Internationalisierung: Der Weg zum globalen Erfolg

Internationalisierung: Der Weg zum globalen Erfolg – Gastbeitrag von Eva Missling, General Manager Europe beim Grafikdesign-Marktplatz 99designs. Für Unternehmen mit einem marktübergreifenden Geschäftsmodell ist eine Internationalisierung sinnvoll, um Neukunden zu gewinnen und so […]
Internationalisierung: Der Weg zum globalen Erfolg

Internationalisierung: Der Weg zum globalen Erfolg – Gastbeitrag von Eva Missling, General Manager Europe beim Grafikdesign-Marktplatz 99designs. Für Unternehmen mit einem marktübergreifenden Geschäftsmodell ist eine Internationalisierung sinnvoll, um Neukunden zu gewinnen und so das Unternehmenswachstum voranzutreiben. Allerdings ist der Eintritt in einen fremden Markt nicht mit der reinen Übersetzung der Webseite abgetan.

Vielmehr muss das Unternehmen auch Marketing, Kundenservice sowie Produkte und Preise an den jeweiligen Markt anpassen, um auch auf internationaler Ebene nachhaltig zu bestehen. Siehe dazu auch: “Den Schritt ins Ausland wagen: 3 Tipps zur Expansion“.

Plant man als Unternehmen, seine Dienste auch in anderen Ländern anzubieten, sollte man genug Zeit einkalkulieren. International zu expandieren, kann ein langwieriger Prozess sein, der neben neuen Chancen auch die Komplexität in Unternehmen erhöht und zumeist erst nach einigen Monaten Früchte trägt. Junge Unternehmen sollten sich daher im ersten Schritt ein solides Fundament aufbauen, indem sie ihr Produkt oder ihre Dienstleistung zuerst im Heimatmarkt einführen, ausreichend testen und sich eine stabile Kunden- und Umsatzbasis schaffen. Vor dem Start im Ausland ist es sinnvoll, sich klare realistische Ziele zu setzen und ausreichend Kapital zurückzulegen. Außerdem sollte man sich mit den lokalen Vermarktungskanälen, Kundenwünschen und der Kultur vertraut machen, um sich allmählich dort ein Netzwerk aufzubauen.

Geeignete Märkte und Vorteile identifizieren

Vor einer Expansion ist zu klären, welchen Markt man zur Expansion bevorzugt angehen möchte. 99designs kommt ursprünglich aus Australien. Daher war es 2010 naheliegend, im Rahmen der Internationalisierung als erstes den US-amerikanischen Markt zu erobern. Nicht zuletzt die gleiche Sprache, aber auch andere Faktoren wie die Internet-Durchdringung, Verbreitung von Online-Zahlverfahren, die potenzielle Kaufkraft im Land und die stark wachsende Start-up-Szene im Silicon Valley waren ausschlaggebende Faktoren. Neben diesen Eigenschaften sollte ein Markt auf weitere Gegebenheiten wie Demografie des Landes, Bruttoinlandsprodukt, Medienlandschaft und akzeptierte Bezahlmethoden analysiert werden.

Kontakte zu Mitbewerbern vor Ort zu knüpfen, kann sich in Anbetracht einer bevorstehenden Expansion günstig auf das eigene Unternehmen auswirken. Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Können sich Vorteile durch eine Kooperation mit ihnen ergeben? Interessant ist auch, ob ein Partner aus dem heimischen Markt ebenfalls im neuen Land aktiv ist. 99designs arbeitet zum Beispiel länderübergreifend mit Jimdo, einem Webseiten-Builder, zusammen. Über ihn konnten wir immer wieder hilfreiche Kontakte knüpfen und Erfahrungen teilen.

