“Wir investieren sehr viel in unsere Technologie” – Christian Wolf von WirKaufens

Im Jahre 2008 startete Christian Wolf in seinem Wohnzimmer den Technik-Ankaufdienstes WirKaufens (www.wirkaufens.de). Bisher ist WirKaufens in Deutschland und Österreich aktiv. Bald steht das Thema Auslandsexpansion auf der Agenda des Start-ups aus Frankfurt […]

Im Jahre 2008 startete Christian Wolf in seinem Wohnzimmer den Technik-Ankaufdienstes WirKaufens (www.wirkaufens.de). Bisher ist WirKaufens in Deutschland und Österreich aktiv. Bald steht das Thema Auslandsexpansion auf der Agenda des Start-ups aus Frankfurt an der Oder. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Firmengründer Wolf über Corporate Design, Umsatzziele und Kooperation mit dem Einzelhandel.

Im vergangenen Jahr sammelte WirKaufens “über 4 Millionen Euro”, gerade floss ein “hoher, siebenstelliger Betrag” in WirKaufens. Eine enorme Summe: Verbrennen Sie so viel Geld oder horten sie die Millionen in einem Geldspeicher?

Weder noch. Wir denken sehr langfristig und sind im Moment noch in der Investitionsphase. Wir investieren sehr viel in unsere Technologie und die WirKaufens-Marke. Dazu kommt: Wir haben uns, anders als mancher Wettbewerber, dazu entschieden, nicht mit Retourenware oder Restposten unsere Umsätze aufzublasen, obwohl das natürlich die vorhandenen Vertriebskanäle auslastet, Deckungsbeiträge erzielt und so auch eine Finanzierungsstrategie sein kann.

An welchen Stellen investieren Sie denn in die Marke WirKaufens?
Zunächst sind das die klassischen Dinge wie Corporate Design, Positionierung, etc. Wir werden aber auch weiter in Reichweite investieren, um die Marke auch unters Volk zu bringen.

Die neue Kapitalspritze soll unter anderem in die Auslandsexpansion fließen: Welche Länder haben Sie auf dem Radar?
Nachdem wir in Deutschland und Österreich so erfolgreich sind, wollen wir nun auch in Spanien beweisen, dass wir der beste Elektronikankauf im Internet sind. Der spanische Markt ist für uns eigentlich sehr riskant, insbesondere wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage im Moment. Zudem gehört Spanien nicht zu den klassischen Nachbarmärkten, bei denen der Start um ein Vielfaches leichter wäre. Wir wollen so unsere internationale Kompetenz in einem kulturell und geografisch entfernten Markt trainieren und unter Beweis stellen. Die dabei gewonnenen Stärken können wir später in nahen Märkten zu unserem Vorteil einsetzen und umsetzen.

In diesem Jahr peilen Sie einen Umsatz von “circa 9 Millionen Euro” an. Im kommenden Jahr wollen sie den Umsatz verdreifachen: Ist das realistisch?
Sowohl wir wie auch unsere Investoren sind davon überzeugt.

Wächst der Markt insgesamt weiter oder muss sich die junge Branche schon auf einen Verdrängungswettbewerb einstellen?
Wenn man die Umsätze im Elektroniksegment zusammenrechnet, kann man sehen, dass der Served Market Share – also der Teil des potentiellen Markts, der tatsächlich bedient wird – immer noch im sehr niedrigen Prozentbereich liegt. Bei einem potentiellen Markt in Deutschland von circa 2 Milliarden Euro jährlich ist da noch eine Menge Luft. Das Marktpotential wächst auch noch, die noch junge Kategorie Tablets hat das wieder angeheizt. Europaweit sieht das ähnlich aus.

Ihr Investor BC Brandenburg Capital sieht “enormes Wachstumspotenzial” in WirKaufens – unter anderem “mittels Kooperation mit dem klassischen Einzelhandel”. Ist da konkret etwas geplant?
Ja, wir sind in konkreten Gesprächen und werden schon sehr bald eine spannende Kooperation in dem Bereich ankündigen. Klar für uns spricht: Wir können als einzige im Markt den Elektronik-Spezialisten im On- und Offline Handel ein unabhängiges und glaubwürdiges Angebot machen. Wir sind ebenfalls spezialisiert auf Hardware, was sich in der Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit unserer Ankaufabwicklung zeigt. Immerhin haben wir über 99,5 % zufriedene Verkäufer – siehe Ekomi-Feedback. Bei unseren Wettbewerbern sind es eher 95% und die kleinen, die immer wieder kommen und gehen, lassen sich erst gar nicht messen.

Wo steht WirKaufens in einem Jahr?
Wir wollen in Deutschland der führende Ankauf von Elektronikprodukten sein, der vertrauenswürdige Spezialist in diesem Bereich mit einer sehr hohen Markenbekanntheit. Das gleiche Ziel verfolgen wir dann auch in unseren neuen Märkten im Ausland, wobei es da realistischerweise länger als ein Jahr dauern dürfte. Und natürlich wird es dann auch Zeit, die Investitionsphase – zumindest im deutschen Markt – abzuschließen und von da an profitabel aus dem eigenen Cash Flow zu wachsen.

Zur Person
Christian Wolf gründete den Technik-Ankauf-Dienst WirKaufens (früher asgoodas.nu) im Jahre 2008. Zuvor begleitete er als Unternehmensberater und Interim-Manager mehrere Gründungsprojekte. Bereits sein Studium führte ihn vom Rhein an die Oder: An der Europa-Universität Viadrina studierte er Internationale Betriebswirtschaft.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Gerd Müller

    Dass ich nicht lache, bei der Webseite gehts schon los: Stand wahrscheinlich 2005 :-))

  2. Die Webseite ist doch gar nicht schlecht für eine Online-Ankaufsbude. Da gibt es schlimmere Webseiten in dem Bereich.

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