Fünfzehn Fragen an Cornelius Rost von qeep

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Es bedeutet mir viel: Ich entscheide gerne und suche mir am liebsten die Leute aus, mit denen ich zusammenarbeite. Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Es bedeutet mir viel: Ich entscheide gerne und suche mir am liebsten die Leute aus, mit denen ich zusammenarbeite.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Die Idee war, ein spannendes Gaming- und Social Entertainment Netzwerk für das mobile Internet zu schaffen. Und das nicht nur für Smartphones, sondern insbesondere für den Massenmarkt. Daraus ist in relativ kurzer Zeit qeep als eine globale Plattform mit mittlerweile über sechs Millionen Nutzern entstanden.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Nachdem wir die Entwicklung der Alpha-Version zunächst selbst finanziert hatten, konnten wir Mitte 2007 Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) als ersten Investor gewinnen. Heute haben wir mit XAnge und der KfW zwei weitere starke Partner an Bord.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Die schlechte Standardisierung der mobilen Endgeräte und die zunächst schleppende Entwicklung von günstigen Datentarifen in Deutschland. Hätten wir 2006 geahnt, wie langsam sich die Dinge entwickeln, hätten wir mit qeep vielleicht gar nicht erst angefangen. Gut, dass man manchmal naiv ist und Dinge in Unkenntnis trotzdem macht.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Noch schneller ein gutes Team aufbauen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Jegliche Art von Werbung im mobilen Internet funktioniert für qeep sehr gut. Hier haben wir keinen Medienbruch und damit eine direkte Ansprache bei geringen Streuverlusten. Aufgrund unserer Größe funktioniert mittlerweile auch das virale Wachstum über Freundeseinladungen sehr gut.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Mein Mitgründer Christian Schulte.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Ohne Fleiß kein Preis.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Ich würde mir einfachere und unbürokratische Arbeitsgenehmigungen für Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern wünschen. Die Prozesse sind heute zu langwierig und die Hürden zu hoch. Statt den inländischen Arbeitnehmern zu nützen wird dem Standort Deutschland dadurch aus meiner Sicht geschadet.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich wäre wohl immer noch bei Nintendo im Marketing und würde den Launch des Nintendo 3DS vorbereiten – auch eine großartige Aufgabe.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Bei Mymuesli. Für Mäuse bestimmt toll.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
100 Jahre in die Zukunft. Bin gespannt, wohin sich die Welt verändert und welche Produkte den Alltag erobern werden.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Das weiß ich nicht.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit meiner Frau und meinen Töchtern im Zoo. Dazu gehören auch ein paar Bilder für meinen Fotoblog auf qeep.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Larry Page.

Zur Person
Cornelius Rost ist Gründer und Geschäftsführer für Marketing und Produkt bei Blue Lion mobile/qeep (www.qeep.de). Zuvor war er als europäischer Brand Manager für Game Boy Advance und Nintendo DS bei Nintendo tätig, nachdem er bis 2001 die Verbraucher-Communities amiro.de und ciao.com mit aufgebaut hatte.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

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