Think global, go local

Sich Schritt für Schritt global auszuweiten, bedeutet auch, sich Gedanken über mögliche Wege einer Lokalisierung zu machen. Die kostengünstigste Lösung, um in einem Markt zu starten, ist es die Webseite sowie Werbemittel zu übersetzen und den Kundensupport via Telefon, Chat und E-Mail vom Headquarter aus zu steuern. Über VoiP-Services wie Sipgate erhält man in den meisten Ländern ohne viel Aufwand eine lokale Telefonnummer. Dabei ist allerdings zu beachten: Man spart sich zwar die Kosten für ein Büro, nutzt aber nicht die Chance, auf lokaler Ebene Kontakte zu knüpfen und Partnerschaften aushandeln zu können. Gerade Länder wie Frankreich oder Großbritannien sind wettbewerbsstarke Märkte. Hier bietet es sich an, auch persönlich vor Ort zu sein, um den Erfolg sicherzustellen. Für uns von 99designs lag es somit auf der Hand, Büros in beiden Ländern zu eröffnen. Regional verantwortliche Manager können einfach effizienter Werbung schalten, neue Kommunikationswege erschließen und Vertrauen zur Zielgruppe aufbauen.

Egal ob man sich für oder gegen ein Büro vor Ort entscheidet, Unternehmen müssen immer ihre Internetplattform „lokalisieren“, also Komponenten wie Sprache und Währungen anpassen. Wichtig ist auch, länderspezifische Bezahlmethoden herauszufiltern, wie zum Beispiel die Carte Bleue in Frankreich, die es neben den etablierten Kreditkarten- oder PayPal-Varianten gibt. Dadurch kann die Conversion-Rate deutlich gesteigert werden.
Schließlich ist auch die Preisgestaltung ein relevantes Thema. Die Entscheidung, ob man seine Preise an den Markt anpassen oder international vereinheitlichen sollte, hängt jedoch von der Branche ab und muss jedes Unternehmen für sich individuell treffen.

Für die landesübergreifende Kommunikation bietet es sich an, gerade für den Start auf Tools wie Dropbox, Google Drive, Yammer oder Basecamp zurückzugreifen, die die Zusammenarbeit zwischen dem Headquarter und den Teams vor Ort erleichtern. Für uns ist Smartling ein tooles Tool für die Übersetzung, wenn es darum geht, den Programmieraufwand beim Übersetzen und Editieren des Internetportals gering zu halten.

Eine nachhaltige Investition in die Zukunft

Wer sein Unternehmen in neuen Märkten erfolgreich etabliert, erhöht damit signifikant auch seinen Unternehmenswert und ist den Mitbewerbern, die nur in einem Markt sind, einen bedeutenden Schritt voraus.

Zusammenfassend gilt für jede Expansion: gut planen und Durchhaltevermögen zeigen. Eine Internationalisierung ist eine nachhaltige Investition in die Zukunft und nichts für schwache Nerven. Sie erfordert viel organisatorisches Geschick, denn es bedarf zusätzlicher Kommunikation, neuer Geschäftsprozesse und Anpassungen an landesspezifische Gegebenheiten im finanziellen und kulturellen Bereich. Da bleibt dann unter Umständen nicht genug Zeit, um sein Kernprodukt ausreichend weiterzuentwickeln. Übersetzungen und Veröffentlichungen, Marketingmaßnahmen und Kundenkommunikation bringen einen Arbeitsaufwand mit sich, den zum Beispiel ein Praktikant ohne die nötige Erfahrung nicht aus dem Ärmel schütteln kann. Ein Supervisor oder ein Länderteam behält da den besseren Überblick und sorgt mit Zielstrebigkeit und Know-how für den verdienten Erfolg der Expansion.

Zur Person
Eva Missling ist General Manager Europe bei 99designs (www.99designs.de), dem weltweit größten Online-Marktplatz für Grafikdesign, und hat bereits mehrfach den Prozess der Internationalisierung begleitet. Ihr jüngstes Projekt war der Launch in den Niederlanden im April 2013. Zuletzt übernahm 99designs den brasilianischen Dienst LogoChef und startet daraufhin 99designs.com.br.

Foto: 99designs



  1. Ben

    Cooler Beitrag, Eva! Weiter so!

  2. Ein tooles Tool ist Smartling also :)

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