Mit dem Webdesignberater können sich Kunden und Webworker leichter finden

Eigentlich sind beide Bestandteile des Namens von Webdesignberater.de (www.webdesignberater.de) irreführend. Denn weder geht es auf diesem Portal um Beratungsdienstleistungen, noch sind Webdesigner angesprochen, sondern Entwickler von Websites, als Webdeveloper oder Webworker. Der Webdesigner […]
Mit dem Webdesignberater können sich Kunden und Webworker leichter finden

Eigentlich sind beide Bestandteile des Namens von Webdesignberater.de (www.webdesignberater.de) irreführend. Denn weder geht es auf diesem Portal um Beratungsdienstleistungen, noch sind Webdesigner angesprochen, sondern Entwickler von Websites, als Webdeveloper oder Webworker. Der Webdesigner ist ja im engeren Sinn des Wortes nur für das Design, also das Aussehen einer Website zuständig, nicht für die Erstellung der Programmierung, der Funktionen und des Contents. Aber wollen wir hier mal nicht Erbsen zählen und im Interesse der Zielgruppen von Webdesignberater.de und dem Unternehmen selbst hoffen, dass das Angebot trotzdem von vielen Anbietern, also Webworkern, und Kunden, also Interessenten für Websites, gefunden und genutzt wird.

Denn nur dann kann das Geschäftsmodell funktionieren. Denn Webdesignberater.de ist eine Matching-Plattform für Webworker und deren Neukunden: An einer Website Interessierte – laut Gründer Valentin Drießen sind das zu 20 Prozent Privatpersonen und zu 80 Prozent Unternehmen, auch Start-ups – konkretisieren Ihren Bedarf, indem sie 11 Fragen beantworten.

Unter den bei Webdesignberater.de als Anbieter registrierten Webworkern werden dann die zum Bedarf des Interessenten Passenden ausgewählt und angemailt. Gegen eine Gebühr können die Webworker den Lead buchen und den Interessenten dann zeitnah kontakten. Sie sind natürlich immer im Wettbewerb mit weiteren Webworkern, weil ja mehrere die Anfrage bekommen. Die Gebühr für den Webworker wird auf jeden Fall fällig, wenn er mit dem Interessenten in Verbindung treten möchte – irgendeine Auftragsgarantie gibt es seitens Webdesignberater.de nicht. In dem Moment, wo die Webworker den Lead, also die Kontaktmöglichkeit zum Interessenten gebucht haben, ist Webdesignberater.de auch schon wieder raus aus der Verbindung zwischen Interessent und Webworker.

Für die potenziellen Kunden besteht keinerlei Verbindlichkeit, eines der Angebote anzunehmen. Sie haben wirklich nur den Vorteil, dass sie eben bis zu 3 Dienstleister angeboten bekommen, von denen sie einem den Zuschlag erteilen können oder eben nicht. Insofern kann es für Interessenten nur nützlich sein, sich die drei Angebote zukommen zu lassen, riskieren tut er nichts und die Briefing-Fragen muss er auf jeden Fall beantworten, wenn er mit einem Webworker – wo und wie auch immer – zusammenkommen will.

Im allerschlimmsten Fall wird der Interessent eben von keinem der vier Anbieter kontaktiert, falls alle es verschofeln, ihm ein Angebot zu machen. Das allerdings ist sehr unwahrscheinlich, denn schließlich haben die Anbieter für den Lead bezahlt. Und diesen ernsthaften Interessenten werden sie sicher nicht einfach ignorieren.

Auch für die Webworker kann das Angebot von Webdesignberater.de interessant sein. Sie registrieren sich einmalig und werden dann mit ernsthaften Anfragen bedient. Und als Webworker braucht man ja nur die Leads wirklich zu kaufen, die einen wirklich interessieren. Hat man zum Beispiel gerade keine Kapazitäten frei, kauft man einfach den angebotenen Lead nicht.

Für die Webworker besteht allerdings das Risiko, dass Zuschläge seitens der Kunden über den Preis laufen, denn zum einen passiert das leicht, wenn einem Interessenten mehrere Angebote vorliegen und zum anderen unterstützt genau das die Kommunikation seitens Webdesignberater.de auch noch:

Schon auf der Startseite wird damit geworben: “Sparen Sie bis zu 30 Prozent wertvolles Budget”. Damit wird der Kunde genau auf die Preisschiene als Entscheidungskriterium gesetzt und die Qualität der Arbeit der Webworker rückt in den Hintergrund.

Und in den FAQ werden Hausnummern für unterschiedliche Arten des Webworkings genannt – alle Erfahrungen zeigen, dass Interessenten sich sehr gern auf solche Hausnummern einschießen und es für Dienstleister dann sehr schwer wird, höhere Preise zu kommunizieren.

Und zwei Punkte sind mir bei dem Angebot von Webdesignberater.de noch etwas unklar: Wenn zum Beispiel 20 Anbieter zum Bedarf eines Interessenten passen, welche drei dürfen den Lead dann gegen Gebühr erwerben? Und: Auf dem Portal steht zu lesen, dass die Anbieter geprüft werden und nur solche mit guten Referenzen in den Pool aufgenommen werden. Wie allerdings diese Überprüfung stattfindet, steht leider nirgends.

Insgesamt aber ein interessant klingender Service sowohl für Interessenten als auch für Webworker, das auf den ersten Eindruck den Mitbewerbern Käuferportal und Webdesigner-finden.de Paroli bieten kann.

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.

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