350 Millionen Dollar: Zwei Finanzinvestoren übernehmen Bigpoint

Die erfolgreiche Spieleschmiede Bigpoint (www.bigpoint.com) hat einen neuen Besitzer: Die beiden Private-Equity-Investoren Summit Partners und TA Associates kaufen die Mehrheit am Hamburger Unternehmen und legen dafür beachtliche 350 Millionen US-Dollar aufs Spielfeld. Die […]

Die erfolgreiche Spieleschmiede Bigpoint (www.bigpoint.com) hat einen neuen Besitzer: Die beiden Private-Equity-Investoren Summit Partners und TA Associates kaufen die Mehrheit am Hamburger Unternehmen und legen dafür beachtliche 350 Millionen US-Dollar aufs Spielfeld. Die Anteile stammen von der NBC Universal-Tochter Peacock Equity Fund und GMT Communications. Die beiden Mehheitsgesellschafter waren im Sommer 2008 bei Bigpoint eingestiegen. Stattliche 110 Millionen US-Dollar zahlte das Konsortium damals für 70 % der Bigpoint-Anteile. Das Geschäft hat sich für Peacock und GMT somit gelohnt. Bei einer Bewertung von 600 Millionen US-Dollar ist diese Übernahme – nach Disney und Playdom – die bislang zweitgrößte Transaktion der bommenden Online-Gamesbranche. Das bemerkenswerte dabei: Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz bleibt weiter an Bord und behält seinen Anteil in Höhe von knapp 30 %.

“Ich wollte Bigpoint weiterführen. Das war entscheidend”, sagte Hubertz gegenüber der “Financial Times Deutschland“. TA Associates und Summit Partners seien finanzstarke Partner. “Wir wollen, wir müssen weiter investieren. Wir können sicherlich nicht nur Cashcow und mit Dividendenzahlungen beschäftigt sein.” Einer Entscheidung, der Anerkennung gebührt! Als Gründer atmet Hubertz Bigpoint, er ist Bigpoint. Er kann die junge Spielefirma durch die kommenden Monate führen und gegen aufstrebende Konkurrenten verteidigen. Die “Financial Times Deutschland” liefert einige spannende Unternehmenszahlen zu Bigpoint: “Bigpoint ist gemessen am Umsatz nach dem Karlsruher Unternehmen Gameforge der zweitgrößte Onlinespielentwickler Europas. Eigenen Angaben zufolge erwirtschaftete das Unternehmen 2010 einen dreistelligen Millionenumsatz. Ein Jahr zuvor waren es noch 52 Mio. Euro, der Gewinn lag bei 12 Mio. Euro. Für das laufende Jahr prognostiziert Bigpoint ein ähnliches Wachstum”. Rund 700 Mitarbeiter arbeiten für die Spieleschmiede.

Startschuss erfolgte 2002

Die Browserspielschmiede Bigpoint ging 2002 an den Start – zunächst hieß das Unternehmen m.wire, dann e-sport und ab 2007 schließlich Bigpoint. Von Anfang an setzte Gründer Hubertz auf browserbasierte Online-Spiele. Im Gegensatz zu klassischen Online-Kassenschlagern kommen diese sogenanten Browsergames ohne gekaufte oder heruntergeladene Software aus. Sie sind rein webbasierte Spiele, die ausschließlich über den Internet-Browser gespielt werden. Im Portfolio von Bigpoint sind mehrere dutzend Spiele, in unzähligen Sprachversionen. Zuletzt schickte Bigpoint unter anderem ein Spiel zu grandiosen TV-Serie “Battlestar Galactica” in Rennen. Bei der Verbreitung seiner Spiele setzte Hubertz von Anfang an stark auf Kooperationen – beispielsweise mit TV-Sendern wie ProSieben, RTL oder MTV. Insgesamt haben sich bei Bigpoint nach eigenen Angaben bisher über 190 Millionen Nutzer registriert.

Die Anzahl der aktiven Spieler wird zwar deutlich kleiner sein, dennoch zeigt die Zahl, dass sich viele Onliner gerne mit Games die Zeit vertreiben wollen. Und: Das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht. Auch deswegen bleibt Firmengründer Hubertz sicherlich an Bord. Die Finanzierung ist bei allen Spielen gleich: Bigpoint erwirtschaftet Umsätze über den Verkauf von Spiele-Items sowie Online-Werbung und Product Placement. Für die Nutzer sind alle Spiele kostenlos. Ungeduldige Nutzer können sich aber mit Geld einen kleinen Vorteil erkaufen und so schneller vorankommen. Die preisliche Bandbreite dieser Premium-Elemente reicht von wenigen Cent bis hin zu 10 Euro für hochwertige Waren. Mit Kleinstbeträgen erwirtschaftet Bigpoint somit Millionenumsätze.

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Geboren 1978, studierte Soziologie, Politik und Psychologie an der Freien Universität in Berlin. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie im Jahr 2000 im Onlineressort des Medienfachdiensts “kressreport”. Ein Jahr später zog es sie ins Ruhrgebiet zu “Unicum”. Seit 2008 gehört Veronika Hüsing zum Redaktionsteam von deutsche-startups.de.