• Von Christina Cassala
    Donnerstag, 18. April 2013
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    “Erfreulicherweise waren wir bereits nach kürzester Zeit profitabel” – Matthias Lesch von crobo

    Ob Matthias Lesch ein selbst gerne und viel daddelt, hat er uns im Interview nicht verraten. Dennoch hat er mit crobo (www.crobo.com) ein Start-up gegründet, dass sich an die Publisher der Szene richtet […]

    Ob Matthias Lesch ein selbst gerne und viel daddelt, hat er uns im Interview nicht verraten. Dennoch hat er mit crobo (www.crobo.com) ein Start-up gegründet, dass sich an die Publisher der Szene richtet und versucht, zahlende User für web- und Browserspiele zu gewinnen. Das macht er aus Berlin heraus und verrät im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups, wie überraschend selbst für ihn der Erfolg seines Unternehmens kam und wie es sich anfühlt, innerhalb weniger Monate die eigenen Erwartunen übertroffen zu haben.

    Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
    Unsere Spielwiese, der Free2play-Markt für Online- und Mobile Games, ist seit zirka zwei Jahren sowohl von großen als auch von kleineren Anbietern stark umkämpft. Daher ist es für die Spieleentwickler und -publisher überlebenswichtig, die richtigen Marketingmaßnahmen einzusetzen und den größtmöglichen Erfolg für ihr Game zu erzielen. Hier setzt Crobo an: Wir stehen für spezialisiertes, qualitativ hochwertiges Performance Marketing und fokussieren uns klar auf qualitative User-Akquisition für Online- und mobile Spiele.

    Unser Tool Crobo Intelligence ermöglicht uns eine vollständige Integration auf Advertiser- und Publisherseite, so dass wir sämtliche Online-Marketingaktivitäten steuern und optimieren können. Wir verfolgen das Ziel, bis Ende 2014 eine der führenden technologiegetriebenen Marketingagenturen für Games zu werden.

    Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich Ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
    Wir wussten von Beginn an, in welchem Markt wir uns engagieren wollten. Neben Know-how im Affiliate Marketing motivierten uns hier vorrangig die Erfahrungen, welche wir in den letzten Jahren – bis zum Verkauf an ProSiebenSat.1 im Jahr 2012 – mit dem Gamingportal „browsergames.de“ sammelten.

    Auf diese Weise gewannen wir einen guten Marktüberblick. Uns wurde aber relativ schnell klar, dass wir Kunden nur mit einer technologiegetriebenen Herangehensweise einen echten USP würden bieten können. So entwickelten wir die Crobo Intelligence. Diese Technologie bildet die Grundlage unserer Aktivitäten. Was uns definitiv überrascht hat, war der Erfolg unserer Mobile Games-Kampagnen. Wir rechneten zwar in diesem Bereich mit einem starken Wachstum. Aber dass wir gerade auf dem Sektor Mobile um ein Vielfaches schneller wachsen würden als in den Bereichen Browser-, Client- und Socialgaming, verblüffte uns dann doch.

    Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
    Wir sprechen in der noch überschaubaren und relativ kleinen Branche eigentlich ungern von direkten Mitbewerbern. Ich bin der Meinung, dass alle unsere Marktbegleiter, angefangen bei traditionellen Affiliate-Netzwerken wie Zanox oder Belboon bis hin zu Gaming-Netzwerken wie Hitfox/ad2games oder Gamegenetics, einen guten Job machen. Jeder Anbieter versucht, in seinem Segment Marktführerschaft zu erlangen. Wir denken, dass wir Kunden im Bereich des spezialisierten Marketings für Online- und Mobile Games mit unserem technologiegetriebenen Ansatz einen bedeutenden Mehrwert liefern.

    Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
    Wir hatten 2013 einen beeindruckenden Start! Derzeit wachsen wir von Monat zu Monat kontinuierlich und beschäftigen bereits jetzt über 20 feste Mitarbeiter. In den nächsten beiden Monaten kommen noch einmal elf internationale Mitarbeiter hinzu. In meinen Augen ist der entscheidende Faktor, mit vollem Einsatz dabei zu sein und täglich sein Bestes zu geben, damit unsere Kunden zufrieden sind.

    Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
    Da wir ein Tochterunternehmen der Covus Gruppe sind, konnten wir die ersten sechs Monate finanziell mit Hilfe unserer Muttergesellschaft überbrücken. Dadurch genossen wir natürlich die einmalige Situation, in Ruhe und ohne Cashflow-Problematiken agieren zu können. Erfreulicherweise waren wir bereits nach kürzester Zeit profitabel.

    Welche Märkte wollen Sie langfristig erobern?
    Wir liefern unseren Werbekunden, den Games-Publishern, bereits jetzt Traffic aus über 167 Ländern. Davon unabhängig schauen wir uns an, wo unsere größeren Kunden sitzen: Gerade bei großen asiatischen oder amerikanischen Advertisern erleichtert es die Kommunikation ungemein, in der gleichen Zeitzone zu arbeiten. Deshalb führen wir zurzeit Gespräche über einen zweiten Standort in den USA.

    Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
    Wir haben uns für dieses Jahr ein Umsatzwachstumsziel von über 800% gesetzt – und sind sogar schon über Plan. Da wir über Spielraum verfügen, suchen wir aktuell noch weitere engagierte Mitarbeiter, die am Erfolg von Crobo teilhaben und ihn vorantreiben möchten.

    Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

    Zur Person:
    Matthias Lesch absolvierte zunächst eine Ausbildung, ehe er das BWL-Studium in Frankfurt aufnahm in den Niederlanden fortführte. Nach mehreren Stationen in der Elektro- und Chemie- und Technologiebranche, zog es ihn nach Berlin, wo er 2012 crobo gründete.

    Christina Cassala

    Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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