Wutrede im Landtag Wer scheitert erntet Spott: FDP-Chef Lindner flippt aus

Wer scheitert, erntet oft Spott und Häme - so auch FDP-Chef Christian Lindner. Diesmal im Landtag in Düsseldorf. Nach einem "dämlichen Zwischenruf" hält Lindner eine Wutrede. Dies sei einer der Gründe, warum die Menschen lieber in den öffentlichen Dienst gingen, statt zu gründen.
Wer scheitert erntet Spott: FDP-Chef Lindner flippt aus

Wir wiederholen es seit Jahren fast schon gebetsmühlenartig: Scheitern ist keine Schande! Und noch einmal: Scheitern ist keine Schande! Zur Start-up-Szene gehört auch die Möglichkeit, dass man auf die Nase fallen kann – siehe dazu auch “Scheitern ist keine Schande! – Gründer berichten, warum ihr Start-up gescheitert ist“. Mit einer Wutrede rund um das Thema Scheitern hat nun der FDP-Vorsitzende Christian Lindner einen Hit im Netz gelandet.

Eigentlich wollte Lindner im Düsseldorfer Landtag nur auf die Regierungserklärung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft antworten und diese verbal unterstützen. Es ging grob um Gründergeist in Deutschland. “Gründungskultur ist auch Ausdruck des Zukunftsvertrauens einer Gesellschaft”, sagt Lindner. Dann wird er von Volker Münchow ein klein wenig unterbrochen. Mit Unternehmensgründungen habe Lindner ja so seine Erfahrungen gemacht, ruft der SPD-Mann dazwischen. Und Lidner, bis 2001 Geschäftsführer eines erfolglosen Internetunternehmens, platz der Kragen: “Haben Sie nicht gehört, was die Ministerpräsidentin gesagt hat? Man soll das Scheitern von Pionieren nicht biografisch als Stigma verwenden!”, pafft er dem Zwischenrufer entgegen.

Dies sei einer der Gründe, warum heute die Menschen lieber in den öffentlichen Dienst gingen, statt zu gründen. “Weil man nämlich, wenn man Erfolg hat, in das Visier der sozialdemokratischen Umverteiler gerät, und wenn man scheitert, ist man sich Spott und Häme sicher”, poltert Lindner weiter. Wobei sein Zeigefinger immer wild durch die Luft schwirrt. “Welchen Eindruck macht so ein dümmlicher Zwischenruf wie Ihrer auf irgendeinen gründungswilligen Menschen?“, fragte der FDP-Chef anschließend. Und dann beendet er seine Wutrede mit dem Satz: “So, das hat Spaß gemacht”. Stimmt, das zuhören auch!

Passend zum Thema: “Über 50 Start-ups, die 2014 leider gescheitert sind” und “Nur wer Fehler macht, kommt garantiert weiter

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Scenepirat

    “Und dann beendet er seine Wutrede mit dem Satz: “So, das hat Spaß gemacht”.”

    Mehr als schreien kann er also nicht. Vllt sollte er sich bei der SPD bewerben…



  2. Klausi

    Scheitern ist dann kein Problem wenn man wieder aufsteht und weiter macht.
    Wenn man statt dessen Politiker wird…..



  3. Recht-hat-er

    Eine sehr souveräne und angemessene Reaktion von C. Lindner auf die tatsächlich dümmliche und entlarvende Äußerung des SPD-Politikers. Und das schreibe ich als Nicht-FDP-Wähler!

  4. Klar, Scheitern ist nicht verboten, und ohne Hintergrundwissen über die Geschichte von Moomax könnte ich ihm auch zustimmen. Das Scheitern bei Herrn Lindner hat allerdings mehr als ein “Geschmäckle” hinterlassen, darauf bezog sich der Spott.

  5. So kann man die kriselnden Wählerstimmen auch positiv beeinflussen – tolle Story die diesmal nicht geplant war :-)

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