Fünfzehn Fragen an Daniel Schaffeld von Club Family

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Die Freiheit, unternehmerische Entscheidungen treffen zu können, bedeutet mir sehr viel. Gleichzeitig habe ich die Möglichkeit, alle Entscheidungen jederzeit zu hinterfragen und sie sich […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Die Freiheit, unternehmerische Entscheidungen treffen zu können, bedeutet mir sehr viel. Gleichzeitig habe ich die Möglichkeit, alle Entscheidungen jederzeit zu hinterfragen und sie sich verändernden Marktbedingungen anzupassen. Wenn diese Schritte am Ende zum Erfolg führen, empfinde ich das als große Befriedigung.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Mein Geschäftspartner Dennis Kämker stellte bei der Buchung seines Familienurlaubs fest, dass dies auf den bestehenden Buchungsportalen im Web nur unzureichend möglich ist. Vor allem dann, wenn man mit mehreren Kindern verreist und Wert auf gute Kinderbetreuung und familiengerechte Unterbringung legt. Für solche Situationen sind auf den bestehenden Reise-Websites nur wenig bis gar keine Informationen zu finden. Und da es dort auch keinen speziell geschulten Support gibt, war klar, dass wir eine Nische gefunden hatten, die wir nun mit Club Family besetzen wollen.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Die SD Inspiring Travel GmbH, die Gesellschaft hinter Club Family, ist eine Tochter des Kölner Inkubators betafabrik. Das größte Kapital ist jedoch unser tolles, extrem motiviertes Team. Davon profitieren auch unsere Kunden und das positive Feedback, das wir erhalten, ist für uns der größte Lohn.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Bürokratische Hindernisse gab es bei der Gründung glücklicherweise nicht – das habe ich auch schon anders erlebt. Hier zahlen sich die Synergie-Effekte eines Inkubators am stärksten aus. Aber auch sonst haben wir den Markt im Vorfeld gründlich analysiert und somit wenig unangenehme Überraschungen erlebt. Die größte Herausforderung ist immer der Aufbau eines guten Teams mit einer angenehmen Unternehmenskultur, aber das ist uns bislang sehr gut gelungen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Durch die Gespräche mit unseren Kunden haben wir die Bedürfnisse der Familien noch besser kennen gelernt. Basierend auf diesen Erfahrungen würden wir die Zusammensetzung unseres Produktportfolios bei einer erneuten Gründung leicht optimieren. Aber diese Erfahrungen haben uns auch geholfen, unsere Kunden noch besser zu verstehen und ihre Wünsche noch besser zu erfüllen. Ich möchte sie nicht missen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wir setzen auf einen Marketing-Mix aus SEM, Social Media und Print. Mit SEM können wir die Auslastung unserer Hotels gut steuern. Social Media ist für uns wichtig, weil wir uns natürlich freuen, wenn zufriedene Kunden ihren Freunden von Club Family berichten. Im Print-Bereich buchen wir Anzeigen vor allem in lokalen Familienmagazinen, aber gelegentlich auch in überregionalen Titeln.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Das Team der betafabrik hat uns sehr geholfen und tut es immer noch. Das kumulierte Know-How dieser erfahrenen Serial Entrepreneurs ist für uns ein enormer Katalysator.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Der Weg einer Gründung ist beschwerlich und steinig – gerade zu Beginn. Man darf sich nicht entmutigen lassen, muss aber auch flexibel genug sein, sein anfängliches Geschäftsmodell immer wieder zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen. Nur wenn man auf seine Kunden und Nutzer hört, schafft man einen Dienst oder ein Produkt, der bzw. das am Ende auch erfolgreich ist.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Eine einfachere, transparentere und weniger bürokratische Förderung junger Unternehmen. Es gibt bereits jetzt viele Formen der Förderung, auf die junge Unternehmer zurückgreifen können. Diese zu beantragen und letztlich auch bewilligt zu bekommen, ist jedoch mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden. Hilfreich ist dabei der Gang zur Wirtschaftsförderung – vor allem, wenn sie so vorbildlich und motiviert arbeitet wie in Düsseldorf. Neben einer vereinfachten Förderung wären auch ein weniger komplexes Steuersystem und Finanzbeamte wünschenswert, die unternehmerische Herausforderungen verstehen und diese nicht durch Paragraphenreiterei blockieren.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ein anderes Start-up gründen. Nach styleranking ist Club Family nun schon mein zweites Start-up. Ich mag die Dynamik und die Schlagfertigkeit, aber auch die tolle Unternehmenskultur vieler junger Unternehmen. Es macht unglaublich viel Spaß, mit einem tollen Team die Entwicklung des eigenen Unternehmens gemeinsam zu erleben.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Viele deutsche Start-ups sind mir durch Events wie das Gründerpokern bekannt. International beeindruckt mich die Success Story von Zappos. Wenn die dort gelebte Unternehmenskultur auch nur ansatzweise dem entspricht, was Tony Hsieh in seinem Buch schreibt, würde ich sie gerne einmal live erleben – um sie dann auf Club Family zu übertragen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Circa 20 Jahre in die Zukunft. Mich interessiert brennend, wie die sich entwickelnde Technik den Umgang der Menschen mit eben dieser Technologie beeinflusst – aber auch das soziale Miteinander unter den Menschen. Und dieses Wissen würde ich dann einsetzen, um schon jetzt das passende Unternehmen für diese Zukunft zu gründen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Da ich bald Vater werde, wäre ein Haus für die eigene Familie die erste Investition. Einen Teil des Geldes würde ich zum Ausbau von Club Family nutzen. Und da ich mich für Reisen aller Art begeistere, wäre eine Weltreise auch fest im Budget eingeplant – natürlich gebucht bei Club Family.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit meiner Frau, meiner Familie und meinen Freunden bei einem Spaziergang am Düsseldorfer Rhein und einem anschließenden Essen in einem guten Restaurant.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Richard Branson, Gründer von Virgin. Seine Bücher finde ich sehr inspirierend und ich würde gerne wissen, ob er bei einem persönlichen Gespräch genauso charismatisch und euphorisierend sein kann.

Zur Person
Daniel Schaffeld ist seit 2010 einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Kölner SD Inspiring Travel GmbH, die das Familienreiseportal Club Family (www.clubfamily.de) betreibt. Nach dem BWL-Studium mit Fachrichtung Wirtschaftsinformatik arbeitete er als Projektmanager für die KarstadtQuelle New Media GmbH und anschließend als Projektleiter für die Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH. Anfang 2007 gründete Schaffeld gemeinsam mit Roland Schweins die Modecommunity styleranking (www.styleranking.de). Darüber hinaus ist er seit 2006 als freiberuflicher Marketing-Berater für verschiedene Unternehmen tätig.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

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