Good Morning, Tel Aviv! Content King Swayy.co schnuppert Berliner Start-up-Luft

Marketing & PR-Expertin Andrea Frahm nimmt für deutsche-startups.de die brodelnde israelische Start-up-Szene unter die Lupe und berichtet in ihrer Kolumne regelmäßig aus dem Startup-Paradies Tel Aviv, stellt Gründer vor, berichtet über innovative Projekte […]
Good Morning, Tel Aviv! Content King Swayy.co schnuppert Berliner Start-up-Luft

Marketing & PR-Expertin Andrea Frahm nimmt für deutsche-startups.de die brodelnde israelische Start-up-Szene unter die Lupe und berichtet in ihrer Kolumne regelmäßig aus dem Startup-Paradies Tel Aviv, stellt Gründer vor, berichtet über innovative Projekte und Initiativen und durchleuchtet das Geheimnis des Erfolges des Start-up-Hubs im Nahen Osten. In der vierten Ausgabe geht es um Swayy.co (www.swayy.co).

Immer wieder werde ich gefragt, wie genau sich die israelische Start-up-Szene von der deutschen Start-up-Welt unterscheidet, konkret natürlich Berlin vs. Tel Aviv. Abgesehen vom unschlagbaren mediterran-beeinflussten Savoir Vivre der “Bubble” im Nahen Osten (welches dem einen oder anderen verspannt-festgefahrenen deutschen Gründer ganz gut zu Gesicht stehen würde), sind die zwei offensichtlichsten Unterscheidungsmerkmale die Folgenden:

1. Berlins Infrastruktur ist trotz steigender Immobilienpreise immer noch unschlagbar, wenn es darum geht, ein Unternehmen zu gründen. Tel Aviv hingegen ist teuer, angefangen bei der Büromiete bis hin zu Lebensmitteln und Restaurantbesuchen (obwohl das Essen hier um Längen besser ist, aber das ist ein anderes Thema).

2. Tel Aviv ist eine kleine Stadt (410.000 Einwohner) und übersichtlich. Tel Avivs Start-up Szene hat eine – meiner Meinung nach einmalige – eng-verknüpfte Community. Es ist nicht nur so, dass jeder jeden kennt, nein, man trifft sich, man hilft sich und inspiriert sich gegenseitig, und das nicht nur bei offiziellen Meetups oder Konferenzen, sondern quasi jeden Tag, egal ob morgens an einer der unzähligen Outdoor-Coffee-Bars, die fast jede Straßenecke schmücken, oder bei einem Feierabend-Bier auf dem Rothschild Boulevard.

Wie genau aber sehen israelische Gründer den Unterschied? Ich wollte es wissen von jemandem, der idealerweise länger als sieben Tage in der deutschen Hauptstadt verweilt hat, und vereinbarte einen Termin mit den Gründern von Swayy.co, das kürzlich im Rahmen des israelischen Accelerator-Programms Elevator drei Wochen Berliner (Start-up)-Luft schnuppern durfte. Swayy ist eine Mischung aus “LinkedIn Empfohlene Artikel” und bestimmten Keywords für vorher definierte Kategorien (Entertainment, Politik, Fashion, etc), das Ganze kombiniert mit einem Analyse-Dashboard, welches die eigenen Social-Media-Aktivitäten sowie die User-Reaktionen anzeigt. Kleiner Nachteil: Noch werden nur englisch-sprachige Artikel aus internationalen Publikationen angezeigt, andere Sprachen sind im Moment noch nicht vorgesehen. Großer Vorteil: Die enorme Zeitersparnis. Alle wichtigsten Themengebiete werden im Dashboard übersichtlich dargestellt und regelmäßig aktualisiert, ohne dass man von News-Seite zu News-Seite springen muss. Ein Klick genügt, und schon ist der gewählte Artikel auf Facebook, Twitter oder LinkedIn geteilt.

Nach einem kurzen Hallo im St. Oberholz (wo sonst) in Berlin, traf ich mich mit Swayy-Gründern Ohad Frankfurt und Lior Degani zum israelischen Lunch, um über Berlin, Tel Aviv und natürlich über Swayy zu plaudern.

