Nadine Wallace von Paycan “Mitbewerber sind nur bedingt vergleichbar mit Paycan”

Das Start-up Paycan um Gründerin Nadine Wallace setzt Beacon-Technologie in Verbindung mit einer Software zielgerichtet für Handel und Gastronomie ein. Im Gründer-Kurzinterview spricht die Deutsch-Amerikanerin über den stationären Handel, indirekte Mitbewerber und Abweichungen zum Businessplan.
“Mitbewerber sind nur bedingt vergleichbar mit Paycan”

Beacons, die Bluetooth Sender, welche Werbeanzeigen direkt auf die Smartphones verschicken können, sind derzeit in aller Munde. Das Start-up Paycan um Gründerin Nadine Wallace setzt diese Technologie in Verbindung mit einer Software zielgerichtet ein. Im Gründer-Kurzinterview spricht die Deutsch-Amerikanerin über den stationären Handel, indirekte Mitbewerber und Abweichungen zum Businessplan.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up ?
Aus Passanten Kunden zu machen. Durch die Nutzung der Beacon – Technologie, im Zusammenspiel mit unserer speziell entwickelten Software, entsteht dabei ein leistungsfähiges Marketinginstrument, mit dem der stationäre Handel und die Gastronomie einfach und individuell Kunden ansprechen und generieren kann.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zu Gründung verändert?
Insofern, dass uns die hohe Nachfrage vollkommen überrascht hat.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Es gibt da mehrere. Jedoch sind diese nur bedingt vergleichbar mit Paycan. Indirekte Mitbewerber, die Teilaspekte von Paycan anwenden, sind Software- und Marketingfirmen sowie App Entwickler. Bisher ist noch kein Produkt auf dem Markt verfügbar, das dieselbe flexible Kundenansprache und Preisgestaltung inklusive eigener Bearbeitungsmöglichkeit wie das Paycan- System bietet.

Der Unterschied zwischen den Mitbewerbern und Paycan ist die Einfachheit und die Reichweite. Das liegt daran, dass bei den Mitbewerbern eine eigene App benötigt wird, die teilweise sogar im Hintergrund geöffnet sein muss. Dies ist der große Unterschied zu Paycan, es wird keine eigene App benötigt, da der Code jetzt schon in mehr als 100.000.000 Smartphones weltweit im Umlauf ist.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Kunden, Kunden, Kunden, wobei wir hier schon große, positive Abweichungen zu unserem Businessplan verzeichnen können.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben Sie schwarze Zahlen?
Paycan verfolgt eine Preisstrategie, die vor allem für den Kunden Vorteile bietet. Der Kunde von Paycan zahlt 10 Cent für jede tatsächlich ausgelieferte Werbebotschaft.

Um vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen, ohne große Anfangsinvestitionen und damit verbundenen Zweifeln, von dem System zu überzeugen und diese teilhaben zu lassen, verzichtet Paycan auf den Verkauf der Beacons. Stattdessen verleihen wir diese gegen eine Kaution von 50 Euro pro Beacon, die der Kunde bei Beendigung der Benutzung von Paycan zurückerhält. Schwarze Zahlen werden ab dem Jahr 2015 erwartet.

Welche Märkte wollen sie mittel- und langfristig erobern?
Damit das Unternehmen sowohl auf nationaler- wie auch auf internationaler Ebene wachsen kann, bietet Paycan verschiedenen Agenturen die Möglichkeit an, das Paycan-System an ihre Kunden weiterzugeben. Die Agenturen erhalten Provisionen.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Wir möchten in den ersten zwölf Monaten lernen unsere Kunden noch besser zu verstehen, unsere Arbeitsabläufe zu finden, Strukturen aufzubauen und zu optimieren.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Nadine Wallace besuchte als Deutsch-Amerikanerin die Ramstein American High-School und schloss daran ein Studium im Bereich Marketin an Ruhr Universität in Bochum an. Sie hat mehrere Ausbildereignungen für IHK-Berufe. Die Werbeagentur Wallace gründete sie im Jahr 2012, die jetzt auch Paycan betreibt.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.