Die Höhle der Löwen - was sagt Felix? #dhdl Have fun – aber ich glaub nicht dran

Schon ist die vierte Folge „Die Höhle der Löwen“ über den guten alten Röhrenfernseher gelaufen. Auch diese Woche hatte doch ein paar interessante Erkenntnisse zu bieten. Wollen wir uns also mal anschauen, was wir aus dieser Woche für uns mitnehmen. Und rein in die Löwengrube.
Have fun – aber ich glaub nicht dran

Dann schauen wir uns doch wieder einmal an, was so passiert ist bei “Die Höhle der Löwen” und vor allem werfen wir mal einen Blick darauf, was wir als GoG (Gründerinnen oder Gründer) daraus lernen können. Aller guter Dinge sind 4 – wie die Zeit vergeht. Schon ist die vierte Folge „Die Höhle der Löwen“ über den guten alten Röhrenfernseher gelaufen. Auch diese Woche hatte doch ein paar interessante Erkenntnisse zu bieten. Wollen wir uns also mal anschauen, was wir aus dieser Woche für uns mitnehmen.

Sex macht Spaß

Ich glaube, da haben wir alle große Augen gemacht. Ein Einhorn im Löwenkäfig ist sicher nicht alle Tage zu sehen. Aber geschmunzelt habe ich trotzdem. Auch weil das Produkt sicher immer noch einen kleinen „Oh Kondom“-Effekt auslöst. Bei dem Auftritt der Einhörner Philip und Waldemar – oder sollte ich sagen Bart I und II – konnte man merken wie wichtig ein guter Auftritt ist und das eben nicht nur der Inhalt zählt. Ich bin ganz ehrlich: Ich hätte hier auf einen Deal getippt. Warum? Weil die Jungs einen sehr fitten Eindruck machen, der Markt unglaubliche Margen hat, die bestehenden Marken doch sehr trocken kommunizieren und letztendlich weil Sex macht Spaß. Natürlich ist es eine Ansage, dass die beiden 50 % des Gewinns in gemeinnützige Aktionen stecken. (entrepreneurspledge.org). Das kann einen Investor schon mal abschrecken. Alles in allem aber für mich einer der besten Auftritte bisher. Auch wenn es keinen Deal gab, die Jungs gehen ihren Weg.

Ich verstehe nicht so ganz warum Ihr Unternehmen etwas wert ist

Unternehmensbewertung hatten wir ja bereits schon ein paar Mal. Auch dieses Mal war den Löwen der Wert mancher Unternehmen nicht ganz klar oder besser gesagt eigentlich gar nicht klar. 3aArt bewertet das eigene Unternehmen mit 2 Millionen Euro. Dafür muss ich eben Patente, besondere Innovationen oder eben messbare Umsätze vorzeigen. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist eben ein Löwe auch nicht einzufangen. Und wenn ich dann noch einen Löwen mit ausgesprochener Online-Expertise da sitzen habe, dann muss die Conversation Rate schon zuckersüß sein.

Schön, wenn Gründer wissen was Sie können

Gerade bei littlelunch hat mir ungemein gut gefallen, dass den Gründern klar war, was sie können und was nicht. Wenn ich eben ein tolles Produkt entwickelt habe und einen Partner für Marketing und Vertrieb suche, dann sollte ich das direkt ansprechen. Das haben die beiden perfekt kommuniziert. Aber auch die Löwen sind hier strategisch gut vorgegangen und haben den Gründern klar gemacht warum sie dieses „Löwen-Package“ brauchen. Ungewöhnlich auch das die Löwen den Betrag sogar erhöhen, aber mit 60.000 Euro ist es natürlich auch schwer den Markt aufzurollen. Ob die 100.000 Euro reichen werden, das zeigt die Zukunft.

Wie groß ist meine Nische

Bei The Eclectic Journey musste ich als Mann erstmal den Markt verstehen. Der Name hat mich dabei natürlich nicht unterstützt. Secondhand Fashion by the worlds best designers. Mein Gott, was eine Tasche kosten kann. Im Prinzip besetzen die Mädels eine Nische. Klar, ich kann Mode auch bei Ebay gebraucht kaufen oder im Secondhand Laden um die Ecke. Aber eine konkrete Anlaufstelle online für High Fashion Brands im Bereich Secondhand kannte ich zumindest vorher noch nicht. Nischenmarketing kann sicher ein Ansatz sein. Die Zukunft wird dann zeigen ob die Nische vielleicht zu klein oder genau richtig ist. Die Löwen konnten jedenfalls nicht begeistert werden. Auch wenn den beiden Mädels sicher zwei Taschenkäuferinnen gegenüber saßen.

Tut Tuuuuut – Arsch über Latte

Carsharing, Bikesharing also warum nicht auch Rollersharing – auch wenn ich mich mit dem Begriff noch schwer tue. Scoo.me konnte Lenke überzeugen in das Unternehmen zu investieren. Aber hier wird viel Arbeit auf das Team zukommen. Gerade der Markteinstieg wird eine Menge des Investments auffressen. Das Produkt als solches hat natürlich absolut Potenzial. Roller fahren ist in, ist einfach und macht Spaß. Aber Jochen Schweizer hat so schön gesagt: „Markt hin – Markt her“. Wenn sich das Produkt als echte Alternative etabliert, könnte es ein lohnendes Investment werden. Was mir gefallen hat, war einfach dass die Jungs am Anfang gleich die aktuell Situation treffend beschrieben haben. Das hat vor allem die Löwen abgeholt.

PS Wir haben auch gelernt was ein Proof of concept ist. Wobei die beiden Mädels von The Eclectic Journey mir schon ein wenig leid getan haben. Da waren die Löwen doch ein wenig zu bissig nach meinem Geschmack.

Wie hat ihnen die Folge gefallen und was ist Ihnen aufgefallen? Ich hoffe eine ganze Menge.

Zur Person
ds-erfolgreich-gruendenFelix Thönnessen ist Coach der Sendung “Die Höhle der Löwen” und macht die Teilnehmer fit für den Pitch vor den Investoren – siehe auch “Dos und Don’ts beim Pitch vor Löwen und Investoren“. Er arbeitet ansonsten als Gründungsberater und ist Inhaber der Unternehmensberatung thoennessenpartner. Für deutsche-startups.de analysiert Thönnessen in diesem Jahr die Auftritte der Kandidaten der zweiten Staffel von “Die Höhle der Löwen”. In seinem Buch “Erfolgreich Unternehmen gründen“, das gerade erschienen ist, gibt Thönnessen Tipps und Anleitungen, die für eine erfolgreiche Gründung wichtig sind: von der Ideenbildung über den Businessplan bis hin zur ersten Büroorganisation.

Fotogalerie: “Die Höhle der Löwen” (2. Staffel)

ds-loewen-fotoserie

Wir werfen ein Blick hinter die Kulissen von “Die Höhle der Löwen” und stellen die Jury vor. Einige Eindrücke der etwas anderen Gründer-Show gibt es in unserer kleinen, aber feinen Fotogalerie.

Foto (oben): © VOX/Sony