Disruptive Healthcare – Übergewicht und Adipositas, ein fetter Markt für Start-ups

deutsche-startups.de berichtete bereits über das Potential für Start-ups im Gesundheitsmarkt. Adipositas ist dabei ein besonders großes Marktsegment. In diesem Artikel untersucht deutsche-startups.de welche wirtschaftliche Bedeutung Fettleibigkeit und Übergewicht haben und welches Potential sich […]
Disruptive Healthcare – Übergewicht und Adipositas, ein fetter Markt für Start-ups

deutsche-startups.de berichtete bereits über das Potential für Start-ups im Gesundheitsmarkt. Adipositas ist dabei ein besonders großes Marktsegment. In diesem Artikel untersucht deutsche-startups.de welche wirtschaftliche Bedeutung Fettleibigkeit und Übergewicht haben und welches Potential sich daraus für Entrepreneure und Start-Ups ergibt. Das Ergebnis: dieser Markt ist richtig fett!

Adipositas

Adipositas beschreibt das Krankheitsbild der Fettleibigkeit. Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt Übergewicht ab einem Body-Mass-Index von über 25 vor, ab BMI 30 Fettleibigkeit. Der BMI beschreibt das Verhältnis von Körpermasse (Gewicht) zu Körperfläche (Größe im Quadrat). Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet zur Berechnung des eigenen BMI einen einfachen Rechner an.

Ausmaß Adipositas

Die OECD beschreibt Fettleibigkeit bereits als Volkskrankheit. Laut OECD haben in Deutschland bereits 60% der Männer Übergewicht und 45% der Frauen, Fettleibigkeit liegt bereits bei 16% der Männer und 16% der Frauen vor.

Die WHO bietet zur Übersicht des weltweiten Ausmaßes und Vergleiches eine interaktive Grafik an. Hier liegt Deutschland im europäischen Fettleibigkeitsvergleich (BMI > 30) bei Männern auf Platz 5 mit 22% und bei Frauen auf Platz 19 mit 22,1%.

Kosten für Adipositas

Das Start-up-Potential zeigt sich deutlich in den Kosten, die durch Übergewicht und Fettleibigkeit ausgelöst werden: Die OECD Studie “Fit Not Fat” geht von einem durchschnittlichen Anteil von 1 bis 3 % der gesamten Gesundheitskosten aus. Hinzukommen Kosten durch Folgeerkrankungen, wie z.B. Diabetes und Kosten durch die sinkende wirtschaftliche Produktivität, die durch Übergewicht/Fettleibigkeit und deren Folgeerkrankungen ausgelöst werden.

Adipositas wird nach ICD-10 in die Krankheitsklassen E66.0 “Adipositas durch übermäßige Kalorienzufuhr”, E66.1 “Arzneimittelinduzierte Adipositas”, E66.2 “Übermäßige Adipositas mit alveolärer Hypoventilation”, E66.8 “Sonstige Adipositas” und E66.9 “Adipositas, nicht näher bezeichnet” eingeteilt. Mit diesen Klassen und den Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes liegen die Kosten für Adipositas in Deutschland bei 10 Euro pro Einwohner bzw. insgesamt 800 Millionen Euro – nicht eingeschlossen die Kosten durch Folgeerkrankungen durch z.B. Diabetes mellitus (E10-E14 Diabetes mellitus) mit 80 Euro pro Einwohner oder Rückenschmerzen (M54 Rückenschmerzen) mit 40 Euro pro Einwohner. Auch nicht berücksichtigt sind die Kosten für sinkende Produktivität und Fehlzeiten in Unternehmen (deutsche-startups.de berichtete).

Das forum. ernährung heute (www.forum-ernaehrung.at)  bezieht sich auf eine Krankheitskostenanalyse der TU München und beziffert die jährlichen Kosten in Deutschland auf 13 Milliarden Euro. Mit Folgekosten von 6,8 Milliarden Euro für Diabetes, 1,9 Milliarden Euro für Herz-Kreislauferkrankungen und 1,0 Milliarden Euro für Arthrose.

Start-up-Potential Adipositas

Die Ursachen für Übergewicht und Fettleibigkeit werden vor allem in den veränderten Lebensbedingungen gesehen: zu wenig Bewegung, falsche Ernährung, überzuckerte und fetthaltige Lebensmittel, Langeweile, Stress und Erziehung. Obwohl es bereits zahlreiche Initiativen, Portale, Selbsthilfegruppen und Programme gibt, wird damit gerechnet, dass Übergewicht und Fettleibigkeit und damit einhergehende Folgekrankheiten sowie die Kosten in Zukunft zunehmen. Der Markt wird also fetter und ist damit prädestiniert für Innovationen und radikale neue Ansätze.

Foto: istockphoto

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