Ihr seid ein vierköpfiges Gründerteam, Sandkastenfreunde und habt nun gemeinsam eurer eigenes Business gegründet. Wer macht bei euch was?
Das Gründerteam besteht aus CEO (Ohad Frankfurt), CMO (Lior Degani), CTO (Oz Katz) und Head of Product (Shlomi Babluki). Unsere Community Managerin Emily macht das Team komplett und kümmert sich ebenfalls um Grafik und Design.

Content is King – In den Staaten ist Content Marketing seit langer Zeit Standard-Tool zur Vermarktung von Marken. Ist der Hype eurer Meinung nach begründet?
Definitiv. In Europa und auch in Israel geht es in dem Bereich gerade erst richtig los. Durch Plattformen wie Swayy kann selbst erstellter Content im Web geteilt werden, egal ob vom eigenen Business, einem Nischenmarkt oder als PR-Maßnahme der eigenen Person.

Ihr seid gerade zurück aus Berlin, davor habt ihr zwei Monate in New York verbracht. Ist das Reisen Teil eurer persönlichen Markteroberungsstrategie?
So sieht es aus. Für uns ist es wichtig, die lokalen Märkte zu verstehen, um so besser auf diese eingehen zu können. Der deutsche User tickt anders als der amerikanische, der französische Markt funktioniert nicht wie der israelische Markt. Um die Kulturen und die individuellen User-Verhalten besser zu verstehen, verbringen wir gerade einen großen Teil mit Reisen und Networken in den jeweiligen Märkten. Ansonsten sind bei uns Meetings mit Verlagen und Magazinen an der Tagesordnung und momentan wichtiger als Treffen mit Investoren.

Kommen wir zu meiner Lieblingsfrage: Sind Investoren in Israel leichter zu finden als in Europa?
Und hier kommt bestimmt deine Lieblingsantwort…: Es ist nirgendwo leicht, an Investment zu kommen, weder in Israel noch irgendwo anders. Du musst gut sein. Ausserdem finden wir, dass es für Web- oder Mobile-basierte Startups extrem hilfreich ist, ein fertiges Produkt bzw eine fertige Website anbieten zu können, statt mit einer 50-seitigen Powerpoint-Präsentation bei Investoren zu pitchen.

Ihr habt nun drei Wochen in Berlin verbracht. Was sind eurer Meinung nach die wesentlichen Unterschiede zu Tel Aviv als Startup Hub, und welche Tipps könnt ihr jungen deutschen Gründern mit auf den Weg geben?
Berlin’s Sommer ist besser als der Ruf! Temperaturen wie in Tel Aviv…aber leider fehlte der Strand. Aber ganz im Ernst: Natürlich die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten – perfekt zur Startup-Gründung. In Tel Aviv gibt es auf der anderen Seite viel mehr Miteinander als Gegeneinander, man tauscht sich besser aus, zumindest ist das der Eindruck, den wir in der kurzen Zeit in Berlin bekommen haben. Daher auch die folgenden Tipps an junge Gründer: Geht raus. Fühlt euch nicht unwohl dabei, mit anderen über eure Ideen zu sprechen, aus Angst, dass sie jemand klauen könnte. Denn am Ende des Tages geht es um die erfolgreiche Exekution der Business-idee. Ansonsten: Seid schnell. Lernt die für euch relevanten Märkte und deren User kennen, denn diese könnten eure zukünftigen Kunden sein. Und ganz wichtig: Zeigt Selbstbewusstsein.

Die Leser von deutsche-startups.de haben bis zum 31. August die Möglichkeit, Swayy kostenlos und ohne Einladung zu testen. 1. Geht zu app.swayy.co, 2. Einloggen mit Facebook oder Twitter, 3. Promotion Code deutsche_startups eingeben.

Bisherige Artikel dieser Tel Aviv-Kolumne

* Good Morning, Tel Aviv! 10 Fakten über das heilige Land der Innovation
* Good Morning, Tel Aviv! Preen.Me – Social Beauty im Nahen Osten
* Good Morning, Tel Aviv! Großer Hype in Israel um Wibbitz

  1. Pingback: Good Morning Tel Aviv: Welcome to Silicon Wadi! :: deutsche-startups.de

Aktuelle Meldungen

Alle