12like verpartnert Freunde

“Wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen”, heißt es in der Werbung von “Welt kompakt”. Manches ist durch die ellenlangen “Freundschafts”-Listen wirklich komplizierter geworden. Manches […]
12like verpartnert Freunde

“Wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen”, heißt es in der Werbung von “Welt kompakt”. Manches ist durch die ellenlangen “Freundschafts”-Listen wirklich komplizierter geworden. Manches aber auch einfacher. Zum Beispiel die Partnersuche. Mit der Partnervermittlung und Facebook-Applikation 12like (www.12like.com) – “One to like”- bekommt das riesige Freundenetzwerk endlich einen Sinn. Denn im Gegensatz zu anderen Partnerbörsen vermittelt 12like potentielle Partner ausschließlich aus dem Freundeskreis der eigenen Freunde. Seit April ist das Berliner Start-up online und spricht dabei schon sieben Sprachen.

Eine Partnersuche, die mit einem Sozialen Netzwerk wie Facebook verknüpft ist, hat gegenüber Stand-Alone-Partnerbörsen einen entscheidenden Vorteil: “Bei 12like stoßen Nutzer auf Menschen aus ihrem erweiterten Facebook-Freundeskreis. Das ist eine gute Umgebung, um ähnlich wie in der Offline-Welt zu daten: Wie auf einer Party stößt man auf Menschen, die man über zwei oder drei Ecken kennt”, erklärt Geschäftsführerin Kathrin Anselm. Bei 12like geht es unter Umständen also etwas natürlicher und realitätsbezogener zu als bei Parship, Elitepartner und eDarling. “Facebook bietet ein perfektes Umfeld, um mit hoher Wahrscheinlichkeit die große Liebe zu finden. Studien zeigen, dass viele Menschen ihren späteren Partner über gemeinsame Freunde kennen lernen.” Wie ernsthaft es den Betreibern ist, zeigt sich auch am hochkarätig besetzten Team. Gründer Dirk Wischnewski hat sich neben seiner eBay-Tätigkeit schon mit verschiedenen Gründungen und Investments, zum Beispiel beim Sammel-Marktplatz Tamundo und dem Karaoke-Netzwerk TalentRun, einen Namen gemacht. Kathrin Anselm bringt reichlich Erfahrung aus ihrer Zeit bei der ProSiebenSat.1-Gruppe mit, wo sie zuletzt als Geschäftsführerin der Unternehmenstochter fem tätig war. Auch ein Investor ist gefunden: Michael van Swaaij, zuletzt als CEO für Skype tätig, steckte in einer ersten Finanzierungsrunde eine sechsstellige Summe in die Netzwerk-Partnersuche.

“Unsere Mitbewerber setzen mit Erfolg auf die Segmente \’Flirten\’ und \’Daten\’.”

Eigentlich hat es überraschend lange gedauert, bis die Verknüpfung von Facebook und (seriöser) Partnervermittlung nach Deutschland geschwappt ist. Der US-amerikanische Mitbewerber Zoosk (www.zoosk.com) verhilft Facebookern immerhin schon seit 2007 zu Offline-Beziehungen. Mit 50 Millionen Mitgliedern in über 40 Ländern ist die Anwendung sehr erfolgreich. Mitbewerber Thread (www.thread.com) ist seit März 2009 mit von der Partie. Von den Vorbildern aus Übersee grenzt sich 12like jedoch ab. “Unsere Mitbewerber setzen mit Erfolg auf die Segmente \’Flirten\’ und \’Daten\’. Bei uns geht es um den Anspruch, einen festen Partner – im besten Fall den Lebenspartner – zu finden. Wir richten uns in erster Linie an Männer und Frauen über 30.” Tatsächlich wirkt die Webseite von 12like seriöser und “erwachsener” als seine US-amerikanischen Vorreiter. Zum Anspruch der Seriösität gehört auch der Persönlichkeitstest, den alle Mitglieder zunächst machen. Er basiert auf dem Big-Five-Modell und erfolgt durch das intuitive Aussuchen von Fotos.

Das größte Hindernis, sich über Facebook auf Partnersuche zu begeben, liegt auf der Hand: Die Sorge, dass der eigene Freundeskreis Wind bekommt oder die eigenen Tätigkeiten plötzlich auf der Pinnwand aufleuchten. Eine unbegründete Angst, findet Anselm. Statt echter Namen gibt es anonyme 12like-IDs, direkte Freunde werden nicht als Partnervorschläge vorgestellt und das eigene Foto wird zunächst nur verschwommen dargestellt. Jeder entscheidet selbst, ob und wann er mehr Einblick gewähren möchte. Während der Persönlichkeitstest noch gratis ist, wird jeder zur Kasse gebeten, der zu einem der vorgeschlagenen Partner Kontakt aufnehmen möchte. Die Abrechnung erfolgt nach dem Abo-Modell: Bei drei Monaten sind 39,99 Euro pro Monat fällig, bei 12 Monaten noch 19,99 Euro pro Monat.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.