Shop mit bayerischem Flair meinherzschlag: Mit 40 Euro zu 1,1 Millionen Umsatz

"In 2016 wollen wir weiter organisch wachsen. meinherzschlag.de war vom ersten Monat an profitabel. Wir haben das Wachstum bis Mitte 2015 komplett aus dem Cashflow finanziert. Seit Ende 2015 haben wir Unterstützung von unserer Hausbank", sagt Daniel Wildfeuer von meinherzschlag.
meinherzschlag: Mit 40 Euro zu 1,1 Millionen Umsatz

Bei meinherzschlag finden bayerische Onliner viele Produkte mit bayerischen Flair etwa T-Shirts, Aufkleber und Buttons. Ins Leben gerufen wurde der weißblaue Online-Shop von Daniel Wildfeuer bereits im Jahren 2013. Los ging es am Esstisch der Schwiegereltern. Inzwischen ist der bayerische Shop im hohen Norden bei Hamburg geheimatet – also fernab der Alpen.

“2015 war für uns wieder ein tolles Jahr. Wir haben alle Zahlen verdoppelt, rund 35.000 Pakete verschickt und 1,1 Millionen Umsatz erwirtschaftet. Und das alles mit 40 Euro Startguthaben -davon haben wir die ersten Aufkleber gekauft”, sagt der Exilbayer mit stolzer Brust. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Wildfeuer über das Leben in der Fremde, das Oktoberfest und kitschige, bayerische Souvenirs.

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Wie kommt man eigentlich darauf, einen Online-Shop für gestandene Bayern zu eröffnen?
Die Heimatverbundenheit hat wohl jeder Bayer im Blut. Mich selbst hat immer dieses Kitschige an den typischen bayerischen Souvenirs und Geschenkideen gestört. Ich wollte eigene Ideen entwickeln, aber modern und auch frecher als das übliche Angebot. Begonnen hat alles im Mai/Juni 2012, für meine Facebookseite “Mei Herz schlogt boarisch” habe ich die ersten 500 Aufkleber bestellt und zum Kauf angeboten. Die Aufkleber gingen weg wie die warmen Semmeln und ich habe eine Urlaubswoche am Esstisch meiner Schwiegereltern mit Eintüten und Verschicken der Bestellungen verbracht. Von den Aufklebern ging es weiter zu Buttons, Magnete, die ersten Baby Bodies usw. usw.

Und wie kommt es dazu, dass Sie meinherzschlag aus dem hohen Norden betreiben?
Meine Frau ist gebürtige Hamburgerin und ihr zuliebe habe ich 2013 den Schritt gewagt und bin mit ihr und unserem Online-Shop in den hohen Norden gezogen.

Und: Wie läuft das Geschäft, kaufen Bayern denn im Norden ein?
Der Umstand, dass ich als Bayer im hohen Norden wohne haben wir von Beginn an sehr offensiv beworben. Das ist auch so ein bisschen ein Markenzeichen geworden. Deshalb heißt die Betreiber-GmbH auch exilbayer GmbH. Die Bayern selbst nehmen das sehr gut auf und finden es toll, dass man sich in der Ferne so mit der Heimat auseinandersetzt.

ds-meinherzschlag

Bei Bayern denken viele ans Oktoberfest. meinherzschlag ist aber “Oktoberfest-freie-Zone”. Warum?
Für viele Nichtbayern ist das unverständlich aber Bayern ist viel mehr als die jährlichen zwei Wochen Oktoberfest. Ich kenne viele die als gebürtige Bayern sogar das Oktoberfest meiden weil es ihnen zu kommerziell geworden ist. Das Klischee der Bayern wird dort zu 100 % bedient mit Seppelhut, Maßkrug und Dirndl und Lederhose. Das Klischee bedienen schon genügend Anbieter, auch einige Online-Shops. Das können Sie auch gerne weitermachen aber für mich wäre das nichts. Wir grenzen und da bewusst ab und bieten keine Textilien, Krüge & Co. mit dem Schriftzug Oktoberfest an.

Wo steht meinherzschlag in einem Jahr?
In 2016 wollen wir weiter organisch wachsen. meinherzschlag.de war vom ersten Monat an profitabel. Wir haben das Wachstum bis Mitte 2015 komplett aus dem Cashflow finanziert. Seit Ende 2015 haben wir Unterstützung von unserer Hausbank, um die Produktion auszuweiten und größere Stückzahlen zu fertigen. 2016 wird es bei uns große Änderungen in der Logistik geben. Wir planen die Erweiterung auf dann insgesamt rund 700 Quadratmeter um für die Zukunft gewappnet zu sein. Außerdem wollen wir 2016 unser Sortiment als Großhändler, das stationäre Händler beziehen können, noch weiter ausbauen.

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Foto: Two young women in traditional Bavarian clothes – dirndl or tracht – kissing a gingerbread souvenir heart on the Oktoberfest from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.