“Ich würde mir gerne die Erde vor den ersten Menschen ansehen” – 15 Fragen an Morten Hartmann von Stuffle

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen, den es inzwischen auch in gedruckter Form und als eBook gibt – siehe “Hinter den Kulissen deutscher Start-ups“. Der kurze Fragenkatalog lebt […]
“Ich würde mir gerne die Erde vor den ersten Menschen ansehen” – 15 Fragen an Morten Hartmann von Stuffle

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen, den es inzwischen auch in gedruckter Form und als eBook gibt – siehe “Hinter den Kulissen deutscher Start-ups“. Der kurze Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Morten Harmann von Stuffle (www.stuffle.it).

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Das ist einfach etwas, dass mir vor langer Zeit klar wurde, dass ich den Schritt eines Tages gehen wuürde. Man lernt unglaublich viel in sehr kurzer Zeit und es gibt immer etwas zu tun.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Vor ca. zwei Jahren wollte einer meiner guten Freunde mit seiner Freundin zusammen ziehen. Die war von seinen Möbeln nicht gerade begeistert und er hat deshalb damals versucht sie bei eBay zu verkaufen (die Möbel natürlich). Nachdem er 15 Minuten später aufgrund der Formularwüsten entnervt aufgegeben hat, haben wir uns abends bei einem Bier erstmals mit der Idee befasst, Verkaufs- und Kaufprozess bei Kleinanzeigen mobil so einfach wie nur möglich zu gestalten.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Das erste Geld stammt von den Digital Pioneers (Inkubator), wir konnten etwa ein halbes Jahr später Tim Schumacher (Angel) und den HTGF (VC) überzeugen, einzusteigen. Mittlerweile erwirtschaften wir selbst erste Umsätze.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Das Auftreiben der ersten Finanzierung sowie die gesamte deutsche Bürokratie.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase andersmachen?
Ich würde meine eigenen Anteile direkt in einer Gesellschaft und nicht mehr im Privatvermögen halten. Außerdem würde ich für das Start-up selbst von vornherein mehr Geld für Marketing budgetieren.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wie alle anderen wünschen auch wir uns natürlich ein möglichst virales Wachstum. Das kann man aber nicht aus dem Hut zaubern. Vor allem klassische PR ist nicht zu unterschätzen: Mit einem Fernsehbericht
erreicht man auf einen Schlag unglaublich viele Menschen und mit immer wiederkehrenden Printveröffentlichungen kann man eine Marke etablieren. Konstante Downloads sind in unserem Umfeld aber vor
allem über mobile advertising möglich.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Hier geht mein Dank an Nico Lumma, ohne ihn wäre das alles nicht möglich gewesen.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Keine Angst haben.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Eine Vereinfachung des Steuersystem und insbesondere Entlastungen bei Schachtelbeteiligungen. Man sollte Investoren und Start-ups das Leben leichter machen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich würde in mathematischer Modellierung promovieren.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Da ich die deutschen Start-ups dann doch schon irgendwie alle kenne: Bang With Friends.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich würde mir gerne die Erde vor den ersten Menschen ansehen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich würde mir ein kleines aber feines Segelboot zulegen und einmal die Erde umrunden. Natürlich gegen den Strom, damit es auch Spaß macht.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit meinem Snowboard auf einem verschneiten Berghang.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Garri Kasparow.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Morten Hartmann ist Gründer und Geschäftsführer von Stuffle. Vor seiner Zeit bei Stuffle hat Morten Wirtschaftsmathematik an der Universität Hamburg studiert. Er hat in mathematischer Modellierung promoviert und insgesamt acht Jahre als Frontendentwickler in einer renommierten Internetagentur gearbeitet. Bei Stuffle kümmert er sich um alles, vor allem um Zahlen und Finanzen.

15 Fragen als eBook und in gedruckter Form

“Hinter den Kulissen deutscher Start-ups: 45 Gründer über den Aufbau ihres Unternehmens”, heißt der erste Titel der neuen Buchreihe von deutsche-startups.de. Unser erstes Buch, ein Best-of der Rubrik 15 Fragen an, steht unter dem Motto: Von Gründern lernen, sich von deutschen Unternehmern inspirieren lassen. 45 Gründer berichten von Ihren eigenen Erfahrungen, geben wertvolle Tipps und teilen ihre Inspirationen mit den Lesern. Weitere Infos über “Hinter den Kulissen”. Unser erstes Buch jetzt bei Amazon bestellen.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.



  1. maismongo

    Was genau meint er mit “Ich würde meine eigenen Anteile direkt in einer Gesellschaft und nicht mehr im Privatvermögen halten.”?

    Dass er selbst eine Gesellschaft gründet, die wiederum die Anteile in der Gesellschaft hält? Welche Vorteile ergeben sich? Ich kann Anteile an der Gesellschaft, die an der anderen Gesellschaft Anteile hält, verkaufen ohne Stimmrechte abzugeben und ähnliches?

  2. @maismongo: Steuervorteile bei Veräußerung der Anteile und reinvestition in ein anderes Startup, z.B..

    Hab nur mal 2, 3 Mitarbeiter von Stuffle kennengelernt, aber die schienen mir sehr sympathisch. Bin noch nicht so 100% davon überzeugt, dass man daraus ein richtiges Geschäft machen kann, würde es ihnen aber wünschen, dass das klappt!

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