Fünfzehn Fragen an Niclaus Mewes von mytaxi

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Ich habe bisher keine Angestelltenerfahrung machen können und hoffe, dieses auch nie machen zu müssen. Somit freue ich mich jeden Tag aufs Neue, mein […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Ich habe bisher keine Angestelltenerfahrung machen können und hoffe, dieses auch nie machen zu müssen.

Somit freue ich mich jeden Tag aufs Neue, mein eigener Herr zu sein. Dafür arbeitet man gerne ein Stündchen länger.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Bei einer Unterhaltung über wirklich sinnvolle Apps mit drei Freunden beim Bier. Am nächsten Morgen haben wir die myTaxi Idee gleich konkretisiert und ab da ging es „Schlag auf Schlag“.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Eigenes Kapital plus Family & Friends und dann die Seed-Round von T-Venture und e42.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Wie üblich war das Geld schneller weg als gedacht – das kennen sicherlich viele. Das Erschließen von Finanzierungsmöglichkeiten führt zu Zeitverzögerungen und alle Manpower fließt in die Suche nach neuen Investoren sowie die Erstellung von entsprechenden Dokumenten.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Wir haben viel Geld für iPhones ausgegeben, mit denen wir die ersten Hamburger Taxis
ausgestattet haben. Hier hätten wir gleich auf Android setzten sollen, dass hätte viel Geld gespart. Des Weiteren haben wir unseren Prototypen extern entwickeln lassen, was im Nachhinein ein großer Fehler war. Nur noch intern!

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders
wichtig?

Social Marketing.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Mein Schwiegervater.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Gründer sollten versuchen, eigenes Geld aufzubringen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit vor
Investoren und sichert einen größeren Anteil an der Company.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Mir ist kein staatliches Konzept bekannt, das ähnlich wie HackFwd vorgeht: klugen Entwicklern
kleines Geld zur Verfügung stellen um einen Prototypen zu erstellen. Hier braucht man noch immer Family and Friends, die sicher nicht jedem zur Verfügung stehen. Deshalb bleiben viele Ideen auf der Strecke. Ansonsten finde ich den Gründungsstandort Deutschland wunderbar.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Dann wäre ich mit meiner vorherigen Firma, die Tailor-Made Software für Schifffahrt und Logistik entwickelt, noch immer selbstständig.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Ich habe lange überlegt. Es fällt mir kein Start-up ein, micht würden mehr VC Firmen interessieren.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich finde die aktuelle Zeit zu spannend, um an andere Epochen zu denken. Vielmehr interessiert mich die nahe Zukunft mit den vielen unwichtigen und wichtigen Gadgets.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen
Geld?

Ich würde es für meine Familie ausgeben. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, hätte ich großen
Spaß daran, in spannende und innovative Ideen zu investieren. Ich bewundere jeden BA, der diese Chance hat.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Ich fahre mit meiner Frau und Tochter aufs Land in ein Ferienhaus.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Freunden, dafür bleibt immer weniger Zeit.

Zur Person
Niclaus Mewes ist Gründer und Geschäftsführer der Plattform myTaxi (www.mytaxi.net). Daneben führt er auch die Geschäfte der Entwicklungsfirma Intelligent Apps (www.intapps.de). Dreizehn Jahre zuvor rief der Hamburger bereits die Softwarefirma Iprosoft (www.Iprosoft.de) ins Leben.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.