Sechsstelliger Umsatz für 2012 angepeilt: meinpraktikum.de startet ins zweite Geschäftsjahr

  Für Studenten, die nach einem Praktikum suchen, ist meinpraktikum.de (www.meinpraktikum.de) die erste Anlaufstelle geworden. Auf der vor einem Jahr gestarteten Plattform verschaffen sich Nutzer einen Überblick, was sie bei Praktika in Deutschlands […]

 

Für Studenten, die nach einem Praktikum suchen, ist meinpraktikum.de (www.meinpraktikum.de) die erste Anlaufstelle geworden. Auf der vor einem Jahr gestarteten Plattform verschaffen sich Nutzer einen Überblick, was sie bei Praktika in Deutschlands Unternehmen erwartet. Der Erfolg des Bochumer Start-ups ist bemerkenswert: Das Rezept ist ein ausgefeiltes Bewertungssystem, auf das die Welt anscheinend gewartet hat. Erste Zahlen deuten darauf hin, dass es meinpraktikum.de noch weit bringen wird.

Das Geschäftsmodell von meinpraktikum.de ist solide: Unternehmen, die über die Seite bewertet werden, können ihr automatisch erstelltes Profil gegen Geld aufpeppen und mit zusätzlichen Informationen anreichern. Eine Möglichkeit, die bereits 30 große Kunden – darunter Lufthansa, Tchibo, Deutsche Bank, Google und die Otto Group – nutzen, um ihr Branding zu stärken und sich als moderne Arbeitgeber zu profilieren. Kleine Unternehmen zahlen 1000 Euro pro Jahr für diesen Dienst, große Unternehmen (ab 1.000 Mitarbeitern) 6.000 Euro pro Jahr, dazwischen wird gestaffelt.

Nach sechs Monaten auf Monatsbasis profitabel

Mit diesem Modell konnte meinpraktikum.de seinen Umsatz eigenen Angaben zufolge im letzten halben Jahr vervierfachen. „Für 2012 peilen wir einen Umsatz im mittleren bis oberen sechsstelligen Bereich an“, erklärt Mitgründer Stefan Peukert. Bereits nach sechs Monaten war meinpraktikum.de das erste Mal auf Monatsbasis profitabel. Man wolle aber fleißig investieren und wachsen, was bedeutet, dass der endgültige Break Even noch etwas auf sich warten lässt.

Auch die durchschnittliche Besucherzahl von über 1500 Unique User pro Tag ist beachtlich, schließlich handelt es sich bei meinpraktikum.de um ein Nischenprodukt. Die Nutzungsdauer von im Durchschnitt über fünf Minuten ist ebenfalls hoch. Auf meinpraktikum.de scheinen viele gewartet zu haben, obwohl die Idee an sich nichts Außergewöhnliches ist: Auch bei kununu (www.kununu.de) oder Evaluba (www.evaluba.de) werden Arbeitgeber bewertet und wer nach Praktikumsstellen sucht, wird bei Stellenbörsen wie monster (www.monster.de) und StepStone (www.stepstone.de) ebenfalls fündig.

Differenzierte Bewertungsmöglichkeiten machen den Erfolg aus

Der Erfolg von meinpraktikum.de liegt im Detail: In sechs Kategorien werden 23 praktikumsrelevante Fragen abgeklopft, darunter zum Beispiel die Aussage „Mir wurden eigene Projekte übertragen“. „Manchen Praktikanten ist es wichtig, selbstständig arbeiten zu dürften. Andere werden gerne an die Hand genommen. Da hilft eine bloße ‘Gut-Schlecht-Beurteilung’ nicht weiter, wichtig ist die Differenzierung“, so Peukert. Während man sich auf anderen Portalen bestenfalls ein Bild vom Unternehmen insgesamt machen kann, erfährt man bei meinpraktikum.de, wie die Firmen ihre Praktika gestalten.

 

Anfang des Jahres haben die Bochumer bereits ihren ersten umfassenden Relaunch hingelegt. Neben den Bewertungen gibt es mittlerweile auch viel inhaltlichen Stoff zum Thema Praktikum, darunter Tipps, rechtliche Infos und eine ausgefeilte Stellensuche für Praktikumsplätze. „Wir haben mit Personalern von Google, Coca Cola und anderen großen Firmen herausgearbeitet, was die Kernfaktoren bei verschiedensten Praktikumsthemen sind“, so Peukert. Da meinpraktikum.de schon jetzt die größte Datenbank an Praktikanten habe, hat das Start-up gerade eine Studie herausgebracht. Der „Praktikantenspiegel“ soll für sämtliche Branchen und Firmen von Interesse sein und Aufschluss darüber geben, wie man als Unternehmen Praktikanten bei Laune hält.

Meinpraktikum.de ist ein schönes Beispiel dafür, wie aus Eigenbedarf eine tolles Konzept entsteht, das zwar nicht umwerfend neu aber sehr gut umgesetzt und damit doch innovativ ist. Den Startschuss gab ein netter Plausch an der Uni Witten, bei dem sich die beiden Gründer Stefan Peukert und Daniel Pütz über ihre Praktikumserfahrungen austauschten. Weil sie nicht mit einem leeren Portal loslegen wollten, fuhren sie mit einem Bulli alle großen deutschen Unis ab und fragten mit Papierbögen bewaffnet nach den Praktikumserfahrungen der Studenten. Nach der ersten Startphase, in der sich die beiden über Kredite finanzierten, ist vor einiger Zeit ein „bekannter deutscher Einzelunternehmer“ eingestiegen und hat „eine höhere sechsstellige Summe“ investiert. So gut das Konzept hierzulande ankommt: Auf eine Expansion über das deutschsprachige Ausland hinaus ist es eher nicht angelegt. „Das Thema Praktikum ist schon ein sehr deutsches Thema“, gibt Peukert zu.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.