Marco Piu im Interview Webgears – mit Gutscheinen einmal um die Welt

"Unser Ziel für 2016 ist es, weiter zu wachsen und zu expandieren. Wir peilen ein Umsatzwachstum von 150 % bei einer gleichbleibend hohen Gewinnmarge an. Treiber unseres Wachstums wird vor allem US-Markt sein. 2016 wollen wir hier richtig durchstarten", sagt Marco Piu von Webgears.
Webgears – mit Gutscheinen einmal um die Welt

Das deutsch-österreichische Unternehmen Webgears, das sich selbst Smartshopping-Anbieter nennt und 45 Mitarbeiter beschäftigt, betreibt in mehreren Ländern Gutscheindienste und expandiert derzeit weltweit – selbst Indien haben die Smartshopper im Visier. Bei seinen weiteren Expansionsplänen setzt die Jungfirma gezielt auf Berlin. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Marco Piu, General Manager von Webgears, über Nutzererfahrungen, Warenkörbe und Gewinnmargen.

Es gibt gefühlt fünf Milliarden Plattformen, die Gutscheine anbieten. Was genau macht Webgears anders, als andere Plattformen?
Wir betreiben derzeit in fünf Märkten Gutscheinportale. Im deutschsprachigen Raum sind wir beispielsweise mit gutscheinsammler.de Marktführer und in Großbritannien mit voucherbox.co.uk die Nummer drei im Markt. Was unsere Portale auszeichnet, ist die Qualität des Angebots. Sämtliche Gutscheine werden von uns persönlich kontrolliert – oft sogar mehrfach. So stellen wir sicher, dass die Gutscheine aktuell und die Einlösebedingungen richtig beschrieben sind. Diese Wertigkeit des Contents ist ganz klar das, was uns deutlich von anderen unterscheidet. Weiterhin legen wir viel Wert auf Usability und optimieren dafür fortlaufend die Customer Journey. Der Weg vom Finden eines interessanten Gutscheins bis zum Einlösen soll so kurz wie möglich gehalten werden. Wir sorgen also für eine sehr gute Nutzererfahrung und werden dafür mit loyalen Usern weltweit belohnt.

Lässt sich das Gutschein-Modell leicht in andere Ländern exportieren, oder ticken Engländer, Franzosen und Niederländer komplett anders als deutsche Online-Shopper?
Wir schauen uns vor dem Start jedes Land sehr genau an und expandieren nur dorthin, wo es einen Markt für unser Angebot gibt. Wir haben aber festgestellt, dass die meisten westeuropäischen Länder in Sachen E-Commerce relativ ähnlich sind. Natürlich ist der Wert des Warenkorbs in Großbritannien oder den Niederlanden höher als in Deutschland oder Frankreich. Das erfordert jedoch keine Änderungen an unserem Modell. Die Herausforderungen bei der internationalen Expansion sind ganz andere: Erstens. den Content aufzubauen. Zweitens: Dessen Qualität zu sichern. Drittens: Ein hervorragendes Team zusammenzustellen, das den jeweiligen Markt betreut. Hier haben wir bei jedem Launch viel gelernt und wissen inzwischen ganz genau, wie wir diese drei Punkte erfolgreich meistern können.

Berlin spielt bei Ihren Expansionsplänen eine wichtige Rolle. Warum setzen Sie auf Berlin als internationale Zentrale?
Berlin bietet genau die Infrastruktur, die wir für unsere Expansion benötigen. Sie zieht Menschen aus der ganzen Welt an. Das macht es uns einfach, die richtigen Leute für anstehende Herausforderungen zu finden. Sie wohnen entweder schon in der deutschen Hauptstadt oder sind gerne bereit, in diese zu ziehen.

Wo steht Webgears in einem Jahr?
Unser Ziel für 2016 ist es, weiter zu wachsen und zu expandieren. Wir peilen ein Umsatzwachstum von 150 % bei einer gleichbleibend hohen Gewinnmarge an. Treiber unseres Wachstums wird vor allem US-Markt sein. 2016 wollen wir hier richtig durchstarten. Auch werden mit Indien, Italien, Kanada und Spanien vier weitere neue Märkte in diesem Jahr hinzukommen. Berlin wird uns bei der internationalen Expansion als Zentrale dienen. Entsprechend werden wir hier unser Team ausbauen. In unsere bestehenden Märkte stehen die Zeichen auf Konsolidierung und moderatem Wachstum. Zudem werden wir in alle unseren Märkten einige neue Features launchen, um unseren Nutzern einen noch besseren Service zu bieten. 2016 wird also ein spannendes Jahr.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.