Frisst Foodpanda DeliveryHero – oder umgekehrt? Oder verspeist Lieferheld Lieferando?

Wer frisst denn jetzt wen? Seit etlichen Monaten kursieren immer wieder neue Gerüchte über Fusionen und Übernahmen im Hype-Segment der Lieferdienstvermittler – siehe unter anderem “Und was, wenn Lieferheld und Lieferando fusionieren?“. Auch […]
Frisst Foodpanda DeliveryHero – oder umgekehrt? Oder verspeist Lieferheld Lieferando?

Wer frisst denn jetzt wen? Seit etlichen Monaten kursieren immer wieder neue Gerüchte über Fusionen und Übernahmen im Hype-Segment der Lieferdienstvermittler – siehe unter anderem “Und was, wenn Lieferheld und Lieferando fusionieren?“. Auch Rockets Foodpanda (www.foodpanda.com) und Team Europes Delivery Hero (www.deliveryhero.com) wurden zuletzt immer wieder gerüchteweise zwangsfusioniert.

Wichtigste Basis für die Fusionsgerüchte rund um Foodpanda und Delivery Hero scheint der gemeinsame Investor Phenomen Ventures zu sein. Der russische Kapitalgeber investierte zum einen gemeinsam mit Kinnevik mehr als 20 Millionen US-Dollar in Foodpanda und zudem anderen 30 Millionen US-Dollar in die weltweite Delivery Hero-Familie, zu der auch der deutsche Lieferheld (www.lieferheld.de) gehört. Schon damals schrieben wir: “Offenbar ist der Doppel-Investor Phenomen Ventures der Meinung, dass sich die beiden Unternehmen gut ergänzen, sonst hätte der russische Kapitalgeber kaum in beide Jungfirmen investiert. Auch, dass das Phenomen-Geld “vorrangig in die Stärkung bestehender Märkte” fließen soll, passt zu dieser Strategie. Konkurrenz werden sich Delivery Hero und Foodpanda künftig kaum noch im großen Stil machen. Und am Ende des Weges steht dann eine investorengetriebene Fusion der beiden Unternehmen? Möglich und denkbar wäre es”.

Zuletzt griff die Berliner Morgenpost das Thema wieder auf und schrieb: “Nach dem Einstieg des russischen Investors Phenomen Ventures, der auch wesentliche Anteile an Rockets Konkurrenz-Portal Foodpanda hält, halten sich Gerüchte über ein mögliches Zusammengehen der Rivalen. Delivery Hero, das vor allem in Deutschland und Europa stark ist, und Foodpanda mit seinen schnell wachsenden Ablegern in Schwellenländern würden sich ergänzen”. Tja, würden sie in der Tat. Alle Beteiligten dementieren eine Fusion allerdings vehement. “Die Gerüchte sind völlig unbegründet”, sagte beispielsweise Niklas Östberg von Delivery Hero gegenüber Gründerszene. Bei Rocket Internet äußert man sich gar nicht zu dem Thema. Aus dem Umfeld des Inkubators ist allerdings zu vernehmen, dass dies keine Option sei. Zumal Foodpanda genug in seinen Emerging Markets zu schaffen habe. Dort stemmte das Unternehmen zuletzt gleich mehrere Übernahmen – etwa in Brasilien. Auch kulturell würden die beiden Unternehmen vermutlich kaum eine Fusion verkraften. Wenn dann müsste Foodpanda den Wettbewerber schlucken, verdauen und komplett assimilieren. Andersherum oder eine Fusion unter gleichberechtigten Partner scheint kaum möglich.

Wer fällt zuerst um?

Logischer erscheint da weiter eine Fusion zwischen Lieferando (www.lieferando.de) und Lieferheld in Deutschland. Auch Takeaway.com-Gründer Jitse Groen sieht für den deutschen Markt, den er mit Lieferservice.de (www.lieferservice.de) bedient, eine Konsolidierung voraus – vor allem, weil es in Deutschland inzwischen zu viel Wettbewerb gäbe, wie der der Internet World Business verriet. Vor allem die beiden Wettbewerber Lieferando und Lieferheld hat er dabei im Blick. “Die geben sehr viel Geld für sehr wenig Umsatz aus.” Selbst verkaufen will er aber nicht. Selbst kaufen aber wohl auch nicht, solange der Preis nicht stimmt. Dies dürften aber alle Wettbewerber denken. Irgendwann in naher Zukunft fällt aber sicherlich der erste um, denn die Konsolidierung im Hype-Segment der Lieferdienstvermittler ist nur eine Frage der Zeit. Und Just Eat (www.just-eat.com) will vielleicht auch noch ein Wörtchen mitreden. Und Pizza.de (www.pizza.de) wird vielleicht auch irgendwann schwach, angeboten wurden dem Unternehmen einige Konkurrenten schon.

Hausbesuch bei Lieferheld

Anfang November 2011 durfte sich deutsche-startups.de beim Berliner Start-up Lieferheld einmal ganz genau umsehen. In den riesigen Büroräumen – umweit der Friedrichstraße – arbeiten über 100 Lieferhelden in sehr schicken Räumlichkeiten. Das Büro ist vollgepackt mit Bildern von Superhelden aller Art, etlichen großen Pappkameraden und ganz ganz vielen leeren Pizzakartons. Einige heldenhafte Eindrücke gibt es in unserer kunterbunten Fotogalerie.

