Zynga übernimmt Dextrose

Der Farmville-Macher Zynga (www.zynga.com) schluckt das Mainzer Start-up Dextrose und landet im Zuge dieser Übernahme in Deutschland. Dextrose-Gründer Rocco Di Leo leitet künftig als Country Manager die neu gegründete Zynga Game Germany GmbH […]
Zynga übernimmt Dextrose

Der Farmville-Macher Zynga (www.zynga.com) schluckt das Mainzer Start-up Dextrose und landet im Zuge dieser Übernahme in Deutschland. Dextrose-Gründer Rocco Di Leo leitet künftig als Country Manager die neu gegründete Zynga Game Germany GmbH in Frankfurt am Main. Mitstreiter Paul Bakaus kümmert sich im neuen Unternehmen – wie zuvor bei Dextrose – als CTO um die Softwareentwicklung. Das kleine Dextrose-Team arbeitete in den vergangenen Monaten an seiner Aves Engine, einer sogenannten Middleware zur Erstellung von Browserspielen.

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Das Dextrose-Team post vor der Kamera.

“Middleware oder auch Game Engines beinhalten praktisch einen Baukasten an gelösten Problemen, Komponenten und Tools, die ein Programmierer verwenden kann, um relativ schmerzfrei Spiele zu erstellen. Braucht man etwa Physik in einem Spiel, aktiviert man eine entsprechende Komponente, braucht man eine 3D-Karte oder einen Welteditor, wird das alles mitgeliefert”, sagte Di Leo kützlich gegenüber GalaxyNews.de. Interessant sei die Aves Engine auch deswegen, weil sie “auf offene Standards wie HTML, CSS und JavaScript setzt”, während die Zynga-Spiele derzeit fast auschließlich auf Adobe Flash basierten. Zudem lassen sich Spiele mit Aves auch auf mobile Geräte wie das iPad bringen.

Aves Engine verschwindt nun vom Markt

Es war geplant, die Game Engine über ein Lizenzierungsmodell zu vertreiben. Mit der Übernahme durch Zynga verschwindet die Aves Engine nun jedoch vom Markt. In der Mainmetropole soll nun ein Entwicklungsteam aufgebaut werden, “dass sich auf Forschung und Entwicklung im Bereich Frontend-Technologien konzentriert”. Die Aufmerksamkeit der weltweiten Spieleszene und somit auch von Social-Games-Schwergewicht Zynga, erregte Dextrose mit zwei Prototypen, deren Videos unter anderem auf der E3 2010 in Los Angeles vorgestellt wurden (siehe Video unten).

Weitere Aufmerksamkeit sicherte sich die junge Dextrose AG mit der Übernahme von Effect Games. Das in Kalifornien ansässige Start-ups arbeitete ebenfalls an einer Middleware für Browserspiele. “Dextrose hat von Anfang an verstanden, dass das Setzen auf offene Standards der wichtigste Schlüsselfaktor ist, um im zukünftigen Browsergames-Markt erfolgreich zu sein”, sagte Effectgames-Chef Joseph Huckaby zur Übernahme. Innerhalb weniger Monate legte Dextrose somit eine Entwicklung hin, für die andere Unternehmen Jahre brauchen. Unf zwar alles mit Prototypen. Die Übernahme durch Zynga stellt wieder einmal das Können der heimischen Spieleszene unter Beweis. Offen bleibt die Frage, warum sich kein deutscher Player diese – offenbar – kleine Perle geschnappt hat.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Tim

    Schade, ein Lizenzierungsmodell wäre mir lieber gewesen.



  2. Arne Wieding

    Finde ich klasse. Kein typisch deutsches Copy-Cat Startup sondern eine echt beeindruckende Technologie die Dextrose da entwickelt hat.

  3. Der letzte Satz passt treffend zu der in Deutschland derzeit vorherrschenden und allseits beschrieenen Investitions- und Risikomüdigkeit. Da sind andere Märkte/Einstellungen einfacher schneller.

  4. Pingback: Social Gaming: Zynga kommt nach Deutschland – WinFuture | Deutschland ?

  5. Pingback: Links des Tages vom 25.09.2010 » dextrose, soziale netzwerke, spd relaunch, themes, videoanleitung, wordpress, youtube, zynga » Digital Life



  6. Sabine

    Naja die hätten in dem Video von Parodontose wenigstens die leere RedBull Dose aufräumen können.



  7. Freelancer

    Wirklich Schade, hätte ein Lizensierungsmodell favorisiert.



  8. Dieter M.

    “Offen bleibt die Frage, warum sich kein deutscher Player diese – offenbar – kleine Perle geschnappt hat.”

    Ja warum wohl? Weil es hier niemanden gibt der in langfristige oder Risikoreichere Bereiche Investieren will. Auch wenn es hier immer so dargestellt wird, eine wirkliche Investitionskultur gibt es hier nicht.



  9. T

    Ich würde diese Engine nicht überbewerten.



  10. A.G.

    @T: Magst gerad noch n Grund dafür nennen?

  11. Pingback: Investitionsindex – September 2010 :: deutsche-startups.de



  12. Max Rossberg

    Venture Capital bedeutet im Anglo amerikanischen “Chance Geld zu verdienen” und wurde in Mitteleuropa mit Risikokapital übersetzt! Grund sind die kulturelle Unterschiede wie sie Geert Hofstede identifiziert hat http:// http://www.geert-hofstede.com!

  13. Pingback: Ex-Zynga-Deutschland-Team gründet mit Kidcore neue Spieleschmiede :: deutsche-startups.de

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