15 Fragen an Abdula Hamed (myCleaner) “Jeder Gründer sollte einen langen Atem mitbringen”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Abdula Hamed von myCleaner.
“Jeder Gründer sollte einen langen Atem mitbringen”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Ich finde es ganz wichtig das tun zu dürfen, was man für die positive Unternehmensentwicklung für richtig hält. Es ist wunderschön erleben zu dürfen, wie die gesamten Unternehmensprozesse nach und nach kreiert und von Mitarbeitern gelebt werden. Gleichzeitig steht man als Gründer unter stetigem Erfolgsdruck, um die Mitarbeiter langfristig beschäftigen zu können.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu IhremStart-up?
Als ehemaliger Student an der Fachhochschule Aachen im Master in Biomedical Engineering bin ich während der Mitfahrgelegenheit auf den damaligen Fahrer Slawa Kister gestoßen. Slawa war damals Unternehmer und hatte mich insgesamt inspiriert. Während der Fahrt sind wir auf das Thema der mobile Fahrzeugreinigung gestoßen und haben noch während der Autofahrt die Geschäftsidee ins Leben gerufen.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Das Stammkapital hatten wir, heute vier Gründer, aus eigener Kraft gestemmt und so die GmbH gegründet. Wir waren in der Lage das Unternehmen 1,5 Jahre ohne externe Finanzierung zu tragen. Für die bundesweite Skalierung sind wir seit Mitte 2013 im Inkubator YOU IS NOW der Scout24 Holding und bekommen Unterstützung von Experten der Autoscout24.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Es gibt sehr viele Punkte, die einem während der Gründung und dem Aufbau ins Schleudern bringen. Hierbei geht es bei der ordentlichen und stabilen Personalbeschaffung los bis hin zum Aufbau der Vertriebsprozesse für die Erschließung der Kundengruppen. Jedes 0815 Dokument, das in etablierten Unternehmen als „selbstverständlich“ gilt muss regelrecht neu erfunden werden und auf das eigene Unternehmen angepasst werden. Durch die ideale Konstellation des Know-How der Mit-Gründer und deren bisherigen Erfahrungsschatzes konnten wir dies jedoch ganz gut meistern.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Ich würde alles genauso machen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
In unserem Bereich merken wir immer wieder, dass PR Aktivitäten einen positiven Einfluss auf unser Unternehmen hat. Durch die Teilnahme an Wettbewerben schaffen wir es immer wieder in die Presse und messen den Echo der jeweiligen Marketingspielart.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Meine Mit-Gründer Slawa Kister, seine Frau Natalia, mein Bruder Mohamed und Dmitry Klimensky waren und sind noch immer der wichtigste Hebel in der gesamten Unternehmensentwicklung. Gemeinsam ist man durch gute und schlechte Tage gegangen. Selbstverständlich wäre die Gründung ohne die Unterstützung meiner Familie auch nicht möglich gewesen.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Zum Erfolg gehört neben Anfängerglück und Fleiß vor allem Ausdauer. Jeder Gründer sollte einen langen Atem mitbringen und sich finanziell so aufstellen, diesen langen Atem zu bewerkstelligen.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
StartuUp freundlichere Gesetze. Zum Beispiel wird ein Start-Up bei der Personalbeschaffung und vor allem Kündigungen knall hart behandelt, analog zu den Konzernen. Hier sollte es Lockerungen geben, um flexibler agieren zu können.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich würde heute höchst wahrscheinlich gemäß meines Studiums im Bereich der Medizintechnik tätig werden. Diese ist nach wie vor eine sehr interessante Richtung, die mir sicherlich sehr viel spaß gemacht hätte.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
myCleaner.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
In die Zukunft, um zu sehen, wie sich unsere Welt verändern wird.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Das gesamte Geld würde ich mit ruhigem Gewissen in myCleaner investieren, um das Wachstum zu beschleunigen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Einen schönen Sonntag verbringe ich gerne mit meiner Freundin und meiner Familie. Eine perfekte Mixtur, um mit voller Kraft Montag-Morgen arbeiten zu gehen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Michael Jackson, R.I.P. eine sehr inspirierende Person. Ansonsten würde ich mich
gerne mit Richard Brandson verabreden.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Abdula Hamed studierte zunächst in China und Kanada, eher er sein Bachelor an der FH Furtwangen in Medical Engineering absolvierte. Bereits wWährend des Studiums ist myCleaner entstanden. Anfang 2013 schloss Abdula das Studium erfolgreich ab und ist sofort Vollzeit in myCleaner eingestiegen.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.