 300 Seeding­Kampagnen für Deutschlands größte Internet Plattformen, darunter auch DAX und Fortune 500 Unternehmen umgesetzt. Dabei wird im Seeding eine Kombination aus PR, Journalismus, Off­Page­SEO und Social Media realisiert. Vom Unterwasserfotografen bis zum Professor für Psychologie: Inhaltliche Expertise wird aus einem Pool von über 700 Fachautoren geschöpft.

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Foto: Agriculture, Seeding, Plant seed growing concept from Shutterstock

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