Jenny Boldt von mealy mealy – eine Koch-App für Food-Blogger-Rezepte

Immer mehr Menschen entdecken ihre Lust am Kochen. Food Bloggern stellt das Start-up mealy nun eine App zu mehr Sichtbarkeit zur Verfügung. Im Gründer-Kurzinterview spricht Gründerin Jenny Boldt über die Lust an Rezepten, Supermärkte und Finanzierungsrunden.
mealy – eine Koch-App für Food-Blogger-Rezepte

Entgegen dem allgemeinen Eindruck, dass jeder nur noch Fast Food und Convenience Produkte verzehrt, entsteht seit einiger Zeit eine Gegenbewegung. Immer mehr Menschen entdecken ihr Lust am Kochen und halten stellen die besten Rezepte schön bebildert in Food Blogs online zur Verfügung. Nachkocher verlieren da schnell den Überblick, welcher Blogger den eigenen Geschmack am besten trifft. Alles Food Blogger vereint nun das neue Start-up mealy. Im Gründer-Kurzinterview spricht Gründerin Jenny Boldt über die Lust an neuen Rezepten, Online-Supermärkte und Finanzierungsrunden.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Wir drei Gründer lieben es, neue Rezepte auszuprobieren und sind bei der Rezeptsuche immer wieder auf tolle Rezeptideen von Food-Bloggern gestoßen. Dabei haben wir aber auch festgestellt, dass die Rezeptsuche bei den vielen verschiedenen Food-Blogs sehr aufwendig ist. Und das besonders dann, wenn man unterwegs ist und für den Einkauf auf dem Heimweg nach einer passenden Rezeptidee sucht. Das möchten wir ändern: mealy vereint die vielen leckeren Food-Blogger-Rezepte kompakt in einer App und bietet seinen Usern jederzeit eine individuelle Rezept-Inspiration – ganz nach ihrem Geschmack. Außerdem liegt es uns sehr am Herzen, auch die Food-Blogger mit unserer App zu unterstützen – deshalb beteiligen wir diese auch an unserem Geschäftsmodell.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Wir wollten von Anfang an eine Koch-App für Food-Blogger-Rezepte entwickeln, sodass jeder auch von unterwegs auf die Rezepte der verschiedenen Blogs zugreifen kann. Zu Beginn des Jahres lag unser Fokus zudem darauf, eine vereinfachte Essensplanung zu ermöglichen. Bei einer ausführlichen Befragung potentieller App-User stellten wir jedoch fest, dass zu wenige Menschen ihre Mahlzeiten planen wollen. Im Mai 2015 haben wir dann unser Konzept von mealy zu dem konkretisiert, was es heute ist: Eine Koch-App für hochwertige Food-Blogger-Rezepte mit individuellen Rezept-Empfehlungen.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Koch-Apps gibt es natürlich sehr viele. Entweder mit großen Rezeptsammlungen, die bspw. von der Community erstellt wurden oder auch mit weniger, allgemeinen Rezept-Vorschlägen. Bei uns stehen jedoch die Food-Blogger und ihre hochwertigen Rezepte sowie der individuelle Rezepte-Feed im Mittelpunkt der App. mealy-User können beispielsweise nicht nur ihre Ernährungsweise einstellen, sondern auch ihren liebsten Food-Bloggern folgen, um immer neue, zu ihrem Geschmack passende Rezept-Vorschläge zu erhalten.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Viele begeisterte mealy-User und eine große Reichweite für unsere App!

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Bald können unsere App-User die Rezept-Zutaten mit wenigen Klicks bei einem Online-Supermarkt bestellen. Für jeden vermittelten Einkauf erhalten wir dann eine Provision. Zusätzlich wird es aber auch für den App-User kostenpflichtige Premium-Rezepte und ggf. Premium-Profile von verschiedenen Marken geben, die mealy somit als Werbeplattform nutzen können. Da wir mealy möglichst schnell auch in anderen Ländern veröffentlichen wollen, stehen erst einmal weitere Investitionen an, sodass wir in den nächsten zwei Jahren noch nicht mit schwarzen Zahlen rechnen.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Momentan ist mealy deutschsprachig und somit nur im DACH-Raum verfügbar. Als nächsten Schritt planen wir, unsere App im englischsprachigen Raum zu veröffentlichen. Aber auch andere Märkte wie zum Beispiel spanischsprachige Länder sind für uns sehr spannend.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Unser wichtigster nächster Meilenstein ist die Veröffentlichung der iOS-App, die wir noch dieses Jahr auf den Markt bringen wollen. Zudem möchten wir natürlich unsere Bekanntheit steigern und möglichst viele aktive User für unsere App gewinnen. In 2016 planen wir außerdem unsere erste Finanzierungsrunde.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Jenny Boldt Gründerin und Geschäftsführerin des Berliner Start-ups mealy. Sie ist verantwortlich für die Bereich Business, Marketing, PR und Kooperationen. Zuvor studierte sie an der TU Berlin Wirtschaftsingenieurwissenschaften mit Schwerpunkt IKT.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.