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Foto: Pizzeria from Shutterstock

  1. Heldenhaft ist das nicht gerade, was Google über Lieferheld im Vergleich zu Pizza.de meint:
    http://www.google.de/trends/explore?q=lieferheld.de#q=lieferheld.de%2Cpizza.de

    Noch ein Jahr, dann sind die Essenmakler (mit Ausnahme des Marktführers Pizza.de und vielleicht Lieferservice.de) Geschichte.



  2. Andreas

    @Olaf: Man muss beachten, dass pizza.de das generische Keyword im Namen hat und die Leute auch genau nach der Domain suchen (s. Google Suggest).

    Bei Lieferheld reicht der Name ohne TLD aus.

    Da schaut es schon anders aus:

    http://www.google.de/trends/explore?q=lieferheld.de#q=lieferheld%2C%20%20pizza.de%2C%20%20lieferando&cmpt=q



  3. Korrektorat

    Hmmm, ich mag diese sinnlose Geldverbrennung auch nicht, aber die meistens werden bei den VC-Kisten das “de “beim Suchen weglassen:
    http://www.google.de/trends/explore?q=lieferheld.de#q=%22lieferheld%22%2C%20%20%22lieferando%22%2C%20%20%22pizza.de%22

  4. Ich finde es ziemlich wurst, welche Gurke da welche andere Gurke übernimmt.

    Da wird mit jährlich mehreren Millionen Euro Traffic erzeugt und nur ein Teil davon wieder eingenommen. Das alte Prinzip: 2 Euro ausgeben, 1 einnehmen. Damit kann man quasi unbegrenzt wachsen, wenn die Taschen dick genug sind ;-)



  5. Olaf

    Hmm, um die Essenmakler zu vergleichen müßte man also die Umsatzzahlen (natürlich ohne die mit Gutscheinen etc. gefakten Bestandteile) kennen. Fake- Umsatz generieren, indem VC in Gratisessen ausgegeben wird, kann jeder Trottel, und bringt keine zahlenden Kunden.

    Wir haben noch folgendes: Wenn jemand generisch nach ” Pizza bestellen” sucht und sieht Ergebnisse von pizza.de und z.B. lieferheld.de, klickt eh keiner auf lieferheld.de, weil das unseriös klingt.

    Wie auch immer: Mindestens ich bestelle meine Pizza ungemakelt, und der Pizzabäcker bekommt mein ganzes Geld. Dafür gibt es jeden Monat ein Essen kostenlos.



  6. Sebastian

    Warum sollte nur Foodpanda Delivery Hero schlucken können und nicht andersherum?

    Soweit das von aussen scheint hat Foodpanda nur so Megamärkte wie Kamerun, Ghana, Peru, Kolumbien etc auf dem Schirm und die Übernahmen in Brasilien scheinen ein Witz zu sein (200 Restuarants, 4k Kunden), da hat ja pizza.de alleine in Bochum mehr Kunden und Restaurants



  7. Wayne Schlegel

    @Olaf: Schlaf weiter!

  8. Gibt tatsächlich Leute die regelmäßig über Lieferheld bestellen – seit ein paar Wochen kenne ich zumindest einen – aber ob das reicht, wage ich zu bezweifeln, denn es sind schon relativ spezielle Umstände die dazu führen, dass er das so macht und nicht direkt bestellt…



  9. Peters

    Foodpanda ist eine Mini Bude. Der einzige Grund warum die hier erwähnt werden: Samwers gehört Deutsche Startups

  10. Dieser Artikel verweist auf einen Artikel bei der Berliner Morgenpost, die das Thema wieder auf die Agenda gesetzt hat. Zumindest aber hat diese Mini-Bude bereits mehrere Millionen Dollar eingesammelt, dies macht sie interessant (in einem spannenden Markt, der gerade vor einem großen Umbruch steht).



  11. Dieter

    Ich freu mich schon auf die Unternehmensdaten 2012.

    Wenn ich mir die 2011 er Zahlen (egal von wem angucke), dann finde ich darin jedenfalls keinen spannenden Markt. Spannend ist da höchstens wie die Investoren jemals ihr Invest wieder bekommen wollen.



  12. Heinz

    He he, auf das Standardgewäsch à la “ICH bestelle aber immer direkt beim Pizzabäcker und bekomme dann sogar noch…blabla” kann man sich bei den Lieferdienst-Artikeln immer verlassen…
    ;-)

  13. @Heinz:

    Immer wieder gern ;-).

    Nochmal für Dich erläutert: Das Geschäftsmodell von lieferxxxx wird nach meiner Meinung nicht aufgehen, weil die paar Leute, die ihr Essen am Anfang über solche Essenmakler bestellen, beim 2. mal direkt beim Lieferant bestellen, weil dieser denen bei der ersten Lieferung Rabattgutscheine in die Hand drückt, welche nur bei direkter Bestellung einlösbar sind.

    Deshalb kommt never ever so viel Maklerprovsion zusammen, dass davon Fantastrillionen an VC bedient werden können.
    Der Marktführer pizza.de kann ohne viel Kapital sicher davon
    leben, aber die VC- Blasen nicht.



  14. Wayne Schlegel

    @Karl Müller: Wieso eigentlich “Hype-Segment”? Wäre “Boom-Segment” nicht treffender?

  15. Pingback: Die Themen der Woche: Pizza.de, HackFwd, Lars Hinrichs, Einzelgründer :: deutsche-startups.de

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