Start-ups sind die besseren Arbeitgeber für Quereinsteiger

Ohne den Mut und Erfindungsreichtum von Quereinsteigern hätten sich viele Start-Ups nicht erfolgreich entwickeln können. Auch heute bieten Start-Ups aus allen Branchen den Nährboden für Karrieren, die nicht dem deutschen Bildungssystem entsprechen, dafür aber um vieles spannender sind.
Start-ups sind die besseren Arbeitgeber für Quereinsteiger

Start-ups sind die besseren Arbeitgeber für Quereinsteiger – Gastbeitrag von Peer Bieber, Gründer von TalentFrogs.de: Start-Ups leben von Quereinsteigern und bieten die besten Voraussetzungen, eine Karriere einzuschlagen, die den eigenen Talenten und Stärken entspricht.Warum das so ist und warum beide Parteien davon profitieren, zeigt der folgende Gastbeitrag.

In den 80er und 90er Jahren hat sich die gesamte IT- und Internetbranche mit Hilfe von Ingenieuren aus fachfremden Bereichen und Lehrern entwickelt. Heute setzt die Branche Milliardenumsätze um und beschäftigt Tausende von Mitarbeitern. Ohne den Mut und Erfindungsreichtum dieser Quereinsteiger hätten sich viele der einstigen Start-Ups nicht erfolgreich entwickeln können. Auch heute bieten Start-Ups aus allen Branchen den Nährboden für Karrieren, die nicht dem deutschen Bildungssystem entsprechen, dafür aber um vieles spannender sind.

Die Natur des Start-Ups

Gerade durch den rasanten technologischen Fortschritt und die gestiegene Produktivität ergeben sich immer mehr Chancen mit neuen Lösungen die Märkte zu bedienen. Ob der Online-Schuh-Verkauf, die mobile Kaffee-Bar oder Schraubverbindungen aus Kautschuk, in alle Bereichen und Branchen werden kontinuierlich neue Ideen geboren.

Nicht jede Idee entsteht in der Forschungsabteilung einer Hochschule, die auf Fachexperten zurückgreift. Oft sind die Gründer von Start-ups Außenstehende, die durch ihren Blickwinkel Potenziale erkennen und Chancen ergreifen. Besonders Gründer, die selbst als Quereinsteiger starten, sind dem Quereinsteigertum wesentlich aufgeschlossener, als Führungskräfte etablierter Unternehmen. Hinzu kommt, dass sie sich durch die Selbstständigkeit zu Geschäftsführern entwickeln müssen, die mit fachfremden Themen konfrontiert werden. Plötzlich muss auch der Java-Entwickler Vertrieb und Einkauf selbst verantworten und die Buchhaltung verstehen.

Not macht erfinderisch
Die wenigsten Start-Ups haben bei ihrer Gründung ein Venture Capital-Partner an ihrer Seite und können sich die schicken Büros in Berlin-Mitte leisten. Damit ist auch das Personalbudget sehr begrenzt. Zwar wünscht sich jedes Start-up, dass der geniale Programmierer oder Vertriebler das Potenzial des Start-Ups erkennt und auch für kleines Geld dort anfängt – aber die Realität sieht anders aus. Durch die sehr gute Arbeitsmarktsituation und die Wirtschaftslage in Deutschland, gehen die besten Fachkräfte zu Unternehmen, die ihnen Sicherheit, Perspektiven und attraktives Gehalt bieten können. Denn auch die Fachkraft ist ein Sicherheitsmensch, die am Ende des Monats die Miete problemlos bezahlen möchte. Dazu braucht sie sich nicht der Ungewissheit eines Start-Ups auszusetzen.

Und genau hier schlägt die Stunde für pfiffige Quereinsteiger, die mit ihren Erfahrungen, Talenten und Stärken den Start-Ups einen Mehrwert bieten können, auch wenn Sie keine Branchenkenntnis oder ein entsprechendes Diplom vorweisen können. Wer als Quereinsteiger seinen Traum verwirklichen möchte, sollte deshalb gezielt nach offenen Stellen bei Start-Ups suchen. Start-Ups werden nicht mit Bewerbungen überhäuft und können sich auch den kostspielige Personaldienstleistungen leisten, um ihre Stellen zu besetzen.

Stellenanzeigen richtig lesen

Oft unterscheiden sich die Stellenanzeigen von Start-ups zu denen etablierter Unternehmen in ihrer textlichen Ausgestaltung, mit der junge Menschen angesprochen werden sollen. Jedoch verfallen auch Start-Ups in das typisch deutsche Verhalten, dass sie nach der eierlegenden Wollmilchsau suchen, in dem umfangreiche Anforderungsprofile beschrieben werden.

Als Quereinsteiger geht es darum, aus der Stellenanzeige die wichtigen Anforderungen heraus lesen zu können. Meisten sind die ersten beiden Punkte bereits die Wichtigsten. Die restlichen Punkte sind oft nur „nice-to-have“ oder Lückenfüller, damit die Stellenanzeige voller erscheint.
Eine Bewerbung sollte dann jedoch nicht mit einem klassischen Lebenslauf erfolgen. Als Quereinsteiger steht man vor der Herausforderung, dass man auf einem Blatt Papier nur einen Teil der Anforderungen erfüllt. Deshalb gehören, die für die jeweilige Stelle spezifischen fachlichen und nicht-fachlichen Stärken auf die erste Seite des Lebenslaufs. Das Stärken-Profil muss klar den Mehrwert für das Start-up darstellen und neugierig machen. Damit verbessern sich die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.

Gewohnheiten über Bord werfen

Mit der Entscheidung für einen Quereinstieg verlässt man seine Komfortzone und muss sich neuen Herausforderungen stellen. Start-ups haben eine extrem hohe Dynamik in Bezug auf Arbeitsprozesse und Aufgabengebiete. Quereinsteiger müssen eine hohe Anpassungsfähigkeit mitbringen und sich darauf einstellen, dass sie auch unerwartete Aufgaben erledigen müssen, um das Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten.

Genau diese Dynamik hilft Quereinsteigern, dass sie sich fachlich und menschlich weiterentwickeln und sich zukünftig viel offener und selbstsicherer auf dem Arbeitsmarkt bewegen. Nicht nur, dass man den eigenen Talenten folgt, in einem Start-up nimmt der Quereinsteiger die Karriere selbst in die Hand und kann mehr Chancen ergreifen.

Foto (oben): Business man holding board on the background from Shutterstock

Zur Person
Peer Bieber ist Experte für innovative Recruiting-Möglichkeiten. Er hilft Unternehmen neue Blickwinkel auf den Bewerbermarkt zu werfen und das Bewerberpotenzial dadurch nachhaltig zu verbreitern. Als Geschäftsführer und Gründer von TalentFrogs.de (www.talentfrogs.de) und Headhunter-light.de (www.headhunter-light.de), hat er innovative Möglichkeiten geschaffen, die das Recruiting im Web optimieren und verbessern. Er berät zahlreiche namhafte Konzerne im Bereich Recruiting und in der Bekämpfung des Fachkräftemangels.

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