“Wir wachsen mit unseren Kunden in andere Märkte” – Frederic Westerberg von TVSmiles

Fernsehen und dabei Bonuspunkte sammeln – so lässt sich das simple Konzept von TVSmiles (www.tvsmiles.de) am besten ganz kurz beschreiben. Mit Gründer Frederic Westerberg sprach deutsche-startups.de im Gründer-Kurzinterview über den Fernsehkonsum der Zuschauer […]
“Wir wachsen mit unseren Kunden in andere Märkte” – Frederic Westerberg von TVSmiles

Fernsehen und dabei Bonuspunkte sammeln – so lässt sich das simple Konzept von TVSmiles (www.tvsmiles.de) am besten ganz kurz beschreiben. Mit Gründer Frederic Westerberg sprach deutsche-startups.de im Gründer-Kurzinterview über den Fernsehkonsum der Zuschauer und das Boomthema Second Screen, das bislang in Deutschland noch nicht so recht Fuß fassen wollte.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
TVSmiles ist das erste Bonusprogramm für TV-Werbung. Jeder kennt es: Der Werbeblock in der Lieblingsserie fängt an und der erste Griff geht zum Handy, um Emails oder Facebook zu checken. Dann wird im TV-Programm gezapped und da überall Werbung läuft, schaut man wieder aufs Handy. Ein großer Teil der Zuschauer spielt zusätzlich noch Casual und Social Games beim Fernsehschauen, um sich die Zeit zu vertreiben. Genau hier setzen wir an. TVSmiles belohnt Zuschauer für das, was sie sowieso tun (und das im Schnitt vier Stunden am Tag), mit einfachen Spielmechanismen die sie kennen und mögen. Für Werbekunden schließt TVSmiles erstmalig die Lücke zwischen TV, digitalem Marketing und dem Point-of-Sale.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Kaum. Die Idee zu TVSmiles ist schon fast zehn Jahre alt. Das Gründerteam ist seit Ende der Neunziger Jahre im Bereich Interactive-TV und Loyalty Marketing unterwegs und hat viele Innovationen wie Call-TV und SMS-Gewinnspiele in Deutschland und anderen Märkten mit eingeführt. Die heutige Massenverbreitung von Smartphones und Mobile Internet bietet jetzt die Möglichkeit, die Konzepte, die schon seit Jahren in der Schublade liegen, endlich umzusetzen.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Ein ernstzunehmender Wettbewerber ist sicherlich Shazam, die gerade in den USA sehr stark auf das Thema Second Screen und TV-Werbeerkennung setzen, allein wegen der hohen Markenbekanntheit und der vermeintlich großen Reichweite. Wir glauben allerdings, durch unseren Gamification und Loyalty Ansatz sowohl für den Zuschauer als auch für die Werbekunden deutlich attraktiver zu sein.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Wie bei jedem B2C-Modell ist die Reichweite ein entscheidender Faktor. Dies ist auch der Grund, warum bisher weder in USA noch in Europa ein Social-TV Startup wirklich groß geworden ist. Das liegt meiner Meinung nach am fehlenden Geschäftsmodell, ohne dass man kein Marketing finanzieren und ohne Marketing keine Reichweite aufbauen kann.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Unser Geschäftsmodell ist einfach. Wir verlängern TV-Werbespots auf das Smartphone und ermöglichen Werbekunden Dialogmarketing und Lead-Generierung direkt aus dem TV-Spot. Die Vergütung ist dabei rein performance-basiert. Wir planen Mitte nächsten Jahres den operativen Break-Even.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Unsere Werbekunden sind fast ausschließlich global agierende Unternehmen. Wenn ein Konzept in einem Markt funktioniert, wird es schnell auf andere Märkte erweitert. Wir wachsen also mit unseren Kunden in andere Märkte. Das macht den Markteintritt deutlich leichter.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Neben dem Break-Even wollen wir im nächsten Jahr eine Million Nutzer erreichen

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Frederic Westerberg ist Gruünder und geschäftsführender Gesellschafter von TVSmiles. Seit 2001 hat er mehrere Start-ups in Deutschland und den USA aufgebaut. Hierzu gehörte u.a. die Einführung von Zuschauerbindungskonzepten für TVSender in Deutschland und Europa sowie im Bereich Mobile Gaming.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.



  1. Hubertchen

    Dieser Satz: “(…)das Boomthema Second Screen, das bislang in Deutschland noch nicht so recht Fuß fassen wollte.” hat mich wirklich zum Lachen gebracht.

    Leute! Erst wird Fuß gefasst, dann wird es später vielleicht ein Boom. Aber wie soll es einen Boom geben, der noch nicht gefußt hat?

    Ich träumte von einem kräftigen Boom und als ich plötzlich aufwachte, gab es einen lauten ebensolchen, weil man eben nicht am Steuer einschlafen sollte.

  2. Boomthema weil es eben so viel Startups machen ohne das dahinter ein Markt steckt. Und den kleinen Markt den es gibt nehmen sich die sender eigenen Apps (z.B. RTL Indside).

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