Eine Frage der Definition Was verdammt noch mal ist eigentlich ein Start-up?

Für viele Zeitgenossen ist mittlerweile jede Unternehmensgründung ein Start-up. Getreu dem Motto: Hauptsache, es wird überhaupt gegründet. Aus diesem Grund stellen wir wieder einmal eine beliebte Frage in die Runde: Was ist eigentlich ein Start-up? Wir bitten um Definitionen.
Was verdammt noch mal ist eigentlich ein Start-up?

Gefühlt ist momentan alles ein Start-up! Unternehmen gründen Start-ups, Agenturen gründen Start-ups, Frisörmeister gründen Start-ups, Handwerker gründen Start-ups, Köche gründen Start-ups, Start-ups gründen Start-ups und kabeleins sucht zu allem Überfluss auch noch ein “Restaurant Startup“.

Aus diesem Grund stellen wir wieder einmal eine beliebte Frage in die Runde: Was ist eigentlich ein Start-up? Wir bitten um Antworten. Zuvor aber einige andere Definitionen.

Ein Start-up bezeichnet “junge, noch nicht etablierte Unternehmen, die zur Verwirklichung einer innovativen Geschäftsidee (häufig in den Bereichen Electronic Business, Kommunikationstechnologie oder Life Sciences) mit geringem Startkapital gegründet werden”.
Gabler Wirtschaftslexikon

Der Englische Begriff “Startup” beschreibt eine kürzlich gegründete Firma, die sich in der ersten Phase des Lebenszyklus eines Unternehmens befindet. Denkt man an ein Startup, exisitiert bei vielen das klischeehafte Bild im Kopf, wie potenzielle Gründer ihre großartigen Ideen während Nachtschichten in unauffälligen Garagen entwickeln, um sie anschließend auf den Markt zu bringen.
Gründerszene

Startup-Unternehmen (oder kurz Startup bzw. Start-up) ist ein wirtschaftsgeschichtlich verhältnismäßig neuer Anglizismus zur Bezeichnung eines jungen Unternehmens, das durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet wird: Es hat eine innovative Geschäftsidee und es wird mit dem Ziel gegründet, schnell zu wachsen.
Wikipedia

Ein Startup ist nicht einfach die kleinere Version eines großen Unternehmens. Stattdessen handelt es sich um eine temporär existierende Organisation auf der Suche nach einem skalierbaren, nachhaltigen, profitablen Geschäftsmodell.”
Daniel Bartel

Passend zum Thema: “Darum gehört der Begriff Existenzgründer beerdigt

Jetzt sind Sie an der Reihe: Was ist eigentlich ein Start-up?

Foto: Startup from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Die für mich beste Definiton hat immer noch Paul Graham verfasst.
    Startup = Growth

    A startup is a company designed to grow fast. Being newly founded does not in itself make a company a startup. Nor is it necessary for a startup to work on technology, or take venture funding, or have some sort of “exit.” The only essential thing is growth. Everything else we associate with startups follows from growth.

    http://www.paulgraham.com/growth.html

  2. Finde die Definition vom Deutschen Startup Monitor ziemlich treffend:
    – das Alter: Startups sind jünger als 10 Jahre.
    – die Innovationskraft: Startups sind mit ihrer Technologie und/oder ihrem Geschäftsmodell hoch innovativ.
    – das Wachstum: Startups haben (streben) ein signifikantes Mitarbeiter- und/oder Umsatzwachstum (an)

  3. Ich würde es ungern auf das Alter oder Kapital beschränken. Wichtig ist für mich, dass Startups neue innovative Unternehmen auf der Suche nach einem funktionierenden Geschäftsmodell sind. Das unterscheidet sie vom klassischen Frisörmeister, der mit seiner Idee häufig einem etablierten Geschäftsmodell folgt und andere Risiken hat, als ob die Geschäftsidee oder das Geschäftsmodell funktioniert.



  4. Guest

    Zunächst sollte einmal Innovation definiert
    werden, denn unter Innovation ist die erstmalige, erfolgreiche, wirtschaftliche
    Umsetzung einer Invention (tech. Umsetzung einer neuen/neuartigen
    Problemlösung) zu verstehen. Also muss das Start-up vor allem die gesetzten
    wirtschaftlichen Ziele erreichen. Dies versucht man mit einer Problemlösung,
    die einen Neu-Charakter durch die erstmalige Umsetzung erfährt. Die
    Wahrgenommene Geschwindigkeit resultiert aus Geschäftsmodellen, die vor allem
    auf den Entwicklung der IKT basieren. Hinzu kommt die Angst von Imitation,
    sodass ein psychischer Druck auf dem Start-up lastet schnell zu sein. Beschleunigung
    erfährt man wiederum durch tech. Fortschritt, bspw. Digitalisierung.

    Daraus lässt sich wohl auch das Ziel „Wachstum“
    sehr gut ableiten. Wachstum ist wiederum ein Bestandteil des Shareholder-Value
    Ansatzes, dessen Ziele eine Unternehmenswertsteigerung durch Ertrag und
    Wachstum sind. Unter Ertrag ist die Summe aller wirtsch. Leistung zu
    bezeichnen. Leistung wird häufig synonym zum Produkt (Dienstleistungen sind
    immaterielle Produkte) verwendet, das in wirtsch. selbstständigen
    Organisationseinheiten (also: Unternehmen) produziert wird. Produkte sind
    mittel- und unmittelbare Problemlösungen.

    Unter Unternehmen versteht man Betriebe, diese
    haben wiederum einen Zweck und dieser besteht eigentlich aus dauerhaft
    vorfolgten Zielen. Da jedoch Start-ups (häufig) kein langfristiges Ziel (siehe
    Definitionen oben) verfolgen, sind diese wohl auch keine Betriebe, ergo auch
    keine Unternehmen!

    Da Start-ups zunächst ihre Problemlösung nicht
    erfolgreich umgesetzt haben, handelt es sich hierbei um den Versuch, eine
    bestimmte Hypothese zu prüfen. Damit geht auch ein „Scheitern“ einher. Daher
    sind Start-ups auch temporär angelegt. Die Erkenntnisse können wiederum angewandt
    werden, um neue Problemlösungen zu generieren und damit geht der Spaß von vorne
    los :)



  5. Search

    Zunächst sollte einmal Innovation definiert werden, denn unter Innovation ist die erstmalige, erfolgreiche, wirtschaftliche Umsetzung einer Invention (tech. Umsetzung einer neuen/neuartigen Problemlösung) zu verstehen. Also muss das Start-up vor allem die gesetzten wirtschaftlichen Ziele erreichen. Dies versucht man mit einer Problemlösung, die einen Neu-Charakter durch die erstmalige Umsetzung erfährt. Die Wahrgenommene Geschwindigkeit resultiert aus Geschäftsmodellen, die vor allem auf den Entwicklung der IKT basieren. Hinzu kommt die Angst von Imitation, sodass ein psychischer Druck auf dem Start-up lastet schnell zu sein. Beschleunigung erfährt man wiederum durch tech. Fortschritt, bspw. Digitalisierung.

    Daraus lässt sich wohl auch das Ziel „Wachstum“ sehr gut ableiten. Wachstum ist wiederum ein Bestandteil des Shareholder-Value Ansatzes, dessen Ziele eine Unternehmenswertsteigerung durch Ertrag und Wachstum sind. Unter Ertrag ist die Summe aller wirtsch. Leistung zu bezeichnen. Leistung wird häufig synonym zum Produkt (Dienstleistungen sind immaterielle Produkte) verwendet, das in wirtsch. selbstständigen Organisationseinheiten (also: Unternehmen) produziert wird. Produkte sind mittel- und unmittelbare Problemlösungen.

    Unter Unternehmen versteht man Betriebe, diese haben wiederum einen Zweck und dieser besteht eigentlich aus dauerhaft vorfolgten Zielen. Da jedoch Start-ups (häufig) kein langfristiges Ziel (siehe Definitionen oben) verfolgen, sind diese wohl auch keine Betriebe, ergo auch keine Unternehmen!

    Da Start-ups zunächst ihre Problemlösung nicht erfolgreich umgesetzt haben, handelt es sich hierbei um den Versuch, eine bestimmte Hypothese zu prüfen. Damit geht auch ein „Scheitern“ einher. Daher sind Start-ups auch temporär angelegt. Die Erkenntnisse können wiederum angewandt werden, um neue Problemlösungen zu generieren und damit geht der Spaß von vorne los :)



  6. Daniel Bartel

    Ich finde die Einordnung vom Deutschen Startup Monitor (= Bundesverband Deutsche Startups) auch sehr treffend.

    Ich unterscheide immer zwischen GRÜNDUNGEN in existierenden Märkten mit bekannten Lösungen (z.B. die Gründung eines innovativen Franchise-Konzeptes) und STARTUPS, die auf der Suche nach einer passenden Lösung in noch unbekannten Märkten sind. Meist sind das Ideen, wo man am Anfang sagt “das wird niemals funktionieren!”, wie es z.B. noch 2011 bei mir und dem Privaten Carsharing (autonetzer) der Fall war.

    Wichtig ist hierbei: Eine Gründung kann genauso herausfordernd & riskant sein wie ein Startup – und es muss nicht immer ex-potenzieller Wachstum (aka Hockey-Stick) sein. So unterscheidet Steve Blank etwa 6 verschiedene Typen:
    – Lifestyle Startups: Work to Live Their Passion
    – Small-Business Startups: Work to Feed the Family
    – Scalable Startups: Born to Be Big
    – Buyable Startups: Acquisition Targets
    – Social Startups: Driven to Make a Difference
    – Large-Company Startups: Innovate or Evaporate

    Ergo: Umso höher der Innovationsgehalt ist und umso mehr es Unbekannte bei “Problem/Kunde” und “Lösung/Markt” gibt, desto mehr kann es sich bei der Gründung um ein Startup handeln – ich rede auch manchmal von “disruptive Innovations”, und hier ist auch eine agile Vorgehensweise nach Lean Startup (vgl. Das Handbuch für Startups, http://startup-handbuch.de) am besten geeignet.



  7. Jan Kahlert

    Aber egal welche Definitionen man hier unten oder oben liest, kann ja eine Bio-Food-Kette, ein Keine-Verpackungs-Konzept (egal ob Shop oder Takeaway-food), ein Vegan/Saisonal/Regional-lokal sehr wohl auch ein Start-up sein, wenn es neu (!) ist. Es ist innovativ, riskant, und wenn es klappt, steht Wachstum (neue Filialen, neue Regionen, Online Order, was weiß ich) nichts im Wege. Ich glaube eher, Start-ups werden viel zu oft auf den digitalen oder medialen Bereich beschränkt, was für mich nicht zwingend ist.

    P.S. All das oben genannte wurde ja auch irgendwann mal als “Funktioniert nie” belächelt